Von Von Jürgen Wolff

Auch wenn Hersteller und Veranstalter noch schnell versuchen, dem Genfer Automobilsalon einen grünen Anstrich zu verpassen: Die Ökodebatte hat sie kalt erwischt. "Öko" sind die wenigsten neuen Autos auf der Show.

Schein und Sein klaffen auch in den Messehallen der Genfer Palexpo weit auseinander. Warum sollte es dort auch anders sein als im realen Leben vor den Toren? Feinstaubrichtlinie und Klimakatastrophe bestimmen zwar seit Wochen in ungewohnter Heftigkeit die öffentliche Diskussion.

laster im raps; archiv

.Jeder vierte Autofahrer könnte sich den Kauf eines Hybrid-Autos vorstellen. (© Foto: AP)

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Und man könnte fast vergessen, dass Kraftwerksschlote, Zentralheizungen und Kettenraucher mehr Staubpartikel und CO2 emittieren als die ganze Autoflotte zusammen. Das Auto gilt als Umweltsau. Otto Autofahrer ist entrüstet, gibt sich in Meinungsumfragen brav in der Wolle grün gefärbt - und fährt mit dem SUV zum Zigarettenholen, sobald der Mann von Infratest den Telefonhörer wieder aufgelegt hat.

Billige Polemik? Zwei Nachrichten vom gleichen Tag: Jeder vierte Autofahrer könnte sich den Kauf eines Hybrid-Autos vorstellen, zitiert die Automobilwoche online eine Untersuchung des Reifenherstellers Continental. Und vermeldet einen Bildschirmhöhe weiter oben die Zulassungszahlen für den Februar 2007 und deren Botschaft: "Bei einem rückläufigen Markt sind lediglich die Segmente der Sportwagen und der Geländewagen gewachsen."

Da verwundert es nicht, dass auch in Genf nur wenig neue Autos stehen werden, deren Motor und Konzept nicht auf konventionellen Techniken beruht. Und die nicht auf Spaß und Kraft, sondern auf ein ruhiges Gewissen getrimmt sind. Die Tour de Salon ist also wie alle Jahre wieder vor allem eine Tour de Lust & Leidenschaft.

Mehr Power und mehr Spaß

Bei Audi zum Beispiel wird der A5 stehen: "Der vielleicht schönste Audi, der je gebaut wurde," ist vorab zu lesen. Und das kein halbes Jahr nach der Präsentation des R8. Sei's drum: Bildschön ist das Coupé aus Ingolstadt in der Tat. Und kräftig. Schon der Einstiegsmotor hat 170 PS. Und auch das zweite Highlight am Audistand ist nicht gerade ein Sparschwein: ein Q7 mit V8-Diesel und 326 PS.

So wie Audi halten es die meisten Hersteller: mehr Power und mehr Spaß. Wenn man sie effizienter gewinnen kann - um so besser. Bei BMW stehen die überarbeiteten Versionen der 1er- und 5er-Baureihe im Mittelpunkt. Die immerhin sollen - nun mit Direkteinspritzung statt Saugmotor - bis zu zwölf Prozent Benzin weniger verbrauchen. Obwohl die Leistung von 258 auf 272 PS gewachsen ist.

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