Motor Show in Detroit Diesel soll den Durchbruch bringen

Was die deutsche Autoindustrie dem Hybrid-Erfolg in den USA entgegenzusetzen hat.

Von Von Michael Kuntz

Die deutsche Autoindustrie will 2007 auf dem umkämpften, leicht rückläufigen nordamerikanischen Automarkt wieder gegen den Trend wachsen und erneut Marktanteile gewinnen. Bernd Gottschalk, der Präsident des Branchenverbandes VDA, begründete bei der Automesse in Detroit seine Zuversicht mit einer hinsichtlich Emissionen und Verbrauch maßgeschneiderten Modellpalette "für die US-Kundschaft, die händeringend nach adäquaten Antworten auf den binnen 24 Monaten um 30 Prozent auf über 2,30 Dollar gestiegenen Preis pro Gallone Kraftstoff sucht".

Die deutschen Hersteller wollen ihren so genannten sauberen Diesel nun auch in Nordamerika salonfähig machen. Das ist ihre Antwort auf den Hybrid-Erfolg von Toyota. Diese Technologie setzt auf eine Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotoren, die hiesigen Hersteller werden sie erst von 2008 an bringen.

Zuwachs ohne Rabattschlachten

Der jetzt von mehreren Firmen unter dem gemeinsamen Logo "Bluetec" angebotene "Clean Diesel" verbrauche ein Viertel weniger Kraftstoff als ein Benzinmotor. Die neuerdings in den USA vorgeschriebene verbesserte Kraftstoffqualität mit drastisch gesenktem Schwefelanteil helfe, "unseren Motoren den Durchbruch zu verschaffen", so Gottschalk.

Bis zum Jahr 2010 werde sich der Dieselanteil in den USA auf 7,5 Prozent verdoppeln. 2006 konnten die Deutschen in dem um drei Prozent auf 16,5 Millionen Fahrzeuge geschrumpften Markt Nordamerika sechs Prozent auf 921.000 Einheiten zulegen. Und zwar ohne Beteiligung an "zerstörerischen Rabattschlachten", betont Gottschalk.

Die Exporte in die USA haben sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht und betragen 14 Prozent aller Pkw-Ausfuhren. Sie machen ein Drittel der Gesamtausfuhr in die USA aus. Jeder zwölfte Arbeitsplatz der Autoindustrie hängt am US-Markt.

Hohe US-Preise für importiete Autos

Das ist so, obwohl 27 Prozent der Fahrzeuge innerhalb der nordamerikanischen Freihandelszone Nafta produziert werden. Die deutschen Autozulieferer betreiben sogar 250 Produktionsstätten in der Region und liefern dennoch für drei Milliarden Euro pro Jahr in die USA.