Ein Sternenkreuzer als Ladenhüter? Das darf nicht sein - weswegen es den Reise-Benz auch mit Heckantrieb und sieben Sitzen gibt. Ob es dem schleppenden Verkauf hilft?
Falls man einmal ein Gespräch mit einem Mercedes-Manager schnell beenden möchte, braucht man ihn nur auf die Verkaufszahlen der R-Klasse in Deutschland anzusprechen. Er wird wahrscheinlich zur Salzsäule erstarren, einen Herzanfall vortäuschen oder sich kurz ins Badezimmer entschuldigen und dort aus dem Fenster abseilen. Das Kraftfahrt-Bundesamt zählte von Januar bis Mai diesen Jahres knapp 1700 neu zugelassene R-Klassen, nur rund 500 mehr als bei der GL-Klasse. Die E-Klasse brachte es im gleichen Zeitraum auf fast 25.000 Neuzulassungen.
Ein stattliche Erscheinung - nur ein Auftritt ohne klare Zielgruppe. Für Mercedes-Benz-Verhältnisse ist der R ein Flop. (© Foto: Pressinform)
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Der einst so genannte "Grand Sports Tourer" hat also auch mehr als ein Jahr nach seiner Markteinführung schwer zu kämpfen. Das mag einer der Gründe sein, weshalb VW das Projekt "Tourer", gedacht als Konkurrent zur R-Klasse, vorzeitig begraben hat.
Mittlerweile ist der Begriff "Grand Sports Tourer" aus dem Mercedes-Vokabular verschwunden. Die R-Klasse hat sich aufs Gruppenfoto der SUV-Familie gemogelt. Dabei hat der "SUV-Tourer" mit G, GL oder ML nichts gemeinsam. Selbst den Allradantrieb gibt es nicht mehr automatisch - man kann die R-Klasse ab Herbst auch als reinen Hecktriebler bekommen. Der Preis sinkt dafür auf 46.707 Euro (R 280 mit kurzem Radstand).
Der 4+2-Sitzer wandelte sich zum 5+2-Sitzer
Eine weitere Änderung fand im Innenraum statt. Bislang gab es den Sternen-Kreuzer nur als 4+2-Sitzer, jetzt finden auf der neuen Rückbank auch drei Personen Platz. Theoretisch jedenfalls - denn der mittlere Sitz ist so schmal, dass man dort nur völlig ohne Seitenhalt und reichlich unbequem auf den Wangen der äußeren Sitze hockt. Viel besser lässt sich der Sitz als Mittelarmlehne nutzen. Besonders bequem ist die Armauflage mit dem harten Kunststoff aber auch nicht.
Geradezu fürstliche Platzverhältnisse haben dagegen die äußeren Fond-Passagiere, vor allem in der R-Klasse mit langem Radstand. Die Kopf-, Knie- und Seitenfreiheit ist fantastisch. Die Kniefreiheit lässt sich noch erheblich erweitern, wenn man die beweglichen Fondsitze nach hinten schiebt. Als Luxus-Taxi oder Hotel-Limousine eignet sich die R-Klasse perfekt. Auf der neuen Rückbank lassen sich aber auch drei Kindersitze nebeneinander befestigen. Die ausklappbaren Sitze sechs und sieben dagegen sind für Erwachsene auf Dauer unbequem, vor allem wegen der dürftigen Kopffreiheit.
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Dieses Auto ist so ignorant an seiner Zielgruppe vorbeigeplant, dass es zum Himmel schreit. Wer kauft sich einen denn einen Van? Richtig, die Familie mit zwei, drei oder mehr Kindern und vielleicht noch einem Hund dazu. Hat sich vielleicht irgendjemand bei Mercedes mal Gedanken darüber gemacht, dass sich 99% dieser Zielgruppe so ein Auto gar nicht leisten können? Bei einem Basispreis von fast 50.000 Euro wird sich der Rest der Interessenten mit Grausen eher einem Geländemercedes zuwenden als zu diesem "Ding". Zu allem Überfluss ist die R-Klasse nämlich auch noch das Hässlichste, was es mit einem Stern auf der Haube zu kaufen gibt.
diese Kiste ist der bescheuertste Audruck der Automobilindustrie Nichts aber auch Garnichts
dazugelernt zu haben. Müssen wirklich erst Obergrenzen politisch befohlen werden, bevor
diese Schwachköpfe zeitgerechte Autos bauen.
Die eigentliche überraschung ist, wenn man mal darin hinten Platz nimmt. Man sitzt einfach schlecht. Sie glauben nicht, daß man in einem so teuren Mercedes schlecht sitzt? Freunde wollten es auch nicht glauben, bis sie es ausprobiert haben - und erstaunt beipflichteten. Da sitzt man in jeder B-Klasse besser.
Außerdem ist das "Auto" viel zu schwer für die gebotenen Platzverhältnisse. 2195 kg für das Basismodell R280 CDTI ohne Allrad ist jenseits von Gut und Böse.
aber als ich diesen Traumwagen dann nicht nur auf einem USA Photo sondern in Natura bewundern durfte, bin ich schnell in Richtung E-Klasse verschwunden.
Diese große Kiste ist vielleicht USA tauglich aber, wie das so immer ist, nicht weltweit ein Verkaufsschlager.
Ich glaube nicht, dass das Aussehen das Problem ist. Da gibt´s hässlichere Autos die sich auch verkaufen.
Das Problem ist meiner Meinung nach einfach, dass das Konzept nichts taugt. Wer braucht bitte so ein Riesenschiff, mit dann doch recht wenig Platz, hohem Preis, Unterhalt und Verbrauch.
Eigentlich wirklich nur Taxifahrer mit Ambitionen im Luxussegment und die paar Leute, die mit vier Erwachsenen und Gepäck häufig auf der Langstrecke unterwegs sind. Da wundert es einen ja fast noch, dass überhaupt so viel von dem Teil verkauft werden.
Nun ja, war wohl einer der weniger gelungenen Versuche, die alle Autofirmen hin und wieder abliefern. Wäre ja auch komisch, wenn das in der Branche nicht passieren würde. Auch bei uns wird nicht jedes Projekt so erfolgreich wie ich mir das im Vorfeld so gedacht habe.
Don Vito
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