Oktoberfest

Wiesn-Wahnsinn in Zahlen

Das Oktoberfest, das sind: 7,85 Millionen Liter Bier, im Schnitt vier Italiener im Zelt - und ein Duschschlauch in Originalverpackung. Kuriose Fakten zum größten Volksfest der Welt.

16. September 2022 - 5 Min. Lesezeit

Es ist eine Mordsgaudi, ein Riesenärgernis, eine kulturelle Errungenschaft von überragender Bedeutung, der man sicher nicht zu nahe tritt, wenn man in ihr vorrangig ein Massenbesäufnis sieht. In jedem Fall ist es das größte Volksfest der Welt und definitiv eine gigantische Materialschlacht, die statistisch penibel vermessen wird: Nach zwei Jahren Pandemiepause startet das Oktoberfest.

Der ganze Wahnsinn in Zahlen: Rund 8000 Menschen arbeiten fest auf dem Oktoberfest, dazu kommen etwa 5000 in weiteren Beschäftigungsverhältnissen. Erwartet werden rund sechs Millionen Besucherinnen und Besucher, so viele waren es in etwa in den Vorjahren.

Im Rekordjahr 1985 zählte man sogar:

7,1 Millionen

Besucher.

Im Rekordjahr 1985 zählte man sogar:

7,1 Millionen

Besucher.

Anhand der Abhebungen von den Geldautomaten auf der Theresienwiese ließ sich 2019 festhalten: Es kamen Menschen aus fast allen Ländern der Erde auf dem Fest.

Von 100 Gästen kommen im Schnitt ...

62
aus München und Umgebung

8
aus dem weiteren bayerischen Umland

9
aus einem anderen Bundesland

4
aus den USA

4
aus Italien

3
aus Österreich

10
aus anderen Ländern

62
aus München und Umgebung

8
aus dem weiteren bayerischen Umland

9
aus einem anderen Bundesland

4
aus den USA

4
aus Italien

3
aus Österreich

10
aus anderen Ländern

Auch wenn man sich in München so viel auf die Internationalität des Oktoberfests einbildet (in Brasilien gibt es Ableger, und sogar in China!): Die Angestammten bleiben in den Bierzelten doch sehr unter sich.

Als Ehrengäste dürften sich dieses Jahr jedoch erstmals Milliarden Omikron-Viren unter die Feiergesellschaft mischen. Auch ihnen gilt dieses Fest!

Hust, hust.

Hauptsache, die Kasse klingelt lauter, als die Kunden keuchen. Für München ist die Wiesn ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

71,12 Euro

So viel gab jeder Gast im Schnitt zuletzt bei einem Wiesn-Besuch aus.

Der Gesamtumsatz direkt auf dem Fest belief sich 2019 damit auf:

448 Millionen Euro

Hotelübernachtungen, Bahntickets und Taxifahrten sind da nicht mitgezählt. Die weiteren Drumherum-Ausgaben der auswärtigen Besucher würden noch einmal 737 Millionen Euro ausmachen.

Und wofür hauen die Leute auf dem Fest ihr Geld raus? Zum Beispiel für:

42 665 Kilogramm gebrannte Mandeln

Um so viele Mandeln zu ernten, bräuchte man eine Plantage von gut 21 Hektar. Das ist etwa so groß, als würde man die halbe Theresienwiese mit Mandelbäumen bepflanzen.

Und nicht nur Nüsse werden von den Bäumen geschüttelt. Auch massig Fleisch wird von den Knochen gekratzt.

218 705 Paar Schweinswürstel

So viel verputzten die Besucher allein 2019. Damit die Wirte all die hungrigen Mäuler stopfen können, müssen Jahr für Jahr unzählige Mitgeschöpfe ihr Leben lassen.

Zuletzt waren es ...

30 Kälber

125 Ochsen

434 998 Hendl

30 Kälber

125 Ochsen

434 998 Hendl

Fast eine halbe Million tote Hühnchen. Zum Vergleich: Das sind so viele, wie in einen der größten Mastbetriebe in Bayern gleichzeitig hineinpassen - mal vier!

Und zu alldem fließt in Strömen: Bier.

7,85 Millionen Liter

So viel Bier wurde beim vergangenen Oktoberfest 2019 ausgeschenkt.

Man trinkt hier nicht in Maßen, leider, man trinkt Mass für Mass für Mass für Mass ...

Mit so viel Bier könnte man grob geschätzt womöglich 600 000 Elefanten betrunken machen.

471 013 Liter

Das ist die Menge puren Alkohols, die in 7,85 Millionen Litern Bier verflüssigt wird.

Mit so viel reinem Alkohol könnte man, rein theoretisch, zwei Jumbojets betanken. Oder rund 8000 Autos.

Ob die damit fahren würden, ist natürlich eine andere Frage.

7,85 Millionen Liter

So viel Bier wurde beim vergangenen Oktoberfest 2019 ausgeschenkt.

Man trinkt hier nicht in Maßen, leider, man trinkt Mass für Mass für Mass für Mass ...

Mit so viel Bier könnte man grob geschätzt womöglich 600 000 Elefanten betrunken machen.

471 013 Liter

Das ist die Menge puren Alkohols, die in 7,85 Millionen Litern Bier verflüssigt wird.

Mit so viel reinem Alkohol könnte man, rein theoretisch, zwei Jumbojets betanken. Oder rund 8000 Autos.

Ob die damit fahren würden, ist natürlich eine andere Frage.

Bekanntlich werden auf dem Oktoberfest jedoch vorrangig Menschen betankt, die in der Regel keine Trinkkonkurrenz durch Elefanten zu befürchten haben und deren Fahrtüchtigkeit mit zunehmenden Füllstand eher sinkt als steigt.

Und manch einer wird so zum medizinischen Problemfall.

620 Alkoholvergiftungen

und andere Intoxikationen waren bei der letzten Wiesn von den Sanitäterinnen und Sanitätern vor Ort zu behandeln.

620 Alkoholvergiftungen

und andere Intoxikationen waren bei der letzten Wiesn von den Sanitäterinnen und Sanitätern vor Ort zu behandeln.

Auch die Polizei hat bei so viel Trunkenheit alle Handschellen voll zu tun.

914 Straftaten

verzeichnet sie beim letzten Mal (ob mit oder ohne Alkohol). In 469 Fällen kam es zur Festnahme.

Und dann gilt es noch eine ganze Reihe kleiner Gaunereien zu verhindern, zu denen sich das bierbetankte Feiervolk hinreißen lässt. Etwa den Krugdiebstahl.

Unklar ist, wie viele Oktoberfest-Krüge es pro Saison in die privaten Geschirrschränke schaffen. Unklar ist auch, wie viele aufgrund des arg torkelnden Transports bereits auf dem Weg vom Festgelände in die Wohnstuben zerbrechen. Alles Dunkelfeld. Sehr wohl erfasst ist hingegen, wie oft entsprechende Schmuggelversuche erfolgreich vereitelt wurden.

96 912 Bierkrüge

sammelten Ordner beim vergangenen Oktoberfest an den Ausgängen von den Gästen ein.

96 912 Bierkrüge

sammelten Ordner beim vergangenen Oktoberfest an den Ausgängen von den Gästen ein.

Einem ehrlichen Wiesn-Besucher kann so ein Krug ja höchstens rein zufällig in die Tasche gefallen sein, als die Bedienung etwas rumpelnd am Tisch entlanggehuscht ist. Oder irgendein Scherzkeks hat versucht, einem da etwas anzuhängen, damit einem das Führungszeugnis versaut wird. Man selbst würde ja nie ...

Beseelt von Unmengen an Bier jedenfalls versucht sich das Wiesn-Publikum nicht nur an kleinen Diebstählen, die die Ordner schnell unterbinden. Sie verlieren auch so allerhand auf dem Festgelände.

4143 Fundsachen

wurden beim letzten Mal abgegeben. Darunter ...

660 Geldbörsen

(so viele wie in diesem Bild)

643 Kleidungsstücke

585 Handys

490 Bankkarten

300 Schlüssel

182 Brillen

130 Taschen und Rucksäcke

120 Regenschirme

75 Schmuckstücke und Uhren

8 Kameras

2 Eheringe

(nicht zusammengehörend)

660 Geldbörsen

(so viele wie in diesem Bild)

643 Kleidungsstücke

585 Handys

490 Bankkarten

300 Schlüssel

182 Brillen

130 Taschen und Rucksäcke

120 Regenschirme

75 Schmuckstücke und Uhren

8 Kameras

2 Eheringe

(nicht zusammengehörend)

Und außerdem unter anderem ...

... ein Duschschlauch in Originalverpackung

... ein Handstaubsauger

... und ein Gebiss.

... ein Duschschlauch in Originalverpackung

... ein Handstaubsauger

... und ein Gebiss.

Was davon abgeholt wurde und was am Ende auf den Müll landete, ist nicht bekannt. Ganz sicher entsorgt wurden hingegen ...

897 Tonnen Restmüll

579 Tonnen Speisereste und Knochen

79 Tonnen Glasscherben

79 Tonnen Altglas. Das wäre immerhin genug, um daraus etwa 60 000 neue Masskrüge zu machen.

Damit ließe sich mancher Krugdiebstahl kompensieren.

897 Tonnen Restmüll

579 Tonnen Speisereste und Knochen

79 Tonnen Glasscherben

79 Tonnen Altglas. Das wäre immerhin genug, um daraus etwa 60 000 neue Masskrüge zu machen.

Damit ließe sich mancher Krugdiebstahl kompensieren.

Team
Text Bernd Kramer
Digitales Storytelling Jessy Asmus
Infografik Jonas Jetzig
Bildbearbeitung Jessy Asmus