Als Mercedes 1996 den SLK präsentierte, war von einer Klappdach-Welle noch nicht viel zu merken. Doch die Zahl der Stoffdach-Cabrios sinkt seither stetig. Einer der letzten Mützenträger ist das Beetle Cabriolet.
Es muss nicht immer Klappdach sein. Doch der Trend lässt sich anscheinend nicht aufhalten: Audi A4, BMW 6er-Serie oder Mercedes CLK - die strammen Mützen-Cabriolets kann man mittlerweile fast an einer Hand abzählen. Auch Volkswagen hat mit dem Eos eine durchaus sehenswerte Klappvariante auf den Markt gebracht, die sich zudem ebenso gut verkauft wie die Konkurrenzmodelle Opel Astra, Peugeot 307, Ford Focus oder Renault Mégane.
Das rundlich-bauchige Beetle Cabriolet zeigt, dass es auch ohne Klappdach geht. (© Foto: Volkswagen)
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Das rundlich-bauchige Beetle Cabriolet zeigt, dass es auch anders geht. Zwar befindet sich der Motor nicht wie beim alten Käfer-Cabrio im Heck, doch an ein Klappdach wäre bei ihm - schon strukturell - trotzdem nicht zu denken. Stattdessen trägt der Beetle seine Kopfbedeckung unzeitgemäß auf der Hutablage. Die Sicht nach hinten ist daher eine glatte Katastrophe. Im Gegensatz zum ähnlich unübersichtlichen Mini-Cabrio lassen sich die Volkswagen-Leute die sinnvolle Einparkhilfe übrigens mit 345 Euro extra bezahlen.
Ältliche Kopfbedeckung
Die Überraschung beim Beetle ist aber gar nicht mal so sehr das Stoffdach, sondern dessen manuelle Bedienung. Hier ist VW ein paar Jahre hinter der Zeit zurück. Das Dach muss umständlich per Drehgriff entriegelt und dann nach hinten geworfen werden. Doch damit ist es noch keineswegs getan: Die mächtige Dachkonstruktion will wie einst beim legendären Golf-Cabrio auch noch links und rechts eingerastet werden.
Das dauert und ist ärgerlich, wenn man die Haube bei einem plötzlichen Regenschauer schnell schließen möchte. Schon daher empfehlen sich ein wachsames Auge zum Himmel und das Verfolgen des Wetterberichts.
Oder man investiert 775 Euro. Dann schließt das Dach standsgemäß zumindest teilelektrisch.
Der Großteil der Beetle-Fans entscheidet sich seit der Markteinführung des neuen Modells für einen TDI-(Turbodiesel-)Motor. Aus zunächst 90 wurden im Laufe der Jahre 100 PS. Nicht wenig.
Aber nicht jeder Cabrioletfreund steht auf Diesel. Für alle, die für den immerhin 1,4 Tonnen schweren Beetle etwas mehr Pfeffer wollen, hat VW ein 1,8 Liter großes Turbotriebwerk im Regal. Das befeuerte ehemals Modelle wie den Audi A4, VW Passat sowie den Seat Leon und leistet beim offenen Wolfsburger 110 kW/150 PS. Die Höchstgeschwindigkeit liegt damit bei mehr als 200 km/h.
Gemütswagen
Volkswagen gibt einen Durchschnittsverbrauch von 8,2 Litern Super an, der sich in der Realität aber wohl kaum verwirklichen lässt. Je nach Tempo und ob man zum Beispiel mit geöffnetem Dach unterwegs ist, genehmigt sich der 2+2-Sitzer gerne mehr als zwölf Liter Super auf 100 Kilometern. Unter zehn Litern ist gar nichts zu machen.
Der rundlich-lustige Beetle ist das Richtige für die entspannte Sonnentour am Samstagnachmittag - nichts jedoch für richtig flottes Kurventempo. Das Fahrwerk ist komfortabel, die Karosserie alles andere als verwindungssteif und das Geräuschniveau bei offenem und geschlossenem Dach immer präsent.
Der hohe Schwerpunkt und das etwas hakelige Getriebe verhindern, dass man Kurven mit allzu viel Dampf angeht. Im Grenzbereich untersteuert der Beetle zahm wie ein Lamm. Nein, auf Bergstraßen braucht man den Turbobenziner wirklich nicht. Zumal der Vorderradantrieb in engen Passagen nervös am Steuer zupft.
Dafür ist man auf der Autobahn flott unterwegs, hat jedoch nie den Eindruck, wirklich schnell zu sein. Ab 170 km/h tut sich denn auch nicht mehr viel. Dass es auch im Galopp alles andere als leise zugeht, daran ist besonders das betagte Fünfgang-Getriebe schuld. Hier fehlt ein sechster, energiesparender Gang, der zudem die Ohren schont.
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