Indiens Großkonzern Tata setzt alle Hoffnung in den Nano, das billigste Auto der Welt. Doch es ist spät dran und lebt vor allem vom Mythos, der es umgibt.
Da steht er nun, schmal und schmächtig und viel gelobt, in einem Showroom in Gurgaon bei Delhi: der Nano, der Kleine von Tata Motors. Ein Auto wie eine Offenbarung. Der Verkäufer empfängt mit dem gebotenen Überschwang: "Darf ich vorstellen, das Weltwunderauto!" Es drängen sich auch an diesem vierten Tag seit der Weltpremiere viele Neugierige am Eingang, so lange hatten sie auf diesen Moment warten müssen, livrierte Bedienstete tragen Mineralwasser auf für die Kundschaft. Auf einem Plakat steht: "Now we can." Den Werbefachleuten von Tata schien die Anlehnung an Barack Obamas Wahlkampfslogan wohl gerade historisch genug.
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Weltpremiere in Delhi: Seit wenigen Tagen steht der Nano zum Anfassen in einigen Autogeschäften des Landes. (© Foto: Getty)
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Der Nano, nur drei Meter lang, ein einziger Scheibenwischer, vier Plätze, 33 PS, das billigste Auto aller Zeiten, soll Indien revolutionieren. Er ist der Volkswagen der Inder, das "People's car", der Motor der Träume von Millionen Familien, die heute noch Motorrad fahren, zuweilen zu viert auf einem Sattel und bei jedem Wetter. Die Wirtschaftszeitung The Economic Times schrieb dieser Tage auf die erste Seite: "Eine Nation kann ihre Euphorie kaum bändigen."
Mit 100.000 Rupien ist der Nano so billig wie ein Motorrad. Aber mit Dach und vier schmalen Türen. Hier im Showroom in Gurgaon, einem modernen Vorort der indischen Hauptstadt, steht das "Topmodel", der Nano LX. Es hat sogar Klimaanlage, Zentralverriegelung, eine bessere Federung als die Grundausführung, das Chassis glänzt golden. Doch auch das Topmodel fühlt sich zerbrechlich an, das Lenkrad ist klein, der Kofferraum fasst höchstens Handgepäck. Alles ist sehr "basic".
Mehr lässt sich nicht sagen, denn Testfahrten sind nicht möglich. Nirgends in Indien. Und trotzdem haben in den ersten vier Tagen im ganzen Land mehr als 50.000 Kunden für 300 Rupien, rund 4,50 Euro, ein Buchungsformular für den Nano gekauft. Am Ende der Lancierungsphase, in zwei Wochen, sollen es dann eine Million sein. Der Verkäufer in Gurgaon glaubt gar, dass "fünfzig Lakh", also fünf Millionen, solcher Buchungsformulare verkauft würden. "Ein wahrer Rausch ist im Gange", sagt er.
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Kuriose Schilder (4)
Aber etwas, anders. Sie haben meinen Beitrag nicht verstanden. Natürlich haben Inder das gleiche Recht auf Fahrzeuge wie jeder andere. Ich habe nichts anderes geschrieben.
Nur unser ganzer Umweltwahnsinn mit jeder höheren Abgasnorm steigt der Spritverbrauch! wird dieser Bewegung in Indien nichts aber auch gar nichts entgegensetzen können. Wenn uns das bewusst wird, werden wir uns endlich sinnvollere Maßnahmen überlegen, etwas für unsere Umwelt zu tun, wie einer Euro 5, eine Euro 6, Euro 7 Abgasnorm folgen zu lassen.
Warum müssen die billigen Autos eigentl. immer so extrem unschick sein?
Für mich als Hartz IV Empfänger bietet dieses Auto eine Möglichkeit endlich wieder einen Neuwagen zu fahren. Der Unterhalt für mein altes Auto ist nämlich ziemlich teuer. Klar ist das nicht gut für die Umwelt ein Auto ohne Kat zu fahren, aber in diesem Fall ist mir das wurscht.
Hm. Sie schreiben, dass der Prius hierzulande nicht gekauft wird (ohne Wertung ) und machen dies implizit den Indern zum Vorwurf (die kaufen den dreckigen Nano.) Da stimmt doch etwas nicht. Wir wollen billig mobil sein. Das will der Inder auch.
Ich denke, dass man auch hierzulande jede Menge pro Umweltschutz tun kann, jeder von uns. Lassen Sie uns bei uns anfangen. Auch Postings wie Ihr Eingangsbeitrag nach dem Motto Was erlauben Inder?! bringen m. E. jedenfalls nichts.
Da können wir uns in Deutschland so verändern, wie wir wollen - alle barfuss zur Arbeit gehen, um den Feinstaub zu reduzieren! Das werden wir nicht auffangen oder ausgleichen können. Und einen Toyota Prius ist denen in Indien zu teuer - bei uns wird er ja auch nicht gekauft.
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