Süddeutsche Zeitung

2. Bundesliga:Köln schüttelt die Sorgen eindrucksvoll ab

Nach zuletzt zwei Niederlagen besiegen die Kölner St. Pauli mit 4:1. Die deutschen Biathleten belegen mit der Staffel beim letzten WM-Test den vierten Platz. Wendy Holdener gewinnt bei der Ski-WM die Kombination.

Fußball, 2. Bundesliga: Mit einem Dreierpack von Jhon Cordoba hat der 1. FC Köln im Top-Spiel der 2. Fußball-Bundesliga wieder einen der beiden direkten Aufstiegsplätze erobert. Der Bundesligaabsteiger gewann am Freitag das Spitzenspiel gegen den bisherigen Zweiten FC St. Pauli aus Hamburg verdient mit 4:1 (1:1) und feierte damit nach zwei Niederlagen den ersten Rückrundensieg. Vor 50 000 Zuschauern im RheinEnergieStadion traf Jhon Cordoba dreimal (32./53./58.), Simon Terodde (85.) einmal. Alexander Meier (38.) erzielte in seinem dritten Spiel seinen dritten Treffer für St. Pauli zum zwischenzeitlichen 1:1. "Die Jungs haben richtig guten Fußball gespielt. Das tut uns gut", befand FC-Trainer Markus Anfang. Mit 39 Punkten stehen die Kölner wieder auf Rang zwei vor den Hanseaten (37 Punkte) und können den Vorsprung im Nachholspiel bei Erzgebirge Aue am 27. Februar noch vergrößern. Tabellenerster ist St. Paulis Stadtrivale, der Hamburger SV (40).

Wintersport, Biathlon: Ohne drei Leistungsträger haben die deutschen Biathleten bei der WM-Generalprobe mit der Staffel im kanadischen Canmore den vierten Platz belegt. In der Besetzung Roman Rees, Erik Lesser, Philipp Nawrath und Johannes Kühn leistete sich das Quartett am Freitag insgesamt drei Strafrunden und zwölf Nachlader. Nach 4 x 7,5 Kilometern hatte das Team des Deutschen Skiverbandes aufgrund von schwachen Schießleistungen bei arktischen Temperaturen von minus 18 Grad 2:48,6 Minuten Rückstand auf Sieger Norwegen. Platz zwei sicherte sich Frankreich vor Russland. Deutschland lag eine Minute hinter Olympiasieger Russland. Ex-Weltmeister Lesser leistete sich eine Strafrunde, Schlussläufer Kühn sogar zwei. Im vierten Weltcup-Staffelrennen des Winters fehlten der kurzfristig erkrankte Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer, der noch nicht wieder genesene Sprint-Weltmeister Benedikt Doll und Massenstart-Weltmeister Simon Schempp, der in Deutschland trainiert. Das Quartett warten seit mehr als zwei Jahren auf einen Weltcupsieg.

Ski alpin, WM: Skirennfahrerin Wendy Holdener ist die voraussichtlich letzte Kombinations-Weltmeisterin der Geschichte. Im schwedischen Are war die Titelverteidigerin aus der Schweiz am Freitag nach der Abfahrt und dem Slalom 0,03 Sekunden schneller als die Slowakin Petra Vlhova. Bronze holte Ragnhild Mowinckel aus Norwegen mit 0,45 Sekunden Rückstand. Die Disziplin ist umstritten und steht vor dem Aus bei Großveranstaltungen. Die einzige deutsche Starterin Meike Pfister rutschte nach ihrem 18. Platz in der Abfahrt noch auf Rang 22. Für die 23-Jährige sind es die ersten Weltmeisterschaften ihrer Karriere.

Bundesliga, FC Bayern: Bayern München muss auch am Samstag (18.30 Uhr/Sky) im Bundesligaspiel gegen Schalke 04 auf Altstar Arjen Robben und Torhüter Manuel Neuer verzichten. Der DFB-Kapitän stehe "wahrscheinlich eher nicht" zur Verfügung, sagte Trainer Niko Kovac am Freitag. Neuer fehlte wegen einer Daumenverletzung zuletzt bereits in Leverkusen (1:3) und im Pokal bei Hertha BSC (3:2 n.V.). Der 32-Jährige wird gegen Schalke erneut von Sven Ulreich vertreten. Eine Rückkehr von Neuer ins Tor des deutschen Fußball-Rekordmeisters ist offen.

Nach der Partie gegen Schalke steht für die Bayern am 15. Februar das Derby beim FC Augsburg am. Am 19. Februar kommt es im Achtelfinale der Champions League zum Hinspiel-Kracher beim FC Liverpool. Man müsse bei Neuer schauen, so Kovac, "was bis dahin passiert. Wir werden kein Risiko eingehen, wollen nicht, dass es sich verschlechtert. Erst wenn Manu sein Okay gibt, wird er wieder dabei sein." Robben fehlt seit Wochen wegen einer Oberschenkelverletzung. "Arjen fängt immer wieder an und geht frühzeitig rein. Er möchte 100 Prozent beschwerdefrei sein. Dass er nicht spielen kann, ärgert uns und ihn natürlich am meisten", sagte Kovac. Wie lange es noch dauern werde, "kann ich nicht sagen".

Bundesliga, BVB: Borussia Dortmunds Kapitän Marco Reus fehlt am Samstag im Bundesliga-Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim. "Marco hat im letzten Spiel eine Muskelverletzung erlitten und wird nicht spielen können", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc am Freitag. Der Fußball-Nationalspieler war bei der Pokal-Niederlage gegen Werder Bremen am Dienstag zur Halbzeit wegen Oberschenkelproblemen ausgewechselt worden. Ob Reus kommende Woche in der Champions League gegen Tottenham Hotspur dabei sein kann, blieb zunächst unklar. "Das werden wir Anfang nächster Woche entschieden, wie es weiter geht", sagte Zorc.

Ski-WM, Are: Bei den Ski-Weltmeisterschaften in Are droht ein verkürzter Wettkampf in der Königsdisziplin - falls die Abfahrt wegen des erwarteten schlechten Wetters überhaupt wie geplant stattfindet. Das für Freitagmittag angesetzte Training kann erneut nur vom Start des Super-G gefahren werden. Damit der Weltmeister am Samstag über die komplette Strecke ermittelt werden kann, müssen die Fahrer aber zuvor in einem Training auf allen Teilen der Piste unterwegs gewesen sein. Das war bislang nicht der Fall. Zudem bedroht das Wetter den Wettkampf. "Die nächsten beiden Tage werden wirklich schwierig", sagte Renndirektor Hannes Trinkl. Das Training am Dienstag wurde wegen der Anreiseprobleme vieler Athleten gestrichen, schon am Donnerstag gab es nur eine verkürzte Testfahrt. Theoretisch denkbar ist wie schon in der Vergangenheit ein kurzes Training im oberen Streckenteil am Morgen vor dem Rennen. Dann könnte über die volle Distanz gefahren werden.

Bundesliga, Bremen: Fußball-Bundesligist Werder Bremen muss wochenlang auf Stürmer Martin Harnik verzichten. Der 31-Jährige erlitt beim Achtelfinalsieg im DFB-Pokal am Dienstag bei Borussia Dortmund eine schwere Muskelverletzung im Hüftbereich. Das teilte Werder am Freitag mit. "Wir hoffen, dass er schnell wieder fit wird und uns in der entscheidenden Phase der Saison wieder dabei sein kann", sagte Werder-Coach Florian Kohfeldt, präzisierte wenig später aber: "Wir müssen mit sechs bis acht Wochen Ausfallzeit rechnen." Dies sei zudem "optimistisch". Die Bremer spielen am Sonntag in der Bundesliga gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr).

Paralympics, Russland: Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hat die Suspendierung des russischen Paralympic-Komitees RPC aufgehoben. Diesen Beschluss gab IPC-Präsident Andrew Parsons am Freitag auf einer Pressekonferenz in Bonn bekannt. "Während der Suspendierung hat das RPC 69 erforderliche Maßnahmen umgesetzt, wir werden das RPC daher unter strikten Voraussetzungen zum 15. März wieder aufnehmen", sagte Parsons. "28 Monate nach der Suspendierung sind wir davon überzeugt, dass diese nicht länger nötig ist, da wir in Russland nun eine andere Situation vorfinden", führte Parsons aus. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte die Suspendierung der russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA) im vergangenen September aufgehoben und damit den Weg für das IPC geebnet.

Das IPC hatte das RPC im August 2016 suspendiert und die Aufhebung der Sperre unter anderem an die vollständige Wiederaufnahme der RUSADA durch die WADA sowie eine offizielle Anerkennung des McLaren-Reports, der Russland ein institutionalisiertes Dopingsystem attestiert, gekoppelt. Letzteres ist bis heute nicht geschehen. "Russland wird den McLaren-Report wahrscheinlich nie akzeptieren. Die Exekutive hat sich dennoch dazu entschieden, gemeinsam mit dem RPC einen Weg zu finden, der die Aufhebung der Suspendierung unter strikten Voraussetzungen möglich macht", sagte Parsons (41).

Biathlon, Kanada: Biathletin Franziska Hildebrand hat zum Auftakt des Weltcups im kanadischen Canmore im Einzel als beste Deutsche Platz vier belegt. Die zweimalige Staffel-Weltmeisterin blieb am Donnerstag ohne Schießfehler und verpasste ihren ersten Podestplatz in dieser Saison um 26,9 Sekunden. Den Sieg im Wettkampf über 12,5 km sicherte sich die Norwegerin Tiril Eckhoff (1 Fehler) vor Marketa Davidova aus Tschechien und der Italienerin Lisa Vittozzi (beide 0). Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier konnte aufgrund von zwei Schießfehlern nicht in den Kampf um den Sieg eingreifen. Auf Platz neun hatte sie 1:30,5 Minuten Rückstand auf Eckhoff. Noch vor elf Tagen hatte die siebenmalige Weltmeisterin Dahlmeier in Antholz erstmals in diesem Winter gewonnen. Zweitbeste Deutsche bei Temperaturen von minus zehn Grad war Vanessa Hinz (1) als Sechste.

Im Rennen der Männer hatte Erik Lesser den achten Rang belegt und sich die Norm für die Teilnahme an der WM in einem Monat in Östersund/Schweden gesichert. Seinen zwölften Saisonsieg im 16. Rennen feierte der fehlerfreie Norweger Johannes Thingnes Bö. Aufgrund extremer Kälte in den vergangenen Tagen wurde das Rennen von 15 auf 12,5 Kilometer verkürzt. Außerdem wurde ein Fehlschuss nicht mit der üblichen Strafminute, sondern nur mit 45 Sekunden geahndet. Die Wetterlage wird vom Weltverband IBU weiter beobachtet. Aktuell sind am Freitag die Staffeln und am Samstag Sprintrennen geplant.

Handball, HBL: Die SG Flensburg-Handewitt hat die lange WM-Pause gut verkraftet und auch das 20. Saisonspiel in der Handball-Bundesliga gewonnen. Der Tabellenführer, der weiter ohne Punktverlust ist, setzte sich am Donnerstagabend 30:23 (13:12) bei der HSG Wetzlar durch. Auch der THW Kiel hielt sich beim 29:25 (17:12) bei Frisch Auf Göppingen schadlos, hat aber weiter vier Punkte Rückstand auf den deutschen Meister aus Flensburg. Die Eulen Ludwigshafen verpassten derweil den zweiten Saisonsieg knapp. Der Tabellenletzte führte beim Ex-Meister VfL Gummersbach bis in die Schlussphase, musste sich aber dennoch mit einem 20:20 (12:5) zufriedengeben. Für den VfL, als 16. selbst in Abstiegsgefahr, war das Unentschieden enorm wertvoll - Gummersbach liegt weiterhin vier Zähler vor dem Schlusslicht aus Ludwigshafen.

Auch der starke Nationaltorhüter Silvio Heinevetter, der knapp 32 Prozent der Würfe auf sein Tor abwehrte, konnte unterdessen das 30:34 (15:15) der Füchse Berlin beim TBV Lemgo nicht verhindern. Die TSV Hannover-Burgdorf beendete die Negativserie von zuletzt sieben Niederlagen nacheinander - beim 33:22 (19:12) gegen den TVB Stuttgart gelang den Niedersachsen der erste Sieg seit dem vergangenen November. Flensburg, das sich nach anfänglichen Probleme im zweiten Durchgang deutlich steigerte, konnte sich auch in Wetzlar auf seine dänischen Weltmeister verlassen. Der erfolgreichste Werfer war Rasmus Lauge mit sieben Treffern, sein Landsmann Anders Zachariassen und der Norweger Magnus Röd steuerten jeweils fünf Tore bei. Stefan Cavor hielt mit sieben Treffern für Wetzlar dagegen.

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