Süddeutsche Zeitung

Schienenverkehr:Bahnausbau im Südosten verzögert sich

Die Zugstrecke von München über Mühldorf Richtung Salzburg sollte bis 2030 zweigleisig werden. Dieser Zeitplan ist nicht mehr zu halten.

Von Matthias Köpf, Mühldorf

Der zuletzt bis 2030 geplante zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke von München über Mühldorf bis Burghausen und Freilassing verzögert sich voraussichtlich um mehrere Jahre. Dies hat der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Bayern, Klaus-Dieter Josel, am Montag in einer Sitzung des Projektbeirates in Mühldorf mitgeteilt. Die Bahn begründet ihren neuen Zeitplan für das Milliardenprojekt mit politischen Entscheidungen.

Zum einen macht das bundeseigene Unternehmen das 2020 in Kraft getretene Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz für die absehbare Verzögerung verantwortlich. Dieses soll es ermöglichen, große Verkehrsprojekte nicht mehr per Planfeststellungsverfahren, sondern per Gesetzesbeschluss im Bundestag zu genehmigen. Auf den Ausbau der 145 Kilometer langen Bahnlinie durch Bayerns Südosten hat es laut DB aber zunächst den Effekt, dass bestimmte Verfahrensschritte wie Umweltprüfungen nicht mehr parallel, sondern nacheinander abgearbeitet werden müssen.

Eine weitere Verzögerung entsteht laut Bahn durch eine von der Gemeinde Heldenstein und dem Landkreis Mühldorf verlangte und vom damaligen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im vergangenen Sommer zugesagte Umplanung für den Ort Weidenbach, wo es anstelle eines Bahnübergangs nun eine Eisenbahnbrücke geben soll.

Die Bahnstrecke Richtung Mühldorf, auf der täglich rund 15 000 Pendler unterwegs sind, soll schon seit ihrer Inbetriebnahme vor rund 150 Jahren ausgebaut werden. Der aktuelle Planungsauftrag stammt von 2013. Inzwischen soll die Trasse Zuggeschwindigkeiten bis zu 200 Stundenkilometer möglich machen und neben Regionalzügen und dem Güterverkehr ins bayerische Chemiedreieck auch einen großen Teil des schnellen Personenverkehrs zwischen München und Salzburg aufnehmen.

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