Deutschlands Autohersteller erobern die Straßen der Hauptstadt - erstmals mit Elektroantrieb.
Wenn heute von der Autobranche die Rede ist, fällt meist das Wort Krise. Und doch hoffen nicht nur die Hersteller, sondern glaubt auch die Bundesregierung, dass der Individualverkehr eine Zukunft hat. Alle setzen auf das Elektroauto. Eine Million davon sollen in naher Zukunft auf Deutschlands Straßen rollen. Doch woher kommt der Strom für sie? Und gibt es nicht noch effizientere Alternativen zum Verbrennungsmotor?
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Das Auto hat den Menschen Freiheit und Unabhängigkeit beschert. Soll das so bleiben, muss das Auto unabhängig vom Benzin werden: Highway in den USA (© Foto: afp)
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Andere fahren mit Litern, dieser hier mit Kilowattstunden. Andere haben hinter dem Lenkrad einen Tachometer, dieser hier eine Ladeanzeige. Andere machen Lärm, dieser hier produziert Stille. Ein winziges "E" macht den Unterschied: Dieser hier, das ist der BMW Mini E, ein elektrisches Auto, das demnächst auf den Straßen Berlins rollen soll. "Kein einizges Gramm Kohlendioxid" stoße dieses Auto aus, schwärmt BMW-Chef Norbert Reithofer. Zumindest, solange es nicht mit Kohlestrom unterwegs ist.
In Brüssel bekämpfen Deutschlands Autohersteller derzeit Klimaauflagen für ihre Fahrzeuge, in Berlin aber bringt einer nach dem anderen die nächste Generation des Automobils auf die Spur. 50 Minis will BMW anrollen lassen. Der Energiekonzern Vattenfall stellt ebenso viele Stromtankstellen auf; schlanke, silberne Säulen. Per Kabel lässt sich der Mini hier volltanken, eine Chipkarte regelt die Abbuchung.
Am Dienstag stellten BMW und Vattenfall das neue Projekt in Berlin vor. Seit Juni arbeiten Volkswagen und Eon für ein Pilotprojekt in Berlin zusammen, im September hatte Daimler einen Modellversuch in der Hauptstadt angekündigt. Der Stuttgarter Konzern will 100 Elektro-Mercedes und -Smarts einsetzen, Vattenfall-Konkurrent RWE baut 500 Zapfsäulen. "Wir haben das Automobil erfunden", prahlte seinerzeit Daimler-Chef Dieter Zetsche, "jetzt erfinden wir es neu."
Teures Öl, bessere Batterien
So viel ist freilich auf den ersten Blick nicht neu zu erfinden. Äußerlich unterscheidet sich das Elektroauto in nichts von seinem Bruder mit Verbrennungsmotor. Nur hat es keinen Tank, sondern einen Akku. Der Motor basiert nicht auf Verbrennung von Kraftstoffen, sondern auf dem simplen Konzept von Spule und Magnetfeld, eben einem Elektromotor. Die Variante ist alt: Als das Automobil gerade erst erfunden war, lagen Kraftstoffe und Strom schon einmal im Wettstreit. Nicht zufällig fuhr ein Elektromobil als erstes schneller als 100 Stundenkilometer - 1899. Doch der Strom ließ sich nicht so gut speichern wie der Sprit. Verbrennungsmotoren setzten sich durch.
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Umweltstiftung WWF in der Kritik
Ich kann nicht glauben, dass die deutsche Medienlandschaft, inkl. der SZ, ueber die E-Minis berichtet ohne auch nur mit einem einzigen Wort zu erwähnen, dass in Norwegen viele Elektroautos als ganz normale Alltagsfahrzeuge fahren. Allein in Oslo sind es mehr als 1000. Es gibt einige Sonderrechte, keine Maut, kostenfreies Parken auf öffebtlichen Parkplätzen und einige Extrasteckdosen in Parkhäusern. Und zwar ganz normale Steckdosen, keine extra Stromtankstellen.
So einfach, so effektiv und keiner merkt es. Wenn aber ein viel zu schwerer und ineffektiver Mini mit viel Tamtam durch Berlin gefahren wird, wird es eine Riesenstory.
Ein bisschen Recherche hat noch keinem geschadet:
http://www.elbilnorge.no/index.php?name=News&file=article&sid=7&bakgrunn=english
http://www.think.no/think
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,540206,00.html
Ich bezweifle, dass der Verbrauch bei einem Elektroauto genauso mit der maximalen Leistung skaliert wie bei einem Verbrennungsmotor. Die größere innere Reibung des Motors aufgrund von größerem Hubraum entfällt. Wie ist der Wirkungsgrad eines Elektromotors abhängig vom Anteil der momentanen Leistung an der maximalen Leistung?
Sollte das Elektroauto tatsächlich die Möglichkeit haben beim Bremsen einen Teil der kinetischen Energie wieder in Strom umzuwandeln, und damit die Batterien zu laden, dann geschieht das sicherlich auch über den Motor. Das heißt die maximale Leistung des Motos währe dann auch die maximale Bremsleistung der Energierückgewinnung.
Für ganz spezielle Anwendungen mag das ja sinnvoll sein (Stadtverkehr mit vielen Kurzstrecken). Dafür währe aber eine Energierückgewinnung sicherlich sinnvoll.
Für die meisten ist so etwas aber Uninteressant. Mit einem Auto kauft man in erster Linie Möglichkeiten. Und die sind bei einem Elektroauto halt sehr begrenzt. Nicht nur wegen des Stauraumes. Ich glaube nicht dass man damit Strecken 800 km zurücklegen kann, ohne Zwischendurch für ein paar Stunden an die Steckdose zu müssen.
Sie haben natürlich recht, 100 PS sind für die Stadt auch viel zu viel. Ein leichtes Elektroauto mit entsprechend optimiertem Getriebe würde auch mit deutlich weniger Leistung zügig im Verkehr mitschwimmen. Hoffe, dass sich in diese Richtung bald was tut, bis dahin werde ich versuchen, mein aktuelles 8-Liter-Auto möglichst oft stehen zu lassen und noch mehr mit dem Fahrrad zu erledigen.
@McKiri:
Du sprichst genau das grundlegende Problem an:
Autos werden nach ihrer Leistung (kW/PS) bemessen und bewertet.
Die eigentliche Leistung eines Automobils ist doch, eine (oder in wenigen Fällen) eine Person von A nach B zu transportieren. Sicher, den Witterungsverhältnissen entsprechend warm+trocken. Sicher spielt auch der Komfort eine Rolle und auch die Geschwindigkeit. Die bei unseren Verkehrsdichten relativ unabhängig von der PS-Stärke ist.
Beim Transport von A nach B gibt es leider viel Blast, der in den vergangenen Jahren auch noch enorm zugenommen hat:
Ca. 1,5 t !!
Das ist viel Metall (bedingt durch die Sicherheitsanforderungen bedingt durch die mögliche Endgeschwindigkeit).
Viel Schnickschnack: Sitzheizungen, Motoren für Fenster, Spiegel, Sitze etc.
Paging