Süddeutsche Zeitung

Verkehr:Mehr Platz für Fahrräder im Glockenbachviertel

Geht es nach den Politikern im Viertel, so sollen viele Straßen mit Radparkplätzen zu Lasten von Pkw-Stellflächen ausgestattet werden. Was die Autofahrer dazu sagen, wird sich zeigen.

Von Birgit Lotze

Im Glockenbachviertel will man, was Parkplätze angeht, umsatteln. Das Baureferat soll an zehn Stellen jeweils ein bis zwei Autostellplätze als Fahrradparkplätze ausweisen, fordert der Bezirksausschuss Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt auf Initiative von Claudia Lowitz und Florian Petrich (Grüne). Die Zahl der Radfahrer sei in den vergangenen Monaten stark gestiegen, begründen die beiden ihren Vorstoß. In den ersten Monaten dieses Jahres soll der Anteil des Radverkehrs in München um zwanzig Prozent zugelegt haben. Vier von fünf Münchnern waren bereits 2017 zumindest Fahrradbesitzer, ist in einer gemeinsamen Studie des Bundesverkehrsministeriums und des Münchner Planungsreferats zu lesen. Fahrräder stellten allerdings auch, geparkt auf Gehwegen, oft ein Hindernis da.

Folgt man den Vorschlägen der beiden Grünen, ist diese Umwandlung an der Pestalozzistraße gegenüber der Einmündung der Stephanstraße vorgesehen und an der Ecke Pestalozzistraße und Holzplatz vor dem Obertonhaus. Auch an der Kreuzung Holzstraße und Pestalozzistraße und der Holzstraße/Westermühlstraße sollen Fahrradflächen auf bisherigen Autostellplätzen geschaffen werden, ebenso an der Westermühlstraße neben dem Schanigarten der Gastwirtschaft Kaiser Otto. Weitere Fahrradflächen fehlen an der Westermühlstraße, sie sollen auch an der Ecke Jahnstraße neben den kleinen Grüninseln entstehen, ebenso auf der Ostseite der Gaststätte Faun an der Jahnstraße.

Auch am Arena-Kino an der Ickstattstraße und - gleich gegenüber - vor dem Biergarten der Gaststätte Sax soll man künftig am Straßenrand sein Fahrrad abstellen können. Vor dem Kino wäre es sinnvoll, wenn man dann gleich auch die Gehwegnase vorziehe, hieß es im BA.

An der Klenzestraße soll an zwei Ecken Parkraum für Fahrräder geschaffen werden: einmal an der Ecke zur Westermühlstraße vor der Westermühlstraße 16, eventuell auf den zwei isolierten Senkrecht-Parkplätzen, des Weiteren vor der Klenzestraße 73/75. Vor der Geyerstraße 14 und 16 sollen - eben weil da viele entlang der Hauswand stehen - auch Abstellplätze für Lastenfahrräder geschaffen werden. Im Blick von Lowitz und Petrich sind auch die beiden Eckparkplätze, dort, wo Holzstraße und Am Glockenbach aufeinander stoßen. Der Übergang werde laufend zugeparkt, sie könnten sich vorstellen, dass auch dort die Gehwegnasen auf beiden Straßenseiten vorgezogen werden. Vor dem Eingang zum Glockenbachspielplatz sollen auch Lastenräder und Anhänger eigenen Platz bekommen.

Was die Bürger, die im Glockenbachviertel ihre Autos abstellen, dazu sagen werden, wird sich noch zeigen. Doch der Radentscheid, hinter den sich im vergangenen Jahr auch der Stadtrat stellte, enthält auch die Forderung nach flächendeckenden und sicheren Abstellmöglichkeiten. Demnach können Fahrradparkplätze auch durch Umwandeln von bisherigen Autostellplätzen entstehen. In Innenstadtbereichen wie der Ludwigsvorstadt und der Isarvorstadt sei dies die einzig mögliche Lösung, da nicht ausreichend Flächen auf Privatgrund zur Verfügung stehen, sagte Claudia Lowitz.

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Quelle:
SZ vom 20.11.2020/kafe
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