Der Audi 50 hatte als Luxusausgabe des VW Polo nur ein kurzes Leben. Umso seltener ist der Kleinwagen heute - und umso größer die Freude von Christian Berge, das Auto seiner Jugend in der Garage zu haben.

In der Serie "Blech der Woche" stellt die Redaktion von sueddeutsche.de Old- und Youngtimer vor - frei nach den Motti: Alte Liebe rostet nicht, oder: Liebe geht durch den Wagen. Schließlich ist die Beziehung von Mensch und Maschine eine unendliche Geschichte voller Leidenschaften.

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Der Audi, der eigentlich ein VW war: Audi 50 (© Foto: Carsablanca)

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Wer sein Auto für mehr als ein Fortbewegungsmittel hält, hat meist zu seinem allerersten Gefährt eine besondere Beziehung, die er nie ganz vergisst. Auch Carl-Christian Berge (sunburst) ist da keine Ausnahme: "Bei mir kam noch hinzu, dass ich mein erstes eigenes Auto aus Familienbesitz übernommen habe. Der Audi 50 hat zuvor meiner Mutter gehört und war somit das Auto meiner Jugend."

Im Grill die vier Ringe, auf der Heckklappe den Audi-Schriftzug, aber in Wirklichkeit ein VW: Der Audi 50 wurde nie in Ingolstadt gebaut, sondern lief bei VW von den Bändern, gemeinsam mit seinem Konzernbruder Polo, der ihn um Jahrzehnte überleben sollte. Dennoch wollte Carl-Christian Berge keinen Polo, sondern suchte drei Jahre lang gezielt nach einem Audi 50, und zwar nach einem ganz bestimmten: "Rallyegelb sollte er sein, genau wie mein erster. Und das allein machte die Sache schon nicht einfach."

Doch zum Glück gibt es inzwischen für fast alle Fahrzeugvarianten Fans, die sich in Vereinen und Interessengemeinschaften organisieren. Im Internet fand Berge Kontakt zur IG der Audi 50 Freunde und bat den Vorsitzenden Michael Höcker um Vermittlung, sollte einmal ein rallyegelber Audi 50 auftauchen. Das war im Sommer 2004.

Viel Hoffnung machen konnte der Fachmann dem Interessenten nicht, denn diese Farbe war auf dem kleinsten Audi nie besonders verbreitet. "Aber ich habe ihm zugesichert, sollte ich ein solches Exemplar finden, lasse ich es ihn wissen", erinnert sich Michael Höcker. Doch als dieser Fall im Juli 2007 tatsächlich eintrat, wollte der IG-Vorsitzende den Wagen eigentlich doch lieber behalten: "Wir wurden kurz nach unserem Auftritt auf der Oldtimermesse Techno Classica im April 2007 vom Besitzer kontaktiert. Er bot uns ...

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