Süddeutsche Zeitung

Kritik an Bewerbung für 2024:"Laut, bunt und entschlossen" gegen Olympia

  • In Berlin formieren sich die Gegner einer möglichen Olympiabewerbung der Hauptstadt. Das Büdnis NOlympia Berlin wirft dem Deutschen Olympischen Sportbund Ignoranz vor.
  • Der Bayerische Landes-Sportverband empfiehlt den Kollegen in Hamburg und Berlin, die Bürger bei der Entscheidung einzubinden.

Gegner kritisieren Olympiabewerbung scharf

Einen Tag nach dem Beschluss des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), sich in jedem Fall mit Berlin oder Hamburg für die Sommerspiele 2024 bewerben zu wollen, formieren sich die Olympia-Gegner. "Der DOSB zeigt sich lernunfähig und ignorant", teilte das Bündnis NOlympia Berlin mit. "Berlin braucht vieles, aber keine Ausrichtung Olympischer Spiele. DOSB und Senat stehen schon jetzt ohne Kleider da. Der Kaiser ist nackt!"

Volkssport statt Olympia

Der DOSB hatte am Dienstag den Fahrplan seiner Bewerbungsbemühungen vorgestellt. Demnach wird am 21. März über die Kür der Stadt entschieden, anschließend sollen dort die Bürger befragt werden. "Die Versprechen, erst die Bürger ernsthaft zu befragen und die Kritiker anzuhören, erweisen sich erwartungsgemäß als geplatzte Seifenblase", heißt es in der NOlympia-Presseerklärung: "Jetzt erst recht! Wir werden laut, bunt und entschlossen, gemeinsam mit den Berlinerinnen und Berlinern unser Ziel verfolgen, die Stadt vor olympischer Verschwendung zu bewahren und Widerstand leisten. Volksport statt Olympia."

Das sagen die Befürworter

Eine Bewerbung um die Olympischen Spiele 2024 hat aus Sicht des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV) nur mit einer breiten Unterstützung der Menschen in Deutschland Aussichten auf Erfolg. "Aus der Erfahrung Münchens ist die Bereitschaft der Bürger entscheidend. Sonst lohnt der Aufwand und die ganze Mühe nicht", sagte BLSV-Präsident Günther Lommer.

Eine mögliche weitere Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2022 war vor einem Jahr an negativen Bürgerentscheiden an allen vier geplanten Austragungsorten gescheitert. Bei der Frage, ob Berlin oder Hamburg ins Rennen geschickt werden sollten, sei darum sehr wichtig, "wie groß die Bereitschaft" der Bürger in den Städten sei, erklärte Lommer.

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