Süddeutsche Zeitung

Umbau des Grünwalder Stadions:Endlich ein Dach für die Löwen-Fans

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Im schier unendlichen Warten auf die Modernisierung des Grünwalder Stadions konkretisiert Sport-Bürgermeisterin Verena Dietl die Perspektive: Im April soll endlich eine Entscheidung fallen.

Von Joachim Mölter

Das Warten auf die überfällige Sanierung des Städtischen Stadions an der Grünwalder Straße zieht sich schon lange so zäh hin wie ein ausgeleierter Kaugummi, aber nun scheint endlich etwas Dynamik in die Sache zu kommen. Allerdings nicht ganz so viel, wie die Fans des Hauptnutzers, des TSV 1860 München, sich wohl erhofft hatten, als sie am Mittwoch auf der Homepage ihres "Löwenmagazins" lasen: "Eine Entscheidung des Stadtrats steht unmittelbar bevor."

In einem begleitenden Interview wird Münchens Sport-Bürgermeisterin Verena Dietl sinngemäß so zitiert, dass sie am 9. März eine Beschlussvorlage im Sportausschuss diskutieren wolle, damit darüber dann zwei Wochen später in der Vollversammlung des Stadtrats entschieden werden könne.

Doch bereits am Freitag ging Dietl schon wieder in die Defensive und bremste die Vorfreunde. Da ließ sie mitteilen: "Aktuell müssen die letzten Punkte der Beschlussvorlage abgestimmt werden, so dass wir mit den Vorlauffristen den Sportausschuss Ende März mit der Stadionsanierung befassen können." Heißt: Auch in diesem Quartal wird wieder nicht entschieden, wie die traditionsreiche Fußball-Arena modernisiert wird. Aber dann ganz sicher im nächsten.

Die übernächste Sitzung des Sportausschusses ist jedenfalls erst für den 30. März terminiert, die übernächste Vollversammlung dann für den 27. April - das sind noch einmal mindestens vier Wochen Zeitverzögerung, auf die es nun auch schon nicht mehr ankommt nach Machbarkeitsstudien, Bewertungen und Debatten über eine angemessene Erhöhung der Miete, die nach der Renovierung fällig wird. Dabei sind sich alle beteiligten Parteien - die Stadt ebenso wie die das Stadion nutzenden Vereine TSV 1860, FC Bayern und von Türkgücü - im Grunde einig: "Das Städtische Stadion an der Grünwalder Straße ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden." So bekräftigte es Verena Dietl am Freitag noch einmal.

Ob die Aussicht aufs Dach den Anwohner freuen wird, bleibt abzuwarten

Zwar spielt die Mannschaft des TSV 1860 aktuell nur in der 3. Liga (ebenso wie derzeit auch noch die von Türkgücü), aber weil die Löwen ja prinzipiell immer Aufstiegsambitionen hegen, soll das Grünwalder Stadion bei der anstehenden Renovierung gleich zweitligatauglich umgebaut und das Fassungsvermögen von 15 000 auf 18 000 Zuschauer erhöht werden. "Dazu gehört als Liga-Anforderung neben der Errichtung von Hospitality-Bereichen auch die komplette Überdachung des Stadions, durch die ich mir deutliche Verbesserungen für den Schutz der Anwohner und Anwohnerinnen verspreche", fügte Dietl hinzu.

Durch die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) verlangte Rundum-Überdachung aller Tribünen würden im Grünwalder Stadion künftig auch die Fans in den Kurven nicht mehr im Regen stehen. Ob die Aussicht aufs Dach freilich auch diejenigen freuen wird, die bislang von den umliegenden Häusern eine gute Sicht ins Stadioninnere hatten, bleibt abzuwarten. Für die Nicht-Fußball-Fans unter den Anwohnern würden zumindest Lärm und Löwen-Gebrüll gedämpft. Offen ist, ob und inwieweit die manuell betriebene Anzeigetafel in der Westkurve bei einer Überdachung erhalten werden kann.

Entwürfe für die Umgestaltung des Grünwalder Stadions gibt es seit Jahren, bis zur Umsetzung werden wohl noch weitere vergehen. Nach einem Beschluss des Stadtrats wird es wohl noch einmal ein, zwei, drei Jahre dauern, bis das Projekt durch alle Planungsphasen gelaufen ist. Die Fans sollten als realistischen Umbaubeginn vermutlich erst das Jahr 2025 anvisieren.

Als Ausweichquartier steht den höherklassigen Fußballvereinen der Stadt dann grundsätzlich das für die European Championships 2022 renovierte Olympiastadion zur Verfügung. In der Vergangenheit sind speziell die Löwen und ihre Fans mit dieser Spielstätte nie so recht warm und glücklich geworden. Aber es wäre ja nur für eine bestimmte Zeit. Es wird schon nicht so lange dauern.

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