Süddeutsche Zeitung

SSC Neapel:Achtelfinale erreicht - aber Ancelotti entlassen

Der SSC Neapel verkündet in der Nacht nach dem 4:0 gegen Genk die Trennung vom früheren Bayern-Coach. Die deutschen Handballerinnen verpassen das WM-Halbfinale.

Meldungen im Überblick

SSC Neapel, Ancelotti: Der frühere Bayern-Coach Carlo Ancelotti ist nach dem Einzug in das Achtelfinale der Champions League als Trainer beim SSC Neapel beurlaubt worden. Das teilte der italienische Club am späten Dienstagabend mit. Zuvor hatte Neapel durch ein 4:0 gegen KRC Genk die K.o.-Runde der Fußball-Königsklasse erreicht und erstmals nach zuvor neun sieglosen Spielen wieder gewonnen.

Unmittelbar nach dem Spiel hatte der 60-Jährige Rücktrittsgedanken zurückgewiesen. "Ich bin noch nie in meinem Leben zurückgetreten - und ich werde es nicht tun", hatte Ancelotti dem Sender Sky Sport Italia gesagt. Italienische Medien hatten zuvor schon spekuliert, dass Ancelotti trotz des Sieges das letzte Mal auf der Trainerbank in Neapel sitzen könnte. Der Club steht in der Serie A derzeit nur auf Platz sieben. Im Gespräch als Ancelotti-Nachfolger ist Ex-Nationalspieler Gennaro Gattuso, der zuletzt den AC Mailand trainierte.

Handball, WM: Deutschlands Handball-Frauen haben den erstmaligen Einzug ins WM-Halbfinale seit 2007 verpasst und spielen bei den Titelkämpfen in Japan um Platz sieben. Die DHB-Auswahl verlor am Mittwoch in Kumamoto ihr letztes Hauptrundenspiel gegen Rekord-Europameister Norwegen mit 29:32 (16:17) und schloss die Gruppe I mit 5:5 Punkten als Vierter ab. Die deutsche Mannschaft muss nun am Freitag ihr Platzierungsspiel gegen Schweden gewinnen, um sich das erhoffte Ticket für die Olympia-Ausscheidung im März 2020 zu sichern. Gruppensieger Norwegen trifft im Halbfinale auf Spanien. Den zweiten Endspiel-Teilnehmer ermitteln Olympiasieger Russland und die Niederlande. Das Spiel um Platz fünf bestreiten Serbien und Montenegro.

Champions League, Liverpool: Teammanager Jürgen Klopp hat sich nach dem Achtelfinal-Einzug in der Champions League mit dem FC Liverpool bei dem Übersetzer entschuldigt, den er am Vortag noch harsch kritisiert hatte. "Sorry, ich war ein Idiot", sagte Klopp zu dem Sprachexperten bei der Pressekonferenz nach dem 2:0 (0:0) bei RB Salzburg, mit dem sich der Titelverteidiger den Gruppensieg sicherte, und reichte dem Mann die Hand.

Der Übersetzer sprach gegenüber dem SID von einer "wunderbaren Geste" Klopps. Er bleibe bei seiner Kritik, dass er mit der Übersetzung am Montag nicht einverstanden gewesen sei, meinte Klopp zwar. Die Art und Weise, in der er seinem Unmut öffentlich Luft verschafft habe, sei aber nicht in Ordnung gewesen: "Dafür möchte ich mich entschuldigen." Bei der Pressekonferenz vor dem Spiel war Klopp mit der Übersetzung einer Aussage seines Kapitäns Jordan Henderson vom Englischen ins Deutsche nicht einverstanden gewesen. "Das ist natürlich scheiße für einen Dolmetscher, wenn ein deutschsprachiger Trainer nebendran sitzt", sagte er und fügte genervt an: "Also schon zuhören. Sonst kann ich es auch übersetzen. Das ist ja nicht so schwer."

Champions League, Barcelona: Toptalent Ansu Fati vom FC Barcelona hat einen 22 Jahre alten Champions-League-Rekord gebrochen und ist nun der jüngste Torschütze in dem Wettbewerb. Der Fußball-Profi traf am Dienstag nach seiner Einwechslung spät zum 2:1 (1:1)-Sieg bei Inter Mailand (87. Minute). Fati war bei seinem Premierentreffer in der Königsklasse 17 Jahre und 40 Tage alt und damit deutlich jünger als der bisherige Rekordhalter Peter Ofori-Quaye, der 1997 im Alter von 17 Jahren und 195 Tagen für Olympiakos Piräus getroffen hatte.

Barça hatte jüngst den bis 2022 laufenden Vertrag mit dem Toptalent deutlich aufgebessert. Die Ausstiegsklausel für den Youngster, der in dieser Saison im Alter von 16 Jahren und 304 Tagen zum jüngsten Torschützen der Katalanen in der spanischen Liga geworden war, wurde von 100 auf 170 Millionen Euro angehoben. Zudem war Fati durch seinen Einsatz beim 1:1 bei Borussia Dortmund bereits zum jüngsten Barça-Spieler in der Champions League geworden.

Frankreich, Trainer: Der französische Weltmeister-Trainer Didier Deschamps hat seinen Vertrag bis zum Ende der Fußball-WM 2022 in Katar verlängert. Darauf verständigte sich der 51 Jahre alte Coach mit dem Verbandspräsidenten Noël Le Gräet. Das teilte der französische Verband FFF am Dienstag in Paris mit. Der aus dem südwestfranzösischen Bayonne stammende Deschamps war schon als Spieler 1998 Weltmeister, übernahm 2012 als Trainer die Nationalmannschaft und führte sie im vorigen Jahr in Russland zum zweiten Titel. Bei der kommenden EM-Endrunde ist Frankreich am 16. Juni 2020 in München erster deutscher Vorrundengegner. Bei der vergangenen Endrunde im eigenen Land hatten die Franzosen 2016 das Finale gegen Portugal verloren und damit den zweiten EM-Triumph nach 1984 verpasst. Die Portugiesen spielen im kommenden Jahr in der gleichen Gruppe wie Deutschland und Frankreich.

Youth League, BVB: Fußball-Ausnahmetalent Youssoufa Moukoko (15) hat in der Uefa Youth League einen Dreierpack für Borussia Dortmund erzielt und erneut massiv auf sich aufmerksam gemacht. Gegen Slavia Prag setzte sich der BVB mit 5:1 (3:0) durch und zog am letzten Spieltag der Gruppenphase als Zweiter ins Sechzehntelfinale ein. Neben Moukoko (26./34./64.), der seine Treffer zwei, drei und vier in der Youth League erzielte, traf Giovanni Reyna (39./59.), Sohn des früheren Bundesliga-Profis Claudio Reyna, doppelt und bereitete zwei Treffer vor.

Eishockey, CHL: Vorjahresfinalist Red Bull München hat den Einzug ins Halbfinale der Champions Hockey League (CHL) verpasst. Im Viertelfinal-Rückspiel gegen den schwedischen Vizemeister Djurgardens IF unterlag die Mannschaft von Trainer Don Jackson 0:3 (0:0, 0:1, 0:2). Bereits im Hinspiel vor einer Woche war der souveräne Tabellenführer der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mit 1:5 unter die Räder gekommen. Tom Nilsson (23.), Kalle Ostman (44.) und Henrik Eriksson (57.) erzielten die Tore für die Gäste. Ostman traf bereits aufs leere Tor, nachdem Jackson weit vor Schluss schon alles auf eine Karte gesetzt hatte und Goalie Daniel Fießinger für einen sechsten Feldspieler herausnahm. Auch Eriksson schob den Puck in der Schlussphase ins Empty Net. Der deutsche Eishockeymeister Adler Mannheim und CHL-Debütant Augsburger Panther waren bereits im Achtelfinale ausgeschieden.

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