Süddeutsche Zeitung

Premier League:Klopp und Liverpool verlieren das sechste Heimspiel in Serie

Der englische Meister unterliegt Fulham und rutscht weiter in der Tabelle ab. Manchester City verliert gegen den Stadtrivalen. Steven Gerrard feiert in Schottland die Meisterschaft mit den Rangers.

England

Die Negativserie des englischen Fußballmeisters FC Liverpool im eigenen Stadion setzt sich fort. Drei Tage vor dem Champions-League-Spiel gegen RB Leipzig verlor die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp am Sonntag in der Premier League bereits ihr sechstes Heimspiel in Serie - die Reds unterlagen dem abstiegsgefährdeten FC Fulham verdient mit 0:1 (0:1).

Den Siegtreffer für die Gäste aus London erzielte Mario Lemina (45. Minute) kurz vor dem Pausenpfiff. Liverpool wirkte erneut unsicher und strahlte im Angriff wenig Gefahr aus. Während der Partie drehte ein Flugzeug mit einem motivierenden Banner über dem Stadion Anfield seine Runden. Auf dem Banner stand: "Einheit ist Stärke - auf geht's, Reds! You'll never walk alone." In der Schlussphase kam sogar Torwart Alisson bei einer Ecke mit nach vorn, doch es half nichts.

Seit Wochen steckt Liverpool in einer Krise. Von den letzten 14 Premier-League-Spielen gewann das Team nur drei. In der Tabelle war Liverpool nach dem Abpfiff am Sonntag nur noch Siebter, hatte aber mehr Spiele absolviert als die benachbarten Teams. Die Titelverteidigung ist angesichts von mehr als 20 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Manchester City längst abgehakt. Aus den nationalen Pokal-Wettbewerben sind die Reds ebenfalls ausgeschieden.

Nach wettbewerbsübergreifend 21 Siegen ist die Erfolgsserie von Trainer Pep Guardiola und Manchester City ausgerechnet im Lokalderby gegen Manchester United gerissen. Tabellenführer City verlor am Sonntag mit 0:2 (0:1) gegen den Rekordmeister, der sich im Etihad-Stadion effizient und defensivstark präsentierte.

Schon kurz nach dem Anpfiff brachte Bruno Fernandes (2. Minute) die Gäste per Foulelfmeter in Führung. In der zweiten Hälfte erhöhte Uniteds Luke Shaw (50.) nach einem Doppelpass mit Marcus Rashford, der sich später verletzte und 20 Minuten vor dem Spielende humpelnd den Platz verließ.

Die Premier-League-Tabelle führt Spitzenreiter City nach der Niederlage weiter mit elf Punkten Vorsprung auf Manchester United an. Während die Citizens trotz des Rückschlags weiter auf Kurs in Richtung Meisterschaft sind, unterstrich United seine Ambitionen auf einen Champions-League-Platz. Die Red Devils haben einen Punkt Vorsprung auf den Dritten Leicester City und acht auf den Fünften Everton, der zwei Spiele weniger absolviert hat.

Auch der FC Arsenal hat nach dem Erfolg gegen Leicester City einen Dämpfer hinnehmen müssen. Die Mannschaft um den deutschen Nationaltorwart Bernd Leno kam beim FC Burnley nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Arsenal liegt nach 27 Spielen mit 38 Punkten im Tabellenmittelfeld. Der frühere Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang brachte die Gunners in Führung (6.), die die Partie zunächst im Griff hatten. Granit Xhaka schoss dann allerdings Burnleys Chris Wood an, der den Ball zum Ausgleich vorbei an Leno ins Tor lenkte (39.).

Schottland

Das lange Warten hat ein Ende: Die Rangers sind erstmals seit 2011 wieder schottischer Meister. Der Rekordchampion aus Glasgow um Teammanager Steven Gerrard holte seinen 55. Titel nach neun Jahren, neun Monaten und 20 Tagen vorzeitig, weil Rivale Celtic (51 Meisterschaften) bei Dundee United nicht über ein 0:0 hinauskam. Nach 28 Siegen und vier Unentschieden in 32 Saisonspielen ohne Niederlage sind die Rangers bei noch sechs ausstehenden Partien nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen. Bereits am Samstag hatte Gerrards Team mit dem 3:0 über St. Mirren den Grundstein dafür gelegt, die Celtic-Serie nach neun Meisterschaften zu beenden. Mit dem zehnten Titel hintereinander hätte der ewige Kontrahent einen Rekord aufgestellt.

Für die Rangers um den früheren Mainzer Leon Balogun ist die Meisterschaft nach der Insolvenz 2012 und dem Sturz in die Viertklassigkeit eine Befreiung. 2016 war der Klub in die Scottish Premier League zurückgekehrt, Liverpool-Legende Gerrard kam 2018 dazu. Seinen ersten Titel als Trainer feierte der 40-Jährige schon am Samstag, als er bäuchlings als "Diver" über den biernassen Kabinenboden schlitterte. Trotz Verbots wegen der Pandemie hatten sich Tausende Fans vor dem Ibrox-Stadion versammelt und ausgelassen mit bengalischen Feuern gefeiert. Die schottische Regierung rügte die Anhänger, die Polizei drückte beide Augen zu. Gerrard grüßte den Anhang aus einem gekippten Kabinenfenster und ermahnte sie, "demütig" zu bleiben und auf sich aufzupassen.

Spanien

Der FC Barcelona hält den Druck auf Atletico Madrid hoch. Die Katalanen kamen zu einem zähen 2:0 (1:0) bei CA Osasuna und verkürzten den Rückstand auf den Tabellenführer auf zwei Punkte. Allerdings hat das Team des deutschen Nationaltorhüters Marc-Andre ter Stegen bereits zwei Spiele mehr absolviert. Am Sonntag (16.15 Uhr/DAZN) steht das Madrid-Derby zwischen Atletico und Real an. Lionel Messi machte am Samstagabend wieder einmal den Unterschied.

Der argentinische Dribbler leitete das 1:0 durch Jordi Alba (30.) mit einem Traumpass ein. Messi überspielte die gesamte Abwehr, Alba behielt frei vor Torhüter Sergio Herrera die Nerven. Auch Ilaix Moribas 2:0 (83.) legte Messi auf. Barca gelang es über weite Strecken des Spiels nicht, sich weiter abzusetzen. Stattdessen stand ter Stegen immer wieder im Blickpunkt. Unter anderem gegen Ruben Garcia (34.) parierte der 28-Jährige stark.

Frankreich

Der französische Fußball-Meister Paris Saint-Germain hat sich problemlos für das Pokal-Achtelfinale qualifiziert. Die Mannschaft um Kylian Mbappé siegte am Samstag bei Stade Brest 3:0 (2:0). Mbappé mit zwei Toren (9. und 73.) sowie Pablo Sarabia (44.) sorgten zugleich für eine gelungene Generalprobe für das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Barcelona am Mittwoch. Das Hinspiel hatte PSG bereits 4:1 in Spanien gewonnen.

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