Süddeutsche Zeitung

Großbritannien:Trauerfeier für Prinz Philip findet am 17. April statt

Prinz Harry reist für die Beerdigung aus den USA an. Der Sarg des Duke of Edinburgh soll, auf seinen Wunsch hin, auf einem speziell dafür umgebauten Geländewagen zur Kapelle gefahren werden.

Die Trauerfeier für Prinz Philip, den am vergangenen Freitag im Alter von 99 Jahren verstorbeben Ehemann von Königin Elizabeth II., soll am kommenden Samstag, dem 17. April stattfinden. Das teilte der Buckingham-Palast am Samstag mit. Die Trauerfeier werde in Windsor stattfinden. Wegen der Corona-Pandemie wird die Zeremonie stark reduziert sein. So soll es keine öffentliche Prozession geben, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

Die Trauerfeier wird nach dem Protokoll einer zeremoniellen königlichen Beerdigung vonstattengehen, wie auch die Beerdigung von Königin Elizabeth, Queen Mum, im Jahr 2002. Staatsbegräbnisse sind den regierenden Monarchen vorbehalten. Ausnahmen werden nur selten gemacht. Dem langjährigen englischen Premierminister Winston Churchill wurde zuletzt im Jahr 1965 eine solche Ehre zuteil. Die Pläne für die Beerdigung von Prinz Philip seien von der Queen abgenommen, hieß es in der Erklärung des Palastes.

Demnach sollen die Trauerfeierlichkeiten um 16 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit mit einer landesweiten Schweigeminute beginnen. Der Gottesdienst wird in der St.-Georges-Kapelle auf dem Gelände von Schloss Windsor stattfinden. Die Trauerfeier werde live im Fernsehen übertragen.

Prinz Harry kommt ohne Meghan

Der Sarg des Duke of Edinburgh wird auf einem extra dafür angepassten Land Rover innerhalb der Schlossmauern zur St.-Georges-Kapelle gefahren werden. So hatte es sich der Ehemann der Queen gewünscht. Er selbst war an dem Design des Geländewagens beteiligt gewesen. Mitglieder der königlichen Familie werden hinter dem Sarg hergehen. In der Kapelle wird Prinz Philips Schirmmütze der Royal Navy sowie sein Schwert auf den Sarg gelegt werden.

Die Zeremonie soll nur in kleinem Kreis stattfinden. Prinz Harry werde aus den USA anreisen, sagte ein Palastsprecher am Samstag. Seiner schwangeren Frau Herzogin Meghan sei von ihrem Arzt von der Reise abgeraten worden. Premierminister Boris Johnson verzichtet zugunsten von Familienmitgliedern auf seinen Platz und wird nicht an der Beerdigung teilnehmen. Prinz Philip und Queen Elizabeth haben vier Kinder, acht Enkel und zehn Urenkel.

Die Streitkräfte erwiesen dem ehemaligen Marineoffizier Philip am Samstag mit 41 Salutschüssen die letzte Ehre. Kanonendonner war zur Mittagszeit in allen Landesteilen des Vereinigten Königreichs sowie in Gibraltar zu hören. Unter anderem am Tower in London, in Edinburgh, Cardiff und Belfast. Auch mehrere Kriegsschiffe auf hoher See feuerten Kanonenschüsse ab. Auf vielen Anzeigetafeln, unter anderem am Londoner Piccadilly Circus, wurden Porträts Philips gezeigt. Im ganzen Land wehten die Fahnen auf halbmast. Fußballspiele und andere Sportveranstaltungen begannen mit einer Schweigeminute für den gestorbenen Royal.

"Mein lieber Papa war ein ganz besonderer Mensch"

Trotz Bitten des Palasts, davon abzusehen, legten am Samstag viele Menschen Blumen an den Schlössern in London, Windsor und andernorts ab. Ein Sprecher der Schlossparkverwaltung in Windsor sagte der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge, die Blumen würden auf "respektvolle" Weise entfernt und an einen Ort im Inneren des Palastgeländes gebracht. Wegen der Corona-Pandemie hatten der Palast und die Regierung am Freitag die Menschen dazu aufgerufen, sich nicht vor den Residenzen zu versammeln. Statt Blumen niederzulegen, sollten die Menschen an wohltätige Organisationen spenden, so der Aufruf. Eine Todesanzeige, die traditionell beim Ableben wichtiger Royals am Zaun des Buckingham-Palasts befestigt wird, wurde am Freitag nach kurzer Zeit wieder entfernt, um Trauernde nicht anzulocken.

Der britische Thronfolger Prinz Charles äußerte sich am Samstag über die Anteilnahme zum Tod seines Vaters Prinz Philip: "Mein lieber Papa war ein ganz besonderer Mensch, der wie ich denke, vor allem überwältigt wäre von der Reaktion und den bewegenden Dingen, die über ihn gesagt wurden, und was das betrifft, sind wir, meine Familie, zutiefst dankbar für all das. Es wird uns durch diesen besonderen Verlust und diese besonders traurige Zeit tragen."

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