Wenn es dunkel wird über der Wiesn

Nachdem sich die Dämmerung über die Theresienwiese gelegt hat, ist das Oktoberfest am schönsten.

Eine Bildergalerie mit leuchtenden, glitzernden und blinkenden Motiven.

Von Verena Wolff und Robert Haas
26. September 2022 - 3 Min. Lesezeit

Am schönsten ist die Wiesn, wenn es dunkel wird – die Zelte voller, aber die Fahrgeschäfte ein bisschen leerer. Das ist die beste Zeit, Richtung Riesenrad zu schlendern und sich gemächlich nach oben befördern zu lassen. 50 Meter über dem Geschehen ist der Ausblick über die Festwiese und München eindrucksvoll, wenn auch nicht ganz so hell erleuchtet wie in den Jahren zuvor. Vor allem aber ist es: ruhig. Nur ein undefiniertes Rauschen vom Lärm der Zehntausenden Feiernden am Boden kommt in den Holzgondeln hoch über der Festwiese an.

Doch nicht nur das Riesenrad mit seinen 32 Gondeln, in denen insgesamt knapp 200 Menschen Platz finden, ist in der Nacht ein Erlebnis. Auch viele andere Fahrgeschäfte haben ihren ganz besonderen Reiz, nachdem sich die Dämmerung über die Theresienwiese gelegt hat.

Der „Kettenflieger Bayern Tower“ zum Beispiel, das bei Tageslicht aussieht wie ein überdimensionierter Maibaum. 90 Meter hoch ist das Kettenkarussell. Rasant geht es in den Zweier-Gondeln Richtung Himmel, mit zwei Metern pro Sekunde werden die Sitze nach oben gezogen. Mit bis zu 65 Stundenkilometern ist man auf dem Rundflug über die Theresienwiese unterwegs. Schwindelfreiheit ist nicht von Nachteil. Höhenangst schon.

Doch so eindrucksvoll die 180 Fahr-, Schau- und Belustigungsgeschäfte – so die offizielle Bezeichnung – in der Nacht auch aussehen – in Zeiten von Gasknappheit und steigenden Energiepreisen stehen Festbeleuchtung und allgemeiner Stromverbrauch in der Kritik.

Im Internet fordert so mancher, dass die in der Stadt geltenden Sparmaßnahmen auch für das Oktoberfest gelten sollten. In München werden derzeit Schwimmbäder runtergekühlt, Saunen bleiben geschlossen, die Beleuchtung historischer Gebäude ist nachts abgeschaltet. Eine Nutzerin fordert auf Twitter etwa: „Macht dem Oktoberfest das Licht aus.“ Beim Mondlicht und anderen Fahrgeschäften aber brennen sie weiter.

Klar ist: Energiesparen geht anders. Der Stromverbrauch in den zwei Wiesn-Wochen liegt bei knapp drei Millionen Kilowattstunden – für den Betrieb der Festzelte, Fahrgeschäfte und Buden sowie die Beleuchtung. Dieser Wert entspricht in etwa 15 Prozent des Münchner Tagesbedarfs oder dem jährlichen Bedarf von 1200 Haushalten. Ein großes Festzelt benötigt dabei im Durchschnitt eine Leistung von 400 Kilowatt, ein Fahrgeschäft etwa 300 Kilowatt.

Die Stadtwerke liefern Öko-Strom und Gas, auf der Wiesn gibt es ein eigenes Versorgungsnetz mit teils unterirdischen Trafostationen. Zwar zahlen die Wirte in diesem Jahr noch nicht mehr für Strom oder Gas, denn die Preise sind schon lange im Voraus verhandelt. Trotzdem haben sie angekündigt, als Beitrag zum Energiesparen etwa auf Heizpilze draußen zu verzichten.

Münchens Oberbürgermeister sagte jüngst im SZ-Interview, nach Auskunft der Stadtwerke benötige das Oktoberfest 0,05 Prozent des gesamten jährlichen Stromverbrauchs der Stadt und 0,01 Prozent des Gasverbrauchs: „Das ist ein signifikanter Verbrauch, aber letztlich auch ein eng begrenzter Zeitraum.“ Wiesnchef Clemens Baumgärtner sagte: „Die Wiesn wird nicht dazu führen, dass in München die Lichter ausgehen.“ Niemand müsse deswegen frieren.

Es sei denn, das Wiesn-Wetter zeigt sich von seiner unangenehmen Seite – wie beim Auftaktwochenende, als es regnerisch war und die Temperaturen kaum zweistellig wurden. Und auch zu Beginn der zweiten Wiesn-Woche wurde es ungemütlich.

Wenn es dunkel wird über der Wiesn

Nachdem sich die Dämmerung über die Theresienwiese gelegt hat, ist das Oktoberfest am schönsten.

Eine Bildergalerie mit leuchtenden, glitzernden und blinkenden Motiven.

Am schönsten ist die Wiesn, wenn es dunkel wird – die Zelte voller, aber die Fahrgeschäfte ein bisschen leerer. Das ist die beste Zeit, Richtung Riesenrad zu schlendern und sich gemächlich nach oben befördern zu lassen. 50 Meter über dem Geschehen ist der Ausblick über die Festwiese und München eindrucksvoll, wenn auch nicht ganz so hell erleuchtet wie in den Jahren zuvor. Vor allem aber ist es: ruhig. Nur ein undefiniertes Rauschen vom Lärm der Zehntausenden Feiernden am Boden kommt in den Holzgondeln hoch über der Festwiese an.

Doch nicht nur das Riesenrad mit seinen 32 Gondeln, in denen insgesamt knapp 200 Menschen Platz finden, ist in der Nacht ein Erlebnis. Auch viele andere Fahrgeschäfte haben ihren ganz besonderen Reiz, nachdem sich die Dämmerung über die Theresienwiese gelegt hat.

Der „Kettenflieger Bayern Tower“ zum Beispiel, das bei Tageslicht aussieht wie ein überdimensionierter Maibaum. 90 Meter hoch ist das Kettenkarussell. Rasant geht es in den Zweier-Gondeln Richtung Himmel, mit zwei Metern pro Sekunde werden die Sitze nach oben gezogen. Mit bis zu 65 Stundenkilometern ist man auf dem Rundflug über die Theresienwiese unterwegs. Schwindelfreiheit ist nicht von Nachteil. Höhenangst schon.

Doch so eindrucksvoll die 180 Fahr-, Schau- und Belustigungsgeschäfte – so die offizielle Bezeichnung – in der Nacht auch aussehen – in Zeiten von Gasknappheit und steigenden Energiepreisen stehen Festbeleuchtung und allgemeiner Stromverbrauch in der Kritik.

Im Internet fordert so mancher, dass die in der Stadt geltenden Sparmaßnahmen auch für das Oktoberfest gelten sollten. In München werden derzeit Schwimmbäder runtergekühlt, Saunen bleiben geschlossen, die Beleuchtung historischer Gebäude ist nachts abgeschaltet. Eine Nutzerin fordert auf Twitter etwa: „Macht dem Oktoberfest das Licht aus.“ Beim Mondlicht und anderen Fahrgeschäften aber brennen sie weiter.

Klar ist: Energiesparen geht anders. Der Stromverbrauch in den zwei Wiesn-Wochen liegt bei knapp drei Millionen Kilowattstunden – für den Betrieb der Festzelte, Fahrgeschäfte und Buden sowie die Beleuchtung. Dieser Wert entspricht in etwa 15 Prozent des Münchner Tagesbedarfs oder dem jährlichen Bedarf von 1200 Haushalten. Ein großes Festzelt benötigt dabei im Durchschnitt eine Leistung von 400 Kilowatt, ein Fahrgeschäft etwa 300 Kilowatt.

Die Stadtwerke liefern Öko-Strom und Gas, auf der Wiesn gibt es ein eigenes Versorgungsnetz mit teils unterirdischen Trafostationen. Zwar zahlen die Wirte in diesem Jahr noch nicht mehr für Strom oder Gas, denn die Preise sind schon lange im Voraus verhandelt. Trotzdem haben sie angekündigt, als Beitrag zum Energiesparen etwa auf Heizpilze draußen zu verzichten.

Münchens Oberbürgermeister sagte jüngst im SZ-Interview, nach Auskunft der Stadtwerke benötige das Oktoberfest 0,05 Prozent des gesamten jährlichen Stromverbrauchs der Stadt und 0,01 Prozent des Gasverbrauchs: „Das ist ein signifikanter Verbrauch, aber letztlich auch ein eng begrenzter Zeitraum.“ Wiesnchef Clemens Baumgärtner sagte: „Die Wiesn wird nicht dazu führen, dass in München die Lichter ausgehen.“ Niemand müsse deswegen frieren.

Es sei denn, das Wiesn-Wetter zeigt sich von seiner unangenehmen Seite – wie beim Auftaktwochenende, als es regnerisch war und die Temperaturen kaum zweistellig wurden. Und auch zu Beginn der zweiten Wiesn-Woche wurde es ungemütlich.

Team
Text Verena Wolff
Foto Robert Haas
Digitales Storytelling Lisa Sonnabend