Süddeutsche Zeitung

München heute:Debakel um die zweite S-Bahn-Stammstrecke / Ist der Flughafen bereit für die Ferienzeit?

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Nachrichten und Lesenswertes aus der Stadt.

Von René Hofmann

Wenn es darum geht, wie die öffentliche Hand durch Pannen und Verzögerungen bei der Planung eines Großprojekts Geld verbrennt, hat sich hierzulande ein Kürzel eingeprägt: BER. Der Code des Berliner Großflughafens wurde zum Synonym dafür, dass über lange Zeit vieles gewaltig schiefgeht, am Ende alles wesentlich teurer wird und dennoch nur leidlich funktioniert. Das Kürzel BER ist am Donnerstag in München oft gefallen. Denn in der Stadt, die so stolz darauf ist, dass in ihr so vieles so gut funktioniert, bahnt sich ein Infrastrukturdesaster an, das den BER noch in den Schatten stellen könnte.

Die Kosten für die zweite S-Bahn-Stammstrecke explodieren. Von den kalkulierten 3,8 Milliarden Euro sollen sie anwachsen auf 7,2 Milliarden Euro. Und die ersten Züge sollen nicht wie gedacht 2028 durch den Tunnel rollen, sondern erst 2037 - das wäre zwanzig Jahre nach Baubeginn. Errechnet hat all das das bayerische Verkehrsministerium, das zwar eng in das Projekt eingebunden ist, von der Deutschen Bahn aber offenbar keinen Einblick erhält, wie es genau um den Baufortschritt steht. 60 Prozent der Kosten wiederum soll der Bund übernehmen. Dessen Verkehrsminister, Volker Wissing (FDP), aber lässt einen lange terminierten Krisengipfel zu dem Thema kurzfristig schnöde platzen. Eine völlig "entgleiste Planung", wie mein Kollege Andreas Schubert kommentiert.

Der ganze Vorgang ist denkwürdig, er wird nicht nur München noch lange beschäftigen. Die zweite Stammstrecke ist nicht nur ein gewaltiges Infrastrukturprojekt (SZ Plus). Sie soll der chronisch überlasteten S-Bahn die dringend benötigte Entlastung bringen, ohne die die viel beschworene Verkehrswende nicht glücken kann. Ohne die wiederum wird München seine Klimaziele nie erreichen. Deshalb geht es in der Stadt um mehr als beim BER.

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