Oktoberfest 2022

Wo welches Wiesn-Zelt steht - und was es bietet

Die 18 großen Bierzelte auf dem Oktoberfest in Kurzporträts - und wer sich in welchem wohlfühlt: vom Hofbräu-Festzelt über die Fischer-Vroni bis zur Ochsenbraterei.

Von Katharina Haase, Hanna Eiden, Julia Kraus, Franz Kotteder, Ana Maria Michel und Katja Schnitzler
17. September 2022 - 13 Min. Lesezeit

Marstall

Gleich rechts vom Haupteingang steht seit der Wiesn 2014 nicht mehr das Hippodrom, sondern der Marstall. Der Wirt Siegfried Able will eine andere Zielgruppe ansprechen als sein Vorgänger Sepp Krätz – zumindest tagsüber.

Für junge Eltern gibt es Wickelstationen, in den Gängen will der Marstall für Kinderwägen Platz machen. 3500 Sitzplätze gibt es im Inneren, 900 draußen. Woran Sie das Zelt erkennen? Am Pferdegespann auf dem Dach.

Wie jedes Festzelt auf der Wiesn, hat auch das Marstall-Zelt sein ganz eigenes Anzapfritual. Ausgeschenkt wird Spaten.

Mehr Infos gibt es unter www.marstall-oktoberfest.de

Fischer-Vroni

In so manches Bierzelt geht man, um sich einen Rausch anzutrinken – nicht so in der Fischer-Vroni. Hier schaut man vorbei, wenn man Hunger hat. Die Steckerlfische haben inzwischen weltweiten Ruf erlangt.

Schon der Anblick der 15 Meter langen Reihe aufgespießter Fische über dem Grill lässt hungrigen Wiesnbesuchern das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Vom Steckerlfisch bis zum opulenten Fischteller gibt es hier alles. Die Fischer-Vroni ist eines der kleinsten Wiesnzelte. Innen gibt es 2695 Sitzplätze, draußen nochmal 700.

Gut, dass es die Fische nicht nur im Zelt, sondern auch draußen oder zum Mitnehmen gibt. Im Zelt allerdings können alle, die nicht nur Hunger, sondern auch Durst haben, auch eine Maß Augustiner kaufen.

Mehr Infos zum Zelt gibt es auf www.fischer-vroni.de.

Armbrustschützen-Festzelt

Schützenvereine aus ganz Bayern haben im Armbrustschützen-Zelt ihr Wiesn-Zentrum. Hier herrschen die zwei "G`s": Gemütlichkeit und Gaudi. Und das Essen gilt als Geheimtipp.

Höhepunkt im Zelt ist das Oktoberfest-Armbrust-Landesschießen. Seit 127 Jahren hat das Zelt eine eigene Schützenanlage, jedes Jahr wird hier auch das beliebte Prominenten-Armbrustschießen ausgetragen.

Die Armbrustschützen-Festhalle hat 5822 Plätze innen und 1638 außen. Im Garten gibt es einen Raucherbereich. Das Bier kommt von der Paulaner-Brauerei.

Mehr zu Zelt und Preisen unter www.armbrustschuetzenzelt.de.

Ochsenbraterei

Hier gibt’s deftige Kost, besonders beliebt ist die Ochsensemmel. Schon vor dem Eingang begegnet man seinem späteren Essen – dort dreht sich ein überdimensionaler Ochs am Spieß, wenn auch nur aus Plastik. Für alle, die mehr über ihr Essen wissen wollen: Jeder Ochse wird hier mit Name und Gewicht an die Tafel geschrieben.

Abends wird – wie überall – gefeiert. Doch gerade am Wochenende sollte man sich schon frühzeitig um seine Plätze kümmern. 5900 Wiesn-Besucher passen in die Ochsenbraterei, 1500 haben Platz im Außenbereich. Für Raucher gibt es einen Bereich vor dem Reservierungseingang. Das Bier liefert die Spaten-Brauerei.

Mehr Infos und Speisekarte unter www.ochsenbraterei.de

Hofbräu-Festzelt

Dass sich der bayerische Staat eine eigene Brauerei leistet? Interessant. Dass diese Brauerei aus München ein Zelt auf dem Oktoberfest betreibt? Nur logisch. Dass dieses quasi staatliche Zelt aber das Epizentrum der Feier-Eskalation ist, mag dann doch etwas verwundern. Nirgendwo auf dem Oktoberfest wird der Exzess stärker zelebriert als im Hofbräu-Zelt.

Der Grund liegt am internationalen Publikum, das vom Namen angelockt wird. Drinnen wacht ein überlebensgroßer Engel Aloisius über das feiernde Volk unter ihm.

Die Leute trinken Bier in Massen und tanzen ausgelassen zur Wiesn-Partymusik - vor allem im Stehbereich des zweitgrößten Wiesnzelts (der fasst allein schon 1000 Personen).

Wer feiern und Leute aus aller Welt kennenlernen will, ist hier richtig und findet rasend schnell Gleichgesinnte.

Nach 16 Tagen Dauerexzess kommt es hier am letzten Abend zu den wohl schönsten Szenen des Oktoberfests. Wie in jedem Wiesn-Zelt gibt es auch im Hofbräu-Zelt ein festes Abschiedsritual zum finalen Schankschluss.

Dann klettern die Bedienungen auf die Bierbänke, zünden Wunderkerzen an und das ganze Zelt singt im Schummerlicht zu "Angels" von Robby Williams mit.

Das Zelt hat wochentags von 10 bis 23.30 Uhr geöffnet, an Wochenenden und am 3. Oktober bereits ab neun Uhr. Schankschluss ist um 22.30 Uhr. Es bietet Platz für 9992 Personen (davon 3022 Plätze im Biergarten und 1000 Stehplätze).

Es ist die einzige Festhalle, in der Hofbräu-Bier getrunken wird.

Mehr Infos unter https://www.hb-festzelt.de/festzelt/fakten.html

Augustinerbräu-Festhalle

Es ist das Wohlfühl-Zelt auf der Wiesn. Gemütlichkeit und Freundlichkeit stehen hier an erster Stelle. Sogar der größte Stress bringt die Bedienungen meist nicht aus der Ruhe. Beliebt ist das Zelt deshalb vor allem bei den eingesessenen Münchnern.

Im Augustiner kommen während der Wiesn mehr als 200 Stammtische zusammen.

Das Bier kommt noch aus traditionellen Holzfässern und ist, so sagen manche Münchner, das beste Bier überhaupt - und stammt in diesem Zelt natürlich von der Augustiner-Brauerei.

Die Festhalle hat 6000 Plätze innen und 2500 außen. Für Raucher gibt es spezielle Bereiche.

An beiden Dienstagen während der Wiesn ist im Augustiner-Zelt Kindertag, dann ist manches günstiger als sonst.

Mehr Infos finden Sie unter www.festhalle-augustiner.com.

Hacker-Festzelt

Im Hackerzelt trifft sich die Jugend, um zu feiern. Aber auch die gstandene Trachtler fühlen sich hier wohl. Nicht umsonst gibt's nur hier den echten Himmel der Bayern.

2016 wurde das Zelt neu gebaut. Wie schon im alten Zelt hat im neuen das Atelier Rudi Reinstadler die gesamten Seitenwände so mit München-Motiven bedeckt, dass die Stadtansichten nach oben direkt in den blauen Himmel übergehen.

Wer einen Platz unterm Himmelszelt bekommen will, muss früh dran sein. Im Hacker-Festzelt haben 6950 Gäste Platz, dazu kommen noch 2400 Plätze im Außenbereich. Dort gibt es auch einen Raucherbalkon. Ausgeschenkt wird natürlich Hacker-Pschorr.

Mehr Infos zum Hacker-Zelt gibt es auf www.hacker-festzelt.de.

Pschorr Festzelt Bräurosl

Im Bräurosl feiern am ersten Wiesn-Sonntag Lesben und Schwule. Aber auch an den übrigen Tagen ist das Zelt ein beliebter Treff für Homosexuelle aus München und aller Welt.

Benannt ist das Zelt nach Brauerstochter Rosi Pschorr, deren sagenhafte Schönheit früher die Besucher in das Zelt gelockt haben soll. Zu ihren Ehren leistet sich das Zelt eine eigene Jodlerin, die den Titel „Bräurosl“ bekommt.

83 Jahre war die Bräurosl in den Händen der Familie Heide, bis diese im Frühjahr 2020 ihren Rückzug von der Wiesn erklärte. Tradition hatte hier immer Priorität, Stammgäste sollten jedes Jahr die gleiche, gute Stimmung finden. In diesem Jahr wird die Bräurosl nun so neu, neuer geht es überhaupt nicht: Wie das Bräurosl-Zelt aussehen soll.

Ins Bräurosl-Zelt passen 8250 Leute, draußen im Biergarten haben nochmal 1200 Platz. Das Bier, das dort getrunken wird, kommt von der Brauerei Hacker-Pschorr.

Mehr zu Zelt und Preisen erfahren Sie unter www.braeurosl.de.

Schottenhamel-Festhalle

Das Schottenhamel-Zelt mag so mancher Wiesn-Besucher als wichtigstes auf dem Oktoberfest sehen - denn hier hat alles begonnen und hier zapft alljährlich der Münchner Oberbürgermeister das erste Fass an.

Obwohl der Schottenhamel somit natürlich das wichtigste Zelt ist - was das Anzapfen betrifft, hat jede Festhalle auf der Wiesn ihr ganz eigenes Anzapfritual.

Nach dem Einzug der Wiesn-Wirte heißt es in dem ältesten Zelt auf dem Festplatz um Punkt 12 Uhr mittags: "Ozapft is!" Erst wenn diese Worte gesprochen sind, dürfen auch die anderen Wirte mit dem Ausschank beginnen.

Etwa 10 000 Besucher (6000 innen und 4000 außen) haben im Schottenhamel Platz - und weil sich hier vor allem die Münchner Jugend trifft, gilt der Flirtfaktor als besonders hoch. Ausgeschenkt wird Bier von Spaten-Bräu.

Mehr Infos unter www.festzelt.schottenhamel.de

Löwenbräu Festzelt

Die Löwenbräu-Festhalle ist beliebter Treffpunkt, vor allem auch bei - wie sollte es anders sein - den Spielern und Fans des TSV 1860 München, den „Löwen“. Und keine Angst, der 4,5 Meter große Löwe, der den Eingang bewacht, brüllt zwar tatsächlich, ist aber ansonsten ganz brav.

Platz gibt es hier für 5700 Gäste, im Biergarten draußen haben nochmal 2800 Besucher Platz. Das Bier, das dort getrunken wird, stammt selbstverständlich von Löwenbräu.

Mehr Infos auf www.loewenbraeuzelt.de

Paulaner Festzelt

Gemütlichkeit drinnen und ein Garten im Süden des Zelts, auf den die warme Herbstsonne scheint – was will man mehr? Das Paulaner-Festzelt ist mit seinen 8450 Plätzen eines der großen Zelte. Der sonnige Biergarten bietet Platz für weitere 2450 Menschen.

Schon von Weitem sieht man, was hier im Mittelpunkt steht: Der überdimensionale Paulaner-Masskrug, der den Eingang des Zelts schmückt, ist kaum zu übersehen.

Auch die Prominenz aus der Nachbarschaft zeigt sich gern im früheren "Winzerer Fähndl", in dem das Mitsingen zum Programm gehört. Natürlich wird Bier der gleichnamigen Brauerei ausgeschenkt.

Mehr Informationen gibt es unter www.paulanerfestzelt.de.

Schützen-Festzelt

Das Schützen-Festzelt ist bei der Münchner Jugend genauso beliebt wie bei traditionsbewussten Bayern. Auch Familien kommen gerne, besonders zur traditionellen Mittags-Wiesn. Vor allem am Wochenende muss man aber früh dran sein, sonst bekommt man keinen Platz mehr am Fuße der Bavaria.

Die Gäste im Schützenzelt stammen vor allem aus München und dem Umland. Die Besonderheit: An 110 Schießständen gibt es hier das traditionelle Oktoberfestschießen. Unter der rot-grün-gelben Decke haben 5100 Gäste Platz, im Biergarten nochmal 1400.

Das Bier, das dort getrunken wird, kommt von Löwenbräu.

Mehr Infos unter www.schuetzen-festzelt.de.

Kufflers Weinzelt

Wer sagt denn, dass es immer Bier sein muss auf der Wiesn? Im Weinzelt gibt es mehr als 15 Weine und verschiedene Sekt- und Champagner-Sorten. Wiesnbier gibt es nicht – nur Weißbier.

Statt auf Bierbänken sitzt man hier auf Stühlen und Bänken mit Lehne beziehungsweise steht darauf. Gefeiert werden darf hier bis ein Uhr nachts.

Besonders beliebt ist das Weinzelt bei den Damen. Männerbesuch ist natürlich immer herzlich willkommen, nach einem Gläschen wird hier gerne mit dem Flirten begonnen.

Die Wirte des Weinzeltes sind die Kufflers. Das kulinarische Angebot profitiert deshalb sehr von den Münchner Restaurants der Kuffler-Gruppe – zum Beispiel das Mangostin und der Haxnbauer im Scholastikahaus - die im Zelt für das Essen sorgen.

Insgesamt hat das Weinzelt 2500 Plätze drinnen und noch 500 draußen. Einen extra Raucherbalkon gibt es auch.

Mehr Infos finden Weinliebhaber auf www.weinzelt.com.

Käfer Wiesn-Schänke

Käfers Wiesn-Schänke ist das Promizelt schlechthin. Hier lassen sich die Fußballstars des FC Bayern und Tennislegende Boris Becker gerne blicken, dazu weitere A-, B- oder Z-Promis.

Die Münchner Schickeria ist hier weitgehend unter sich, denn in Zelt und Garten haben nicht einmal 3000 Leute Platz.

Michael Käfers Wiesn-Schänke ist bis 0.30 Uhr geöffnet. Zu später Stunde aber verschafft einem oft nur noch ein bekannter Name Einlass ins Zelt.

Neben Paulaner-Bier gibt es hier auch einiges an Wiesn-Spezialitäten aus dem Käferschen Feinkost-Imperium.

Mehr Infos zur Wiesn-Schänke auf www.feinkost-kaefer.de/wiesn-schaenke

Festzelt Tradition (Oide Wiesn)

Manch Einheimischer hat jahrelang einen weiten Bogen um die Wiesn gemacht: zu voll, zu laut, zu kommerziell. Doch seit 2010 das 200-jährige Bestehen des Oktoberfests erstmals mit der Oidn Wiesn gefeiert wurde, gibt es eine Alternative: Hier, am separierten Gelände (Achtung: vier Euro Eintritt), lässt es sich etwas geruhsamer feiern. Manch einer hat so seine Liebe zum Oktoberfest wiederentdeckt.

Das Festzelt Tradition, das größte Bierzelt auf der Oidn Wiesn, wirbt mit dem Spruch "Zurück zur Gemütlichkeit". Und das völlig zu Recht: Hier gibt es traditionelle Blasmusik, Bier aus Steinkrügen und echte Goaßlschnoizer. (Für alle Nicht-Bayern: Das sind Burschen in Tracht, die ihre Peitschen im Takt schnalzen lassen.)

Viele Besucher kommen in echter Tracht - nicht in den chinesischen Billigdirndln.

Kulinarisch ist alles - wie der Name vermuten lässt - sehr traditionell gehalten: Brotzeit- und Wurstgerichte, Steckerlfisch, Hendl, Schweinshaxe und alle erwartbaren bayerischen Klassiker. Für Vegetarier und Veganer gibt es ein paar wenige Gerichte.

Das Bier der Augustiner-Brauerei kommt hier nicht aus einem Stahltank, sondern wird aus Holzfässern gezapft. Im Festzelt Tradition ist Platz für 5000 Personen und für weitere 2700 im Biergarten. Geöffnet hat es ab 10 Uhr, Schankschluss ist um 21:30 Uhr.

Mehr Infos unter http://www.oktoberfestzelt-tradition.de

Museumszelt (Oide Wiesn)

Man kann sich darüber streiten, ob das Museumszelt nun zu den klassischen Bierzelten auf dem Oktoberfest gehört, oder nicht. Vom Charakter her ist es eher ein musealer Ort für Exponate der Münchner Schausteller-Stiftung. Allerdings gibt es auch einen Gastrobereich mit Ausschank.

Genau das macht das Museumszelt zu einem Geheimtipp: Wenn scheinbar alle Zelte auf der Theresienwiese schon wegen Überfüllung geschlossen sind, dann lohnt es, hier einen Blick hereinzuwerfen.

Denn bis sich hierher in den hintersten Winkel der Oidn Wiesn die Massen verirren, muss so einiges geschehen.

Zu essen bietet das Museumszelt bayerische Schmankerl wie Zwiebelfleisch oder Schweinebraten. Das Bier kommt von der Spaten-Brauerei und wird im Steinkrug serviert.

Mehr Infos unter https://www.museumszelt-oidewiesn.de

Zur Schützenlisl (Oide Wiesn)

Die "Schützenlisl" alias Coletta Möritz als Postkartenmotiv

Der Neuling auf der Oidn Wiesn ist eigentlich gar keiner. Denn das Volkssängerzelt Schützenlisl wird geführt von Lorenz Stiftl und seiner Frau Christine. Die Stiftls aber sind schon seit 20 Jahren auf der Wiesn und hatten bisher das kleine Zelt Zum Stiftl, links vom Löwenbräuzelt.

Jetzt haben sie den Zuschlag für das Volkssängerzelt auf der Oidn Wiesn bekommen, das bisher Zur Schönheitskönigin hieß.

Aus der wird jetzt eine Bürgerliche, die Schützenlisl nämlich. Von der Statur hat sie sich aber nicht verändert, es handelt sich tatsächlich um das gleiche Zelt. Allerdings wird es erheblich umdekoriert. 1396 Gäste haben drinnen Platz, noch einmal 400 weitere draußen im Biergarten.

Statt Hofbräubier gibt’s jetzt Augustiner, und das Musikprogramm bestreitet nicht mehr die Couplet AG um den Chefkabarettisten Jürgen Kirner. Die Volksmusikantin Traudl Siferlinger hat es nun zusammengestellt, bekannt unter anderem durch die BR-Fernsehsendung Wirtshausmusikanten beim Hirzinger.

Es ist eine bunte Mischung aus Altbewährtem wie den Dellnhauser Musikanten und Neulingen wie der Werdnfoiserwoifahrts Musi. Auch auf der Oidn Wiesn bekommen die Jungen also ihre Chance.

Herzkasperlzelt (Oide Wiesn)

Das Herzkasperlzelt soll ein traditionelles Münchner Wirtshaus auf Zeit darstellen. Die Musikauswahl erinnert hier nicht an Ballermann und Après-Ski, zu hören gibt es neue und alte Volksmusik.

Benannt ist das Zelt nicht nach dem bayerischen Wort für Herzinfarkt, sondern nach einer Paraderolle des 2009 verstorbenen Schauspielers Jörg Hube: Er spielte den zutiefst münchnerischen Kasperl regelmäßig im Wirtshaus Fraunhofer, das ebenfalls dem Wirt Beppi Bachmaier gehört.

Zu essen gibt es im Herzkasperlzelt Klassiker wie Hendl, Haxe und Steckerlfisch. Zudem einige vegane Gerichte wie Sellerieschnitzel oder Sojamedaillons in Dunkelbier-Zwiebelsauce.

Das Zelt bietet Platz für 1748 Personen (innen) und weitere 1096 Plätze im Biergarten. Es befindet sich auf dem Gelände der Oidn Wiesn und ist von 10 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Ausgeschenkt wird das Bier von Hacker-Pschorr in Tonkrügen.

Oktoberfest 2022

Wo welches Wiesn-Zelt steht - und was es bietet

Die 18 großen Bierzelte auf dem Oktoberfest in Kurzporträts - und wer sich in welchem wohlfühlt: vom Hofbräu-Festzelt über die Fischer-Vroni bis zur Ochsenbraterei.

Marstall

Gleich rechts vom Haupteingang steht seit der Wiesn 2014 nicht mehr das Hippodrom, sondern der Marstall. Der Wirt Siegfried Able will eine andere Zielgruppe ansprechen als sein Vorgänger Sepp Krätz – zumindest tagsüber.

Für junge Eltern gibt es Wickelstationen, in den Gängen will der Marstall für Kinderwägen Platz machen. 3500 Sitzplätze gibt es im Inneren, 900 draußen. Woran Sie das Zelt erkennen? Am Pferdegespann auf dem Dach.

Wie jedes Festzelt auf der Wiesn, hat auch das Marstall-Zelt sein ganz eigenes Anzapfritual. Ausgeschenkt wird Spaten.

Mehr Infos gibt es unter www.marstall-oktoberfest.de

Fischer-Vroni

In so manches Bierzelt geht man, um sich einen Rausch anzutrinken – nicht so in der Fischer-Vroni. Hier schaut man vorbei, wenn man Hunger hat. Die Steckerlfische haben inzwischen weltweiten Ruf erlangt.

Schon der Anblick der 15 Meter langen Reihe aufgespießter Fische über dem Grill lässt hungrigen Wiesnbesuchern das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Vom Steckerlfisch bis zum opulenten Fischteller gibt es hier alles. Die Fischer-Vroni ist eines der kleinsten Wiesnzelte. Innen gibt es 2695 Sitzplätze, draußen nochmal 700.

Gut, dass es die Fische nicht nur im Zelt, sondern auch draußen oder zum Mitnehmen gibt. Im Zelt allerdings können alle, die nicht nur Hunger, sondern auch Durst haben, auch eine Maß Augustiner kaufen.

Mehr Infos zum Zelt gibt es auf www.fischer-vroni.de.

Armbrustschützen-Festzelt

Schützenvereine aus ganz Bayern haben im Armbrustschützen-Zelt ihr Wiesn-Zentrum. Hier herrschen die zwei "G`s": Gemütlichkeit und Gaudi. Und das Essen gilt als Geheimtipp.

Höhepunkt im Zelt ist das Oktoberfest-Armbrust-Landesschießen. Seit 127 Jahren hat das Zelt eine eigene Schützenanlage, jedes Jahr wird hier auch das beliebte Prominenten-Armbrustschießen ausgetragen.

Die Armbrustschützen-Festhalle hat 5822 Plätze innen und 1638 außen. Im Garten gibt es einen Raucherbereich. Das Bier kommt von der Paulaner-Brauerei.

Mehr zu Zelt und Preisen unter www.armbrustschuetzenzelt.de.

Ochsenbraterei

Hier gibt’s deftige Kost, besonders beliebt ist die Ochsensemmel. Schon vor dem Eingang begegnet man seinem späteren Essen – dort dreht sich ein überdimensionaler Ochs am Spieß, wenn auch nur aus Plastik. Für alle, die mehr über ihr Essen wissen wollen: Jeder Ochse wird hier mit Name und Gewicht an die Tafel geschrieben.

Abends wird – wie überall – gefeiert. Doch gerade am Wochenende sollte man sich schon frühzeitig um seine Plätze kümmern. 5900 Wiesn-Besucher passen in die Ochsenbraterei, 1500 haben Platz im Außenbereich. Für Raucher gibt es einen Bereich vor dem Reservierungseingang. Das Bier liefert die Spaten-Brauerei.

Mehr Infos und Speisekarte unter www.ochsenbraterei.de

Hofbräu-Festzelt

Dass sich der bayerische Staat eine eigene Brauerei leistet? Interessant. Dass diese Brauerei aus München ein Zelt auf dem Oktoberfest betreibt? Nur logisch. Dass dieses quasi staatliche Zelt aber das Epizentrum der Feier-Eskalation ist, mag dann doch etwas verwundern. Nirgendwo auf dem Oktoberfest wird der Exzess stärker zelebriert als im Hofbräu-Zelt.

Der Grund liegt am internationalen Publikum, das vom Namen angelockt wird. Drinnen wacht ein überlebensgroßer Engel Aloisius über das feiernde Volk unter ihm.

Die Leute trinken Bier in Massen und tanzen ausgelassen zur Wiesn-Partymusik - vor allem im Stehbereich des zweitgrößten Wiesnzelts (der fasst allein schon 1000 Personen).

Wer feiern und Leute aus aller Welt kennenlernen will, ist hier richtig und findet rasend schnell Gleichgesinnte.

Nach 16 Tagen Dauerexzess kommt es hier am letzten Abend zu den wohl schönsten Szenen des Oktoberfests. Wie in jedem Wiesn-Zelt gibt es auch im Hofbräu-Zelt ein festes Abschiedsritual zum finalen Schankschluss.

Dann klettern die Bedienungen auf die Bierbänke, zünden Wunderkerzen an und das ganze Zelt singt im Schummerlicht zu "Angels" von Robby Williams mit.

Das Zelt hat wochentags von 10 bis 23.30 Uhr geöffnet, an Wochenenden und am 3. Oktober bereits ab neun Uhr. Schankschluss ist um 22.30 Uhr. Es bietet Platz für 9992 Personen (davon 3022 Plätze im Biergarten und 1000 Stehplätze).

Es ist die einzige Festhalle, in der Hofbräu-Bier getrunken wird.

Mehr Infos unter https://www.hb-festzelt.de/festzelt/fakten.html

Augustinerbräu-Festhalle

Es ist das Wohlfühl-Zelt auf der Wiesn. Gemütlichkeit und Freundlichkeit stehen hier an erster Stelle. Sogar der größte Stress bringt die Bedienungen meist nicht aus der Ruhe. Beliebt ist das Zelt deshalb vor allem bei den eingesessenen Münchnern.

Im Augustiner kommen während der Wiesn mehr als 200 Stammtische zusammen.

Das Bier kommt noch aus traditionellen Holzfässern und ist, so sagen manche Münchner, das beste Bier überhaupt - und stammt in diesem Zelt natürlich von der Augustiner-Brauerei.

Die Festhalle hat 6000 Plätze innen und 2500 außen. Für Raucher gibt es spezielle Bereiche.

An beiden Dienstagen während der Wiesn ist im Augustiner-Zelt Kindertag, dann ist manches günstiger als sonst.

Mehr Infos finden Sie unter www.festhalle-augustiner.com.

Hacker-Festzelt

Im Hackerzelt trifft sich die Jugend, um zu feiern. Aber auch die gstandene Trachtler fühlen sich hier wohl. Nicht umsonst gibt's nur hier den echten Himmel der Bayern.

2016 wurde das Zelt neu gebaut. Wie schon im alten Zelt hat im neuen das Atelier Rudi Reinstadler die gesamten Seitenwände so mit München-Motiven bedeckt, dass die Stadtansichten nach oben direkt in den blauen Himmel übergehen.

Wer einen Platz unterm Himmelszelt bekommen will, muss früh dran sein. Im Hacker-Festzelt haben 6950 Gäste Platz, dazu kommen noch 2400 Plätze im Außenbereich. Dort gibt es auch einen Raucherbalkon. Ausgeschenkt wird natürlich Hacker-Pschorr.

Mehr Infos zum Hacker-Zelt gibt es auf www.hacker-festzelt.de.

Pschorr Festzelt Bräurosl

Im Bräurosl feiern am ersten Wiesn-Sonntag Lesben und Schwule. Aber auch an den übrigen Tagen ist das Zelt ein beliebter Treff für Homosexuelle aus München und aller Welt.

Benannt ist das Zelt nach Brauerstochter Rosi Pschorr, deren sagenhafte Schönheit früher die Besucher in das Zelt gelockt haben soll. Zu ihren Ehren leistet sich das Zelt eine eigene Jodlerin, die den Titel „Bräurosl“ bekommt.

83 Jahre war die Bräurosl in den Händen der Familie Heide, bis diese im Frühjahr 2020 ihren Rückzug von der Wiesn erklärte. Tradition hatte hier immer Priorität, Stammgäste sollten jedes Jahr die gleiche, gute Stimmung finden. In diesem Jahr wird die Bräurosl nun so neu, neuer geht es überhaupt nicht: Wie das Bräurosl-Zelt aussehen soll.

Ins Bräurosl-Zelt passen 8250 Leute, draußen im Biergarten haben nochmal 1200 Platz. Das Bier, das dort getrunken wird, kommt von der Brauerei Hacker-Pschorr.

Mehr zu Zelt und Preisen erfahren Sie unter www.braeurosl.de.

Schottenhamel-Festhalle

Das Schottenhamel-Zelt mag so mancher Wiesn-Besucher als wichtigstes auf dem Oktoberfest sehen - denn hier hat alles begonnen und hier zapft alljährlich der Münchner Oberbürgermeister das erste Fass an.

Obwohl der Schottenhamel somit natürlich das wichtigste Zelt ist - was das Anzapfen betrifft, hat jede Festhalle auf der Wiesn ihr ganz eigenes Anzapfritual.

Nach dem Einzug der Wiesn-Wirte heißt es in dem ältesten Zelt auf dem Festplatz um Punkt 12 Uhr mittags: "Ozapft is!" Erst wenn diese Worte gesprochen sind, dürfen auch die anderen Wirte mit dem Ausschank beginnen.

Etwa 10 000 Besucher (6000 innen und 4000 außen) haben im Schottenhamel Platz - und weil sich hier vor allem die Münchner Jugend trifft, gilt der Flirtfaktor als besonders hoch. Ausgeschenkt wird Bier von Spaten-Bräu.

Mehr Infos unter www.festzelt.schottenhamel.de

Löwenbräu Festzelt

Die Löwenbräu-Festhalle ist beliebter Treffpunkt, vor allem auch bei - wie sollte es anders sein - den Spielern und Fans des TSV 1860 München, den „Löwen“. Und keine Angst, der 4,5 Meter große Löwe, der den Eingang bewacht, brüllt zwar tatsächlich, ist aber ansonsten ganz brav.

Platz gibt es hier für 5700 Gäste, im Biergarten draußen haben nochmal 2800 Besucher Platz. Das Bier, das dort getrunken wird, stammt selbstverständlich von Löwenbräu.

Mehr Infos auf www.loewenbraeuzelt.de

Paulaner Festzelt

Gemütlichkeit drinnen und ein Garten im Süden des Zelts, auf den die warme Herbstsonne scheint – was will man mehr? Das Paulaner-Festzelt ist mit seinen 8450 Plätzen eines der großen Zelte. Der sonnige Biergarten bietet Platz für weitere 2450 Menschen.

Schon von Weitem sieht man, was hier im Mittelpunkt steht: Der überdimensionale Paulaner-Masskrug, der den Eingang des Zelts schmückt, ist kaum zu übersehen.

Auch die Prominenz aus der Nachbarschaft zeigt sich gern im früheren "Winzerer Fähndl", in dem das Mitsingen zum Programm gehört. Natürlich wird Bier der gleichnamigen Brauerei ausgeschenkt.

Mehr Informationen gibt es unter www.paulanerfestzelt.de.

Schützen-Festzelt

Das Schützen-Festzelt ist bei der Münchner Jugend genauso beliebt wie bei traditionsbewussten Bayern. Auch Familien kommen gerne, besonders zur traditionellen Mittags-Wiesn. Vor allem am Wochenende muss man aber früh dran sein, sonst bekommt man keinen Platz mehr am Fuße der Bavaria.

Die Gäste im Schützenzelt stammen vor allem aus München und dem Umland. Die Besonderheit: An 110 Schießständen gibt es hier das traditionelle Oktoberfestschießen. Unter der rot-grün-gelben Decke haben 5100 Gäste Platz, im Biergarten nochmal 1400.

Das Bier, das dort getrunken wird, kommt von Löwenbräu.

Mehr Infos unter www.schuetzen-festzelt.de.

Kufflers Weinzelt

Wer sagt denn, dass es immer Bier sein muss auf der Wiesn? Im Weinzelt gibt es mehr als 15 Weine und verschiedene Sekt- und Champagner-Sorten. Wiesnbier gibt es nicht – nur Weißbier.

Statt auf Bierbänken sitzt man hier auf Stühlen und Bänken mit Lehne beziehungsweise steht darauf. Gefeiert werden darf hier bis ein Uhr nachts.

Besonders beliebt ist das Weinzelt bei den Damen. Männerbesuch ist natürlich immer herzlich willkommen, nach einem Gläschen wird hier gerne mit dem Flirten begonnen.

Die Wirte des Weinzeltes sind die Kufflers. Das kulinarische Angebot profitiert deshalb sehr von den Münchner Restaurants der Kuffler-Gruppe – zum Beispiel das Mangostin und der Haxnbauer im Scholastikahaus - die im Zelt für das Essen sorgen.

Insgesamt hat das Weinzelt 2500 Plätze drinnen und noch 500 draußen. Einen extra Raucherbalkon gibt es auch.

Mehr Infos finden Weinliebhaber auf www.weinzelt.com.

Käfer Wiesn-Schänke

Käfers Wiesn-Schänke ist das Promizelt schlechthin. Hier lassen sich die Fußballstars des FC Bayern und Tennislegende Boris Becker gerne blicken, dazu weitere A-, B- oder Z-Promis.

Die Münchner Schickeria ist hier weitgehend unter sich, denn in Zelt und Garten haben nicht einmal 3000 Leute Platz.

Michael Käfers Wiesn-Schänke ist bis 0.30 Uhr geöffnet. Zu später Stunde aber verschafft einem oft nur noch ein bekannter Name Einlass ins Zelt.

Neben Paulaner-Bier gibt es hier auch einiges an Wiesn-Spezialitäten aus dem Käferschen Feinkost-Imperium.

Mehr Infos zur Wiesn-Schänke auf www.feinkost-kaefer.de/wiesn-schaenke

Festzelt Tradition (Oide Wiesn)

Manch Einheimischer hat jahrelang einen weiten Bogen um die Wiesn gemacht: zu voll, zu laut, zu kommerziell. Doch seit 2010 das 200-jährige Bestehen des Oktoberfests erstmals mit der Oidn Wiesn gefeiert wurde, gibt es eine Alternative: Hier, am separierten Gelände (Achtung: vier Euro Eintritt), lässt es sich etwas geruhsamer feiern. Manch einer hat so seine Liebe zum Oktoberfest wiederentdeckt.

Das Festzelt Tradition, das größte Bierzelt auf der Oidn Wiesn, wirbt mit dem Spruch "Zurück zur Gemütlichkeit". Und das völlig zu Recht: Hier gibt es traditionelle Blasmusik, Bier aus Steinkrügen und echte Goaßlschnoizer. (Für alle Nicht-Bayern: Das sind Burschen in Tracht, die ihre Peitschen im Takt schnalzen lassen.)

Viele Besucher kommen in echter Tracht - nicht in den chinesischen Billigdirndln.

Kulinarisch ist alles - wie der Name vermuten lässt - sehr traditionell gehalten: Brotzeit- und Wurstgerichte, Steckerlfisch, Hendl, Schweinshaxe und alle erwartbaren bayerischen Klassiker. Für Vegetarier und Veganer gibt es ein paar wenige Gerichte.

Das Bier der Augustiner-Brauerei kommt hier nicht aus einem Stahltank, sondern wird aus Holzfässern gezapft. Im Festzelt Tradition ist Platz für 5000 Personen und für weitere 2700 im Biergarten. Geöffnet hat es ab 10 Uhr, Schankschluss ist um 21:30 Uhr.

Mehr Infos unter http://www.oktoberfestzelt-tradition.de

Museumszelt (Oide Wiesn)

Man kann sich darüber streiten, ob das Museumszelt nun zu den klassischen Bierzelten auf dem Oktoberfest gehört, oder nicht. Vom Charakter her ist es eher ein musealer Ort für Exponate der Münchner Schausteller-Stiftung. Allerdings gibt es auch einen Gastrobereich mit Ausschank.

Genau das macht das Museumszelt zu einem Geheimtipp: Wenn scheinbar alle Zelte auf der Theresienwiese schon wegen Überfüllung geschlossen sind, dann lohnt es, hier einen Blick hereinzuwerfen.

Denn bis sich hierher in den hintersten Winkel der Oidn Wiesn die Massen verirren, muss so einiges geschehen.

Zu essen bietet das Museumszelt bayerische Schmankerl wie Zwiebelfleisch oder Schweinebraten. Das Bier kommt von der Spaten-Brauerei und wird im Steinkrug serviert.

Mehr Infos unter https://www.museumszelt-oidewiesn.de

Zur Schützenlisl (Oide Wiesn)

Die "Schützenlisl" alias Coletta Möritz als Postkartenmotiv

Der Neuling auf der Oidn Wiesn ist eigentlich gar keiner. Denn das Volkssängerzelt Schützenlisl wird geführt von Lorenz Stiftl und seiner Frau Christine. Die Stiftls aber sind schon seit 20 Jahren auf der Wiesn und hatten bisher das kleine Zelt Zum Stiftl, links vom Löwenbräuzelt.

Jetzt haben sie den Zuschlag für das Volkssängerzelt auf der Oidn Wiesn bekommen, das bisher Zur Schönheitskönigin hieß.

Aus der wird jetzt eine Bürgerliche, die Schützenlisl nämlich. Von der Statur hat sie sich aber nicht verändert, es handelt sich tatsächlich um das gleiche Zelt. Allerdings wird es erheblich umdekoriert. 1396 Gäste haben drinnen Platz, noch einmal 400 weitere draußen im Biergarten.

Statt Hofbräubier gibt’s jetzt Augustiner, und das Musikprogramm bestreitet nicht mehr die Couplet AG um den Chefkabarettisten Jürgen Kirner. Die Volksmusikantin Traudl Siferlinger hat es nun zusammengestellt, bekannt unter anderem durch die BR-Fernsehsendung Wirtshausmusikanten beim Hirzinger.

Es ist eine bunte Mischung aus Altbewährtem wie den Dellnhauser Musikanten und Neulingen wie der Werdnfoiserwoifahrts Musi. Auch auf der Oidn Wiesn bekommen die Jungen also ihre Chance.

Herzkasperlzelt (Oide Wiesn)

Das Herzkasperlzelt soll ein traditionelles Münchner Wirtshaus auf Zeit darstellen. Die Musikauswahl erinnert hier nicht an Ballermann und Après-Ski, zu hören gibt es neue und alte Volksmusik.

Benannt ist das Zelt nicht nach dem bayerischen Wort für Herzinfarkt, sondern nach einer Paraderolle des 2009 verstorbenen Schauspielers Jörg Hube: Er spielte den zutiefst münchnerischen Kasperl regelmäßig im Wirtshaus Fraunhofer, das ebenfalls dem Wirt Beppi Bachmaier gehört.

Zu essen gibt es im Herzkasperlzelt Klassiker wie Hendl, Haxe und Steckerlfisch. Zudem einige vegane Gerichte wie Sellerieschnitzel oder Sojamedaillons in Dunkelbier-Zwiebelsauce.

Das Zelt bietet Platz für 1748 Personen (innen) und weitere 1096 Plätze im Biergarten. Es befindet sich auf dem Gelände der Oidn Wiesn und ist von 10 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Ausgeschenkt wird das Bier von Hacker-Pschorr in Tonkrügen.
Team
Text Katharina Haase, Franz Kotteder, Ana Maria Michel
Infografik Hanna Eiden, Julia Kraus
Digitales Storytelling Katja Schnitzler
Digitales Design Lea Gardner
Redaktion Isabel Bernstein, Katja Schnitzler