Interview: Jürgen Wolff

Frank Weber, bei General Motors zuständig für das Elektroauto-Projekt Volt, über Zeitpläne, schwere Batterien, ordentliche Reichweiten, globale Märkte - und die sinnliche Lust, elektrisch zu fahren.

Der Wiesbadener Ingenieur Frank Weber, 41, managt bei General Motors in Detroit die Entwicklung des elektrisch fahrenden Chevrolet Volt. 2010 soll das Auto auf den Markt kommen.

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GM-Manager Frank Weber: "Der Volt soll 2010 an den Start gehen" (© Foto: GM)

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sueddeutsche.de: Herr Weber, wie sieht der Zeitplan für den Volt nun aus? Wann dürfen wir zum ersten Mal elektrisch fahren?

Frank Weber: Unser Zeitplan ist relativ simpel. Seit Ende Mai sind die Komponenten, die bereits Produktionsstandard haben, in einen alten Chevrolet Malibu eingebaut und werden auf dem Prüffeld bewegt. Der reguläre Produktionsstart des Volt ist unter dem Chevrolet-Label auf Ende 2010 ausgerichtet. Wir haben jetzt die ersten fahrenden Prototypen mit dem Batteriepaket, den Elektromotoren und der Motorkonfiguration. Auch das Design ist bereits eingefroren. In der zweiten Hälfte 2008 werden wir Autos bekommen, die dann schon die endgültige Unterbodenstruktur und die Antriebskomponenten haben. 2009 folgen die ersten richtigen Prototypen. Die sehen dann auch schon weitgehend so aus, wie der Volt zum Start aussehen wird. Zwei Sommer, zwei Winter - dann geht das ganze in die Produktion.

sueddeutsche.de: Wann kommt das Auto nach Europa?

Weber: Wenn eine neue Technologie eingeführt wird, ist der Aufwand größer als sonst. Batterien, Händler, Werkstätten, Logistik - alles muss sich erst einmal darauf einstellen. Aber der Start in Europa wird zeitnah hinter dem US-Launch erfolgen. Auch Opel wird die Technik anbieten. Bis 2012, wie vielfach kolportiert, muss man sicher nicht warten.

sueddeutsche.de: Was ist also unter "zeitnah" zu verstehen?

Weber: "Zeitnah" heißt für uns: im ersten Jahr nach dem Produktionsstart.

sueddeutsche.de: Wie weit sind die Batterien?

Weber: Die Packs, die in den Volt eingebaut werden, sind die größten massengefertigten Lithium-Ionen-Batterien ihrer Art. Die Zellen haben in etwa die Größe eines halben DIN A4-Blatts und sind so weit fertig. Wir arbeiten in diesem Bereich mit LG in Korea und A123Systems in den USA zusammen. Die Aufgabe ist: Wie können Sie aus 250 und mehr Batteriezellen ein Paket schnüren, das robust ist und mindestens 200.000 Kilometer hält?

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