Süddeutsche Zeitung

Fußball:München bekommt Champions-League-Finale 2022

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Von Heiner Effern

München wird das Finale der Champions League im Jahr 2022 ausrichten. Der Europäische Fußballverband Uefa vergab am Dienstag das Endspiel in die Arena nach Fröttmaning. Zehn Jahre nach dem sogenannten Finale dahoam könnte sich dem FC Bayern dann die Chance bieten, die damalige Niederlage gegen den FC Chelsea vergessen zu machen (sofern er denn 2022 das Finale erreicht). Im Jahr 2012 hatten sich die Londoner in München den Siegerpokal im Elfmeterschießen geschnappt.

Dass das wichtigste Spiel der Champions League in Fröttmaning ausgetragen wird, kommt keineswegs überraschend: Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Der exakte Termin steht noch nicht fest, wird aber wohl wieder auf einen Samstag im Frühjahr fallen. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zeigte sich begeistert über den Zuschlag: "München ist eine Sportstadt, viele Bürgerinnen und Bürger sind unglaublich fußballbegeistert. Es freut mich deshalb sehr, dass wir 2022 schon zum vierten Mal Gastgeberin des Champions-League-Finales sein dürfen und mit Fußballfans aus ganz Europa ein tolles Fußballfest feiern dürfen." Im Olympiastadion und in der Fröttmaninger Arena fanden die Endspiele des wichtigsten Vereinswettbewerbs Europas bereits 1993, 1997 und 2012 statt.

Ursprünglich sollte bereits im Jahr 2021 das Finale in München stattfinden, doch daran meldete auch Sankt Petersburg Interesse an. Um den Konflikt zu lösen, verteilte die Uefa nun auch gleich noch die Endspiele für die Jahre 2022 und 2023 (London). Der Münchner Stadtrat hatte deshalb im Juni seine Bewerbung auf zwei Jahre erweitert. Die veranschlagten Kosten blieben mit 8,6 Millionen Euro jeweils gleich. Mit diesem Budget kommt die Stadt den Verpflichtungen nach, die die Uefa den Gastgebern in ihren Verträgen auferlegt. Allerdings fürchtet die Stadt, dass die Ausgaben noch steigen könnten. "Die Erfahrungen der Vergangenheit" hätten gezeigt, dass Mehrkosten nicht die Uefa, sondern stets die Gastgeberstadt tragen müsse, heißt es dazu im Stadtratsbeschluss.

Für diese Millionen bekommen die Stadt und die Fans zahlreiche Veranstaltungen. Geplant ist zum Beispiel ein viertägiges Festival im Olympiapark. Dort soll von Donnerstag bis Sonntag unter anderem der Champions-League-Pokal stehen, damit sich die Besucher mit ihm fotografieren lassen können. Daneben soll auch ein Kleinfeld aufgebaut werden, auf dem prominente Botschafter der Uefa wie zum Beispiel ehemalige Profis antreten. Des Weiteren sind Konzerte vorgesehen, Ausstellungen und auch Musik von DJs. Sollte das Finale attraktiv besetzt und viele Fußballfans unterwegs sein, ist Public Viewing im Olympiastadion eine Option.

Die Anhänger der beiden Teilnehmer sollen in München getrennte Treffpunkte zugewiesen bekommen. Diese will die Stadt aber erst später festlegen. Für die Spiele der Fußball-EM 2020 in München hat sie für ähnliche Pläne den Alten Botanischen Garten und den Odeonsplatz gemeldet. Vorankommen sollen die Fans vor allem öffentlich - und das gratis. Für das Spiel verlangt die Uefa ein Kombiticket, in dem der Nahverkehr enthalten ist. Die Funktionäre und Ehrengäste wollen am Abend vor dem Finale ebenfalls zum Nulltarif speisen, weshalb die Stadt eine Dinnerparty für 600 Gäste gibt. Die größten Brocken im Budget werden aber die Ausgaben für die Sicherheit und den Verkehr mit Millionensummen ausmachen.

Mit dem Zuschlag für das Champions-League-Finale im Jahr 2022 steht fest, dass die Fans in München in den kommenden Jahren eine wohl einmalige Serie an Spitzenereignissen im Fußball sehen werden. Zwei Jahre zuvor ist die Stadt Austragungsort für die über mehrere Länder verteilte Europameisterschaft. Zum Paket gehören drei Spiele der EM-Gruppe F (am 16., 20. und 24. Juni) sowie ein Viertelfinale (3. Juli). Sollte sich die deutsche Nationalmannschaft qualifizieren, spielt sie mindestens zweimal in München. 2024 wird München dann erneut Gastgeber für eine Europameisterschaft sein. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte sich diesmal als alleiniger Ausrichter beworben.

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Quelle:
SZ vom 25.09.2019
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