Süddeutsche Zeitung

München heute:Hebammenmangel / Besuch bei einem Impfarzt / Letzte Kutscherei in München

Nachrichten und Lesenswertes aus der Stadt.

Von Francesca Polistina

Wenn man frisch gewordene Mütter fragen würde, was ihnen in der Schwangerschaft und im Wochenbett besonders geholfen hat, würden viele antworten: die Betreuung einer Hebamme. Die Hebammen sorgen sich intensiv um die Frau und das Kind, sie sind da, um alle Fragen rund um die Geburt zu beantworten und die Familien in der neuen Situation zu unterstützen. Erst recht in der Corona-Zeit, wenn die Kontakte mit Familie und Freunden reduziert sind.

Nicht in allen Ländern Europas ist die Figur der niedergelassenen Hebamme verbreitet: In Italien zum Beispiel, wo ich herkomme, arbeiten die meisten von ihnen im Kreißsaal, die Vor- und Nachsorge im Hausbesuch ist nur in seltenen Fällen vorgesehen. Umso mehr sollte man sich in Deutschland freuen, dass Wöchnerinnen hierzulande so kompetent betreut werden - wenn das ganze System nur funktionieren würde.

Denn das Problem ist: Der große Hebammenmangel führt dazu, dass immer mehr Schwangere ohne Betreuung bleiben, obwohl sie gerne eine Hebamme an ihrer Seite hätten. Die Situation ist besonders in Großstädten angespannt. In München sollte man sich laut einer Hebamme spätestens in der siebten Woche auf die Suche begeben - wenn das erste Trimester, nämlich die kritische Phase einer Schwangerschaft, noch nicht vorbei ist und die meisten Verwandten und Freunde die erfreuliche Nachricht noch nicht erfahren durften.

Mein Kollege Simon Garschhammer hat mit Myriam Klee gesprochen, die mit Zwillingen schwanger ist (SZ-Plus). Erst in der zwölften Woche, nachdem die Gynäkologin ihr versicherte, dass alles nach Plan verläuft, kam für sie der Moment, um sich um die Wochenbett-Betreuung zu kümmern. Zu spät, wie sie schnell herausfinden musste. Am Ende kontaktierte sie mehr als hundert Hebammen - und nur über Freunde von Freunden fand sie endlich eine. Sie hatte Glück, viele andere leider nicht.

DER TAG IN MÜNCHEN

"Die Leute drängeln" Bei Hausärzten wie Andreas Durstewitz steht das Telefon nicht still, die Nachfrage nach Impfungen ist riesig. Doch bisher fallen die Lieferungen knapp aus - und der Beratungsbedarf ist vor allem bei einem Hersteller groß (SZ-Plus).

Wie Münchner Lokale umweltfreundlicher werden sollen Die Zeit drängt: Bald darf die Gastronomie kein Wegwerf-Geschirr mehr ausgeben. Fünf Mehrweg-Pfandsysteme gibt es bereits, jetzt will auch die Stadt helfen.

Stadt untersagt Pläne für Sanierung der Menterschwaige Die Behörde verweigere ihre Genehmigung vor allem aus Denkmalschutzgründen. Der örtliche Bezirksausschuss indessen will den Neubau zur Rettung des Biergartens in Kauf nehmen.

37 Bewohner bitten Stadt um Hilfe - die macht einen Rückzieher Trotz einer schriftlichen Ankündigung des SPD-Chefs im Rathaus übt der Stadtrat sein Vorkaufsrecht für ein Haus in der Esswurmstraße nicht aus. Woher der plötzliche Sinneswandel bei den Politikern kommt.

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