Der Freistaat will drohende Verluste der Landesbank absichern und notfalls eigene Anteile verkaufen. Die Opposition beklagt ein "Hoppla-Hopp".
Der Landtag hat den Weg für eine Staatsbürgschaft über 2,4 Milliarden Euro für die Landesbank frei gemacht. Am Mittwoch billigte die CSU-Mehrheit im Haushaltsausschuss den Plan von Finanzminister Erwin Huber, dass der Freistaat für weitere Verluste der BayernLB aus faulen US-Immobilienkrediten einsteht. Dafür dürfe er auch bis zu 24,5 Prozent der Anteile an der Bank abtreten. Grüne und SPD lehnten dies ab. Zugleich nahm der Landesbank-Untersuchungsausschuss seine Arbeit auf.
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Viel ist diskutiert und gestikuliert worden im Landtag - nun ist eine Entscheidung gefallen. (© Foto: dpa)
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Wegen der weltweiten Finanzkrise will die BayernLB, um ihre Bilanz vor weiteren Risiken zu schützen, mögliche Ausfälle von sechs Milliarden Euro absichern. Für 1,2 Milliarden will die Bank selbst einspringen, für den Rest sollen die beiden Anteilseigner, der Freistaat und die bayerischen Sparkassen, aufkommen. Wie genau diese Abschirmung konstruiert wird und welche Laufzeit die Garantien haben sollen, ist noch unklar. Am Mittwoch debattierte auch der Sparkassenverband das Vorhaben, auch dort gibt es kritische Stimmen. Entscheiden will der Verband erst in zwei Wochen.
Der Haushaltsausschuss billigte grundsätzlich mehrere Modelle: So könnte der Freistaat der BayernLB oder einer von ihr zu gründenden Zweckgesellschaft eine Garantie von bis zu 2,4 Milliarden Euro zusichern. Möglich wäre auch, dass ein Investor die Garantie übernimmt. Dann könnte der Freistaat bis zu 49 Prozent seiner Anteile an der Landesbank als Sicherheit einsetzen oder dem Investor direkt übertragen. Alternativ könnte dieser auch direkt als Anteilseigner bei der BayernLB einsteigen. Am Dienstag hatte Huber im Landtag gesagt, es hätten sich bereits mehrere interessierte Investmentbanken gemeldet.
"Richtig, logisch und notwendig"?
Damit könnte neuer Schwung in die Debatte über die Zukunft der BayernLB kommen. Huber bekräftigte, er sei bereit, über "weitreichende Veränderungen" in der Struktur der BayernLB zu sprechen. Noch im Herbst hatte er eine Fusion mit einer anderen Landesbank oder auch den Verkauf staatlicher Anteile vehement abgelehnt. Im Februar hatte er dann erstmals Gesprächsbereitschaft signalisiert, nachdem bekannt geworden war, dass die Belastungen der BayernLB aus der Finanzmarktkrise weit höher sind als bis dato bekannt. Huber sagte aber auch, vor solchen Weichenstellungen müssten zunächst Ende und Ausmaß der Krise abgewartet werden.
Die Opposition kritisierte den Beschluss als "Blankoscheck", dem man so nicht zustimmen könne. Seine Fraktion sei nicht bereit, eine Absicherung mitzutragen, solange unklar sei, wie Geschäftsmodell und Struktur der Bank künftig aussehen sollten, sagte Thomas Mütze (Grüne). Die Summe sei zu groß, "um hier ein Hoppla-Hopp zu veranstalten". Auch Werner Schieder (SPD) beklagte, es fehle an Leitlinien der Politik für das Geschäftsgebaren und die Entwicklung der Landesbank. Huber hingegen nannte die Entscheidung angesichts der Lage der BayernLB "richtig, logisch und notwendig".
Abschlussbericht im Juli
FDP-Generalsekretär Martin Zeil kritisierte, aus Bürgschaften würden "schnell konkrete Risiken". Dies könne man heute nicht beantworten, sagte Huber und räumte ein: "Ich kann nicht ausschließen, dass es eine Haushaltsbelastung geben könnte." Am Dienstagabend hatte er seine Pläne der CSU-Fraktion bei einer Sondersitzung vorgelegt. Sie billigte sie trotz der Bedenken einiger Abgeordneter, zwei von ihnen stimmten dagegen. Endgültig zustimmen muss kommende Woche noch das Plenum des Landtags, was indes Formsache ist.
Am Mittwoch nahm auch der Untersuchungsausschuss des Landtags seine Arbeit auf. Er soll untersuchen, wer die Verantwortung für die Milliardenbelastungen der BayernLB trägt und ob Huber über deren wahres Ausmaß den Landtag belogen hat. In der ersten Sitzung wurde nur beschlossen, welche internen Akten der Ausschuss zu Gesicht bekommt; kommende Woche soll die Liste der Zeugen verabschiedet werden.
Die Opposition will neben Huber auch Ministerpräsident Günther Beckstein, Innenminister Joachim Herrmann und CSU-Fraktionschef Georg Schmid vorladen. Zudem sollen BayernLB-Chef Michael Kemmer und sein Vorgänger Werner Schmidt aussagen, der auf Druck der Sparkassen und der Staatsregierung im Februar seinen Stuhl räumen musste. Sie sollen bis zum 6. Juni alle gehört werden, im Juli soll der Ausschuss dann seinen Abschlussbericht vorlegen.
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(SZ vom 10.4.2008/ihe)
Surfrider Beach in Malibu
Die neueste Antwort
Die Landesbanken werden jetzt für ein Butterbrot an einen privaten Investor verkauft werden, da sie ja hoch verschuldet sind.
Sobald die Privatisierung abgeschlossen ist, wird sich wahrscheinlich herausstellen, daß die Verluste weit niedriger sind als jetzt veranschlagt.
Denn die Verluste wurden ja noch nicht realisiert.
Gewinner der ganzen Aktion ist der private Investor.
Das Strickmuster ist überall gleich, auch bei der Bahnprivatisierung.
Ich bin der Überzeugung, daß die Privatisierung der Landesbanken von langer Hand vorbereitet wurde. Hinweise darauf gibt es.
Die gestrige Sendung war absolut gelungen. Hier forderte auch der Nobelpreisträger Muhammad Yunus gesetzliche Spielregeln - und zwar die Haftung der Verantwortlichen.
Für ihn ist dieses Verhalten, das unsere deutschen Politiker und Manager an den Tag legten, unfaßbar.
Ebenso brachten es Ralf Stegner und Christiane Oppermann auf den Punkt. Haftung - wenn nötig auch Gefängnisstrafen für diese Versager.
Vorstände, Aufsichtsräte und Bankangestellte, die sich nicht mehr an realen Werten orientieren, müssen für Ihr Vergehen zur Verantwortung gezogen werden können. Auch mit Haftstrafen!
Bei uns in Deutschland erhalten solche Versager noch riesige Abfindungen und extrem hohe Pensionen!
Hier wurde nachweislich mit Virtuellen Werten gehandelt!
Ich fordere endlich Gesetze, in der diese Manager und Politiker juristisch zur Verantwortung gezogen werden können!
Sonst ändert sich in unserer Republik nichts!
http://maybritillner.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,7224441,00.html
Ganz Unrecht haben Sie nicht!
Die Freien Wähler haben bei der letzten Wahl gut zugelegt.
Was jedoch auch eine CSU-Verdrossenheit bescheinigt!
Wir haben jedoch in unserem Landkreis einen SPD-Landrat, Dr. Zeller gewählt, dieser hat den langjährigen Landrat Braun abgelöst.
Ich gehe trotzdem von einem Ergebnis bei der nächsten Landtagswahl von 50 (49 %) für die CSU aus. Wir können ja um eine Kiste Bier wetten!
da ihre Pressestelle, der gute Mann wohnt in Bad Heilbrunn, die Kommentare fleißig auswertet und Sie am Freitag sagten: Sie verstehen gar nicht, warum Hausfrauen und einige aus dem gemeinen Volk, die keine Ahnung von der Materie haben, sich so aufregen, sage ich nur ---
wenn ich mir die Kommentare in den Foren so ansehe und ich mich in meinem nachbarschaftlichen Umfeld umhöre, in dem das gute und wohlhabende Bürgertum in schmucken Einfamilienhäusern im Landhausstil wohnt, stelle ich fest, daß die Leute zur Zeit alle Ihre Kritiker sind!
Ich bin übrigens "nur" Hausfrau - aber sehr stolz darauf, meinen Verstand bei solchen "Hausierern", die mir permanent diese angeblich lukrativen Geschäfte und absolut Gewinn bringenden Wertpapiere andrehen wollen, einzuschalten.
Denn die wollen alle nur mein Bestes: Mein Geld!
Aber so, wie einfache Hausfrauen zu handeln, da fehlt's bei den Politikern und unserer angeblichen Wirtschafts-Elite offensichtlich am Sachverstand!
Meine Stimme und die Stimmen aus meiner Nachbarschaft bekommen Sie im Herbst nicht!
In unserem Landkreis ist bereits der langjährige CSU-Landrat Braun abgewählt worden!
...mit sicherheit wieder das alte lied singen, dass die roten nicht mit geld umgehen können.
traurigerweise wird das eine relative (oder absolute?) mehrheit des bayerischen stimmviehs auch wieder glauben und sich nicht von den tatsachen beirren lassen.
selbst wenn man dem nuschlhuber nachweisen kann, dass er im landtag gelogen hat: na und? - " hund sans scho" - denkt die grosse mehrheit der wähler und macht ihr kreuz wieder bei den ausgewiesenen finanzexperten von der csu ...
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