Vergleich: BMW 118d vs. 120i Alt gegen neu

Nicht alles ist Diesel: Nach VW, Opel und Mercedes kommt nun auch BMW wieder mit drehfreudigen Otto-Motoren. Wie schlägt sich der alte BMW 118d gegen den neuen Hightech-120i?

Von Stefan Grundhoff / Stefan Zaumseil

Trotz ihres turbulent diskutierten Designs konnte BMW bislang mehr als 200.000 Fahrzeuge der 1er-Serie an Mann und Frau bringen. Mit der neuesten Motorengeneration dürfte sich die Zahl noch spürbar steigern lassen. Ab sofort verfügen die Vierzylinder (abgesehen vom 116er) über eine Start-Stopp-Automatik, ein regeneratives Bremssystem und deutlich mehr Leistung.

BMW 1er

Sehr dezent renoviertes Äußeres, dafür grundlegend überarbeitete Motorentechnik: die 1er vom BMW.

(Foto: Foto: Pressinform)

Eine kräftigen Schluck aus der isotonischen Powerpulle und dazu noch deutlich weniger Verbrauch? Hört sich gut an - und ist Grund genug, alt und neu zu vergleichen. Da sich die optischen Veränderungen bei der neuen 1er-Reihe ebenso im Rahmen halten wie beim größeren 5er, kann man sich guten Gewissens auf die Technik unter der Motorhaube beschränken. Da hat sich einiges getan.

Auch ein Benziner kann sparsam sein

Dass besonders die beiden Dieselversionen 118d und 120d bei den 1er-Kunden hoch im Kurs standen, hat einen handfesten Grund: Sie boten mit 129 bzw. 163 PS Leistung satt und hielten sich an der Tankstelle trotzdem angenehm zurück. Schon mit dem alten 118d war man gut bedient: 95 kW/129 PS reichen dank des üppigen Drehmoments aus, um mit dem betont straff abgestimmten kleinen Bayern sportlich unterwegs zu sein.

Die Fahrleistungen lassen einen auch nicht wirklich neidisch auf die 120d-Fahrer mit ihren 163 PS werden. Der Einstiegsdiesel steht im Gegensatz zu seinen müden, gleich großen Brüdern aus der Benzin-Fraktion gut im Futter und ist in der City ebenso souverän unterwegs wie auf Landstraße und Autobahn. So sehr man den 1,4 Tonnen schwere Hecktriebler mit seinem exzellenten Fahrwerk, der grandiosen Lenkung und der knackigen Schaltung auch durch Kurven und Kehren scheucht - mehr als 6,5 Liter laufen auf 100 Kilometern nicht durch die Hochdruck-Einspritzdüsen.

Bei der neuen 1er-Generation sollen nun endlich auch die trägen Benziner überzeugen und die hohen Ansprüche der BMW-Fahrer erfüllen. Denn BMW legt Wert darauf, dass die neue 1er-Generation nicht nur sparsamer ist, sondern auch deutlich bessere Fahrleistungen bietet.

Ein Blick ins Datenblatt unterstreicht das: Statt 110 kW/150 PS und 200 Nm bietet der neue BMW 120i als Aushängeschild der Serie 125 kW/170 PS und 210 Nm. Hört sich kaum eindrucksvoll an - fährt sich aber so. 0 auf 100 km/h in nunmehr 7,7 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 224 km/h passen endlich auch deklaratorisch zum sportlichen Anspruch des Einstiegsbayern.

Bei aller Dynamik soll sich der neue 120er mit gerade einmal 6,4 Liter SuperPlus auf 100 Kilometern zufrieden geben. Das hätte fast schon Dieseldimensionen, auch wenn sich der Verbrauch bei den Testfahrten auf der Referenzstrecke bei rund sieben Litern einpendelte. Die Symbiose aus sportlichen Fahrleistungen und einem Durchschnittsdurst von sieben Litern können sich hören und er-fahren lassen. Pro Kilometer bläst der neue 120i so gerade mal karge 152 Gramm CO2 in die Umwelt.

Möglich macht dies nicht nur eine neue Motorelektronik, sondern insbesondere ein regeneratives Bremssystem und eine Start-Stopp-Automatik, wie man sie bereits von Volkswagen-Modellen der 80er Jahre und von den aktuellen Citroen-Modellen C2/C3 kennt. Damit man auch im laufenden Verkehr den Benzinfluss zügelt, zeigt im BMW eine Schaltpunktanzeige, wie früh der Fahrer in die nächste Gangstufe wechseln kann - und sollte.