Transporter wie der Mercedes Sprinter kämpfen um ihren Ruf, denn kein anderer Fahrzeugtyp hat ein ähnlich hohes Unfallrisiko. Nun will der Hersteller gegensteuern.
Wer ist eigentlich König der Straße? Ein rollendes Landschloss wie der Range Rover oder eine Trutzburg wie der neue Mercedes GL? Solche XXL-Geländewagen beeindrucken vielleicht Kleinwagenfahrer, aber ein Mercedes Sprinter begegnet dem automobilen Oberhaus lässig auf Augenhöhe. Nicht nur wegen der erhabenen Sitzposition und des bildfüllenden Formats. Der gar nicht kleine Kleintransporter kann sich auch beim Leistungsgewicht sehen lassen.
Eine andere Variante des Sprinters: Auf der Caravan-Messe in Düsseldorf wurde ein Campingmodell präsentiert. (© Foto: dpa)
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Luxus-Geländewagen schleppen mehr als zwei Tonnen Wohlstandsspeck mit sich herum. Ein durchtrainierter Sprinter wiegt unbeladen weniger und er bringt bis zu 182 Diesel-PS auf die Straße. Mit Turbolader, Common-Rail und modernster Piezo-Einspritzung macht er seinem Namen alle Ehre. Die flotte, Pkw-ähnliche Fahrweise ist Grund für den Erfolg - und das größte Problem.
Sehr hohes Unfallrisiko
Vor zwei Jahren wären die rasenden Kisten beinahe per Gesetz eingebremst worden. "Kleinlaster sind Zeitbomben", erklärte der damalige Leiter des Münchner Instituts für Fahrzeugsicherheit, Johann Gwehenberger, "keine andere Fahrzeugart hat ein gleichermaßen hohes Unfallrisiko." Alarmierend sei die steigende Zahl von Autobahnunfällen, bei jedem fünften läge die Geschwindigkeit jenseits von 130 km/h.
Die schlimmsten Unfälle geschehen, wenn übermotorisierte Kleintransporter bei hohem Tempo scharf bremsen müssen. "Die kinetische Energie eines beladenen 3,5-Tonners bei 120 km/h ist doppelt so hoch wie die eines Pkw und höher als die eines 7,5-Tonnen-Lkw bei 80 km/h", erklärte der Experte.
Beim Bremsen verrutsche die vielfach schlecht oder gar nicht gesicherte Ladung, ungeübte Fahrer verlören leicht die Kontrolle und verursachten häufig Unfälle mit gravierenden Folgen. Laut einer Dekra-Studie wurde die Hälfte der Fahrer bei den untersuchten Zusammenstößen schwer oder tödlich verletzt.
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Spiel gegen Düsseldorf wird nicht wiederholt