Internet-Autoverkauf Der große Bluff

Vor einer raffinierten Betrugsmethode beim grenzüberschreitenden Autoverkauf im Internet hat das Sozialministerium in Schleswig-Holstein gewarnt.

Der Trick funktioniere mit Hilfe von nicht gedeckten Schecks oder rückgebuchten Überweisungen, teilte das Ministerium am Freitag in Kiel mit. Auf diese oder ähnliche Weise entstand laut Bundeskriminalamt allein für das Jahr 2004 ein Schaden von rund 1,5 Millionen Euro.

Verbraucher, die ihr Auto in einem Gebrauchtwagen-Internetportal anbieten, würden von Vermittlern aus dem Ausland ein äußerst lukratives Angebot erhalten, erläuterte das Ministerium. "Nimmt der Verkäufer das Angebot an, bekommt er einen Scheck oder eine Überweisung mit einem wesentlich höheren Betrag als vereinbart", sagte der Referatsleiter Verbraucherschutz, Bartelt Brouer.

Aussichtslose Fahndung

Der Verkäufer werde daraufhin gebeten, die Differenz auszuzahlen. Erst später erweise sich der Scheck als nicht gedeckt, oder die Überweisung werde zurückgebucht. Der mittlerweile überwiesene Differenzbetrag und das Auto seien verloren.

Das Aufspüren der Betrüger gestaltet sich laut Ministerium äußerst schwierig und ist in den meisten Fällen aussichtslos. "Das Problem ist das grenzüberschreitende Geschäft, das den Prozess sehr zäh macht", sagte Brouer.

Etwa 7,5 Millionen gebrauchte Pkw wechselten den Angaben zufolge 2005 den Besitzer, bereits jedes dritte Auto werde über das Internet verkauft.