Nach der verlustreichen Kommunalwahl scheinen die Konservativen das bayerische Rauchverbot aufweichen zu wollen - doch die CSU steckt in einer Zwickmühle.
Zu den Erfolgsrezepten der CSU gehört auch ein gehöriger Schuss Opportunismus. Gleichzeitig dafür und dagegen zu sein und notfalls über Nacht Positionen zu räumen, die bis dato vehement verteidigt wurden, beherrscht niemand so gut.
(© Foto: dpa)
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Franz Josef Strauß hat das einst in das Bonmot gekleidet, man müsse seine Grundsätze so hoch hängen, dass man bequem darunter durchlaufen könne.
Diesen Trick möchte die Partei nach der verlustreichen Kommunalwahl offenbar auch bei einem Thema anwenden, mit dem sie bislang erstaunlich klar und konsequent umgegangen war: dem Rauchverbot.
Das Wehklagen von Wirten und Rauchern gegen den strengen Nichtraucherschutz scheint Erfolg zu haben. Beim Rauchverbot deutet sich eine Rolle rückwärts an, zumindest eine kleine. Es spricht einiges dafür, dass Bayern den strikten Nichtraucherschutz aufweichen und Sonderregelungen beschließen wird, zum Beispiel für Bierzelte und kleine Kneipen.
Für letztere gibt es auch in anderen Bundesländern Ausnahmen, die noch schwierige Abgrenzungsprobleme aufwerfen werden. Eine Ausnahme für Bierzelte wäre in Bayern wegen des hohen Folklore-Faktors zwar besonders populär, aber auch besonders inkonsequent.
Denn wo sonst wäre es sinnvoller, die nichtrauchende Mehrheit vor dem gesundheitsschädlichen Qualm zu schützen, als in einem Bierzelt, wo Tausende Menschen in einem quasi geschlossenen Raum zusammenkommen?
Die CSU steckt beim Rauchverbot in einer Zwickmühle. Denn es gibt natürlich nicht nur die mosernden Raucher, sondern zahllose Nichtraucher, die froh und erleichtert über das konsequente bayerische Gesetz sind. Und auch die könnten sich verdrossen abwenden.
(SZ vom 4. März 2008/odg)
Gewalt in Syrien
Die neueste Antwort
Ich gebe Ihnen Recht!
Das NRSG muss weg! Sofort!
Einfach durch ein EU Gesetz überflüssig werden.
Damit Politclowns nicht je nach Lust, Laune oder gefühltem Gegenwind einmal getroffene Entscheidungen gleich wieder umwerfen.
Dann sehe ich schon die Zigarettenbürscherl mit Transparenten "Raus aus der EU" vor dem Landtag stehen.
sondern Untergangslösungen. Wie sich im Falle des Rauchverbots zeigt, sind die beiden auch Anti-Entscheider und so schwach, dass sie es künftig wohl nötig haben, in jedes Gesetz den sog. Duckmäuser-Paragraph aufzunehmen, der lautet:
"Das Gesetz kann jederzeit gelockert und sogar als absurd widerrufen werden, falls sich für die CSU und insbesondere Beckstein und Huber nicht das gewünschte Wahlergebnis einstellt."
Als das Nichtraucherschutzgesetz diskutiert bzw. beschlossen wurde, waren all die -hinlänglich bekannten- gesundheitlichen Aspekte deutlich und vor allem von der CSU aufgeführt worden. Plötzlich hängen die irgendwie zusammen mit einigen verlorenen Bürgermeisterposten?? Was sind das denn für neue medizinische Erkenntnisse? Oder waren die Gesundheitsargumente letztes Jahr auch schon nicht ehrlich gemeint?
Muss mal im Lexikon schauen, was Opportunismus bedeutet.
Und wenn ich schon gerade beim Wundern bin:
Auch hier fällt mir die Wahnsinnstoleranz der MIR (Militanen Immernoch Raucher) auf. Diese beschränkt sich nämlich ausschliesslich auf das einfordern von Toleranz ihrer Sucht gegenüber, aber nicht die Wünsche ihrer freundlichen Nichtraucher-Mitbürger nach Gestankfreiheit.
Die Nichtraucher mussten diesen Gestank und die Gesundheitsgefahren nun ca. 400 Jahre ertragen und tolerieren. Nun sind die Raucher den gleichen Zeitraum lang dran! Das ist ja wohl das Mindeste im Sinne von Gerechtigkeit!
MIR-Toleranz: die NR brauchen ja bloss wo anders hingehen wenn's ihnen hier stinkt!
Die MIR haben durch ihr penetrantes Gemecker über diese winzige Einschränkung sogar schon geschafft, dass sogar einige NR glauben da wäre ein Zusammenhang zwischen Nichtraucherschutz und Gemütlichkeit. Wenn die MIR eine Tischrunde verlassen, um eine zu Rauchen, ist ausschliesslich diese Sucht des MIR der Grund dafür und nicht das Gesetz! Ich habe zumindest nichts darin gelesen, dass jemand Rauchen gehen muss.
Nach MIR-Logik sollten sich doch bitte meine Nachbarn Oropax kaufen, wenn ich nachts um 3.00 Lust auf Techno mit 110 dB/A habe. Und ausserdem sollten bitte alle Fussgänger und Tiere von den Strassen verschwinden, wenn ich mit 100 km/h durch die Innenstadt brettern möchte. Gäbe sicher noch viele solcher Beispiele.
Wenn schon durch die Hintertür s.g. Raucherclubs eingeführt werden, was ja OK sein kann, sollte der Fairness halber gegenüber der Gastronomie, diesen Clubs das Anbieten von Speisen jeder Art (also auch Erdnüssen) verboten werden. Diese vielfältigen, giftigen Raucherbeläge auch noch auf Lebensmitteln waren sowieso noch nie gut und sind ein weiterer Weg von Giften in Körper.
Jedenfalls würde ich mich furchtbar freuen, wenn die ca. 80% NR dieser Umfallerpartei CSU bei der Wahl im Herbst erst richtig einen Denkzettel mitgeben wü
Wahrheiten kehrt man nicht unter den Tisch. Was hier für unsinnige Kommentare von Nichtrauchern stehen, hat weder etwas mit Sachlichkeit noch mit Niveau zu tun. Ertragen muss man sie trotzdem. Es ist beschämend für erwachsene Menschen, was da alles nachgeplappert wird, nur um sich einmal unwidersprochen zu fühlen. Das Einzige was eigentlich weg muss und zwar komplett, ist dieses Nichtrauchergesetz.
""aber dieses Gesetz, beschränkt auf die reine "Speise-Gastronomie" hätte vollkommen ausgereicht. Obwohl ich auch noch nicht erlebt habe, daß an meinem Tisch, wo gegessen wird, auch geraucht wird.""
Zigarettenrauch beschränkt sich ja auf den Tisch, an dem geraucht wird.
und wenn ein essender Gast darum bittet nicht zu rauchen, dann kam schon öfters: "wir sind doch ein anderer Tisch" oder andere deutlich unfreundlichere Aussagen. Raucher haben als gemeinsame Begabung eine "Gedankenlosigkeit" die bei nicht wenigen zur Rücksichtslosigkeit mutiert ist. Davor müssen andere geschützt werden.
Das NichtRaucherSchutzGesetz ist konsequent und deshalb lobenswert. Das nachträgliche Aufweichen bringt mit Sicherheit keine Wählerstimmen
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