Süddeutsche Zeitung

Raubüberfall in Karlsfeld:Der Räuber mit der Schweinemaske

Ein maskierter Täter überfällt in Karlsfeld die Shell-Tankstelle in der Münchner Straße und erbeutet dabei mehrere Hundert Euro Bargeld. Kurz zuvor hatte er es in einer Tankstelle in Untermenzing versucht

Am Mittwochabend hat ein bislang unbekannter Täter, der eine Schweinemaske trug, die Shell-Tankstelle in der Münchner Straße 174 überfallen und mehrere hundert Euro erbeutet, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord mitteilte. Nur eineinhalb Stunden zuvor hatte ein Mann, ebenfalls mit einer Schweinemaske maskiert, vergeblich in Untermenzing versucht, eine Tankstelle auszurauben. Aufgrund der nahezu identischen Täterbeschreibung geht die Polizei von einem Tatzusammenhang aus.

Gegen 23.30 Uhr betrat ein mit einer rosafarbenen Schweinemaske maskierter Mann den Verkaufsraum der Karlsfelder Tankstelle und forderte den Angestellten auf, ihm das in der Kasse befindliche Bargeld zu geben. Dabei hielt er ihm eine schwarze Pistole vor. Nachdem der 33-Jährige dem Täter das Bargeld ausgehändigt hatte, flüchtete dieser mit dem erbeuteten Geld offenbar zunächst zu Fuß in Richtung Pfarrer-Mühlhauser-Straße. Dort stieg er laut Zeugenaussagen als Beifahrer in einen schwarzen Pkw. Der Räuber floh in Richtung Dachau. Verletzt wurde niemand bei dem Überfall.

Gegen 21.50 betrat ein ebenfalls vollmaskierter Täter eine Tankstelle in der Von-Kahr-Straße im nahegelegenen Untermenzing. Er ging, so steht es in einer Pressemitteilung der Polizei, zielstrebig auf den Kassentresen zu, bedrohte dort die beiden Angestellten mit einer Schusswaffe und forderte gleichzeitig die Herausgabe von Bargeld.

Als die Angestellten schon im Begriff waren, das Bargeld in die vom Täter mitgebrachte Stofftüte zu stecken, entwickelte sich offenbar eine kurze Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Täter letztlich ohne Beute aus der Tankstelle floh. Einer der beiden Angestellten, ein 31-jähriger Mann, verfolgte den Räuber offenbar noch kurz, verlor ihn jedoch bereits kurze Zeit später aus den Augen. Verletzt wurde auch in diesem Fall niemand.

Weil der Täter in beiden Fällen eine auffällige rosa Schweinsmaske trug und von Zeugen als männlich, etwa 20 Jahre alt, 1,80 Meter groß, schlank und mit einer schwarzen Winterjacke mit Pelzkragen, hellem Schal, dunklen Schuhen und dunkler Jogginghose bekleidet, beschrieben worden ist, geht die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck, die unverzüglich die Ermittlungen übernommen hat, in beiden Fällen von ein und demselben Täter aus. Der Täter soll Hochdeutsch gesprochen haben. Die polizeilich eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen verliefen bislang erfolglos. Das in den beiden Tankstellen sichergestellte Videomaterial muss nun von den Ermittlern ausgewertet werden.

Der letzte Tankstellenüberfall in Karlsfeld liegt nun bereits einige Jahre zurück, doch auch damals trug der junge Täter eine auffällige Verkleidung: ein Vampirkostüm. Mit seinem Outfit fiel der Mann jedoch damals nicht allzu sehr auf, denn im Februar 2007 war gerade der Fasching in vollem Gange und somit viele Menschen verkleidet. Auch damals betrat der damals 23-Jährige eine Tankstelle in der Münchner Straße, zog eine täuschend echte Pistole hervor und bedrohte eine Angestellte damit. Er erbeutete schließlich 800 Euro.

Der Täter konnte damals unerkannt flüchten. Ein Jahr später fanden Drogenfahnder in seiner Wohnung in Weilheim 87 Gramm Marihuana. Der Mann musste eine Speichelprobe abgeben. Bei einem routinemäßigen DNA-Abgleich fanden die Fahnder damals heraus, dass die Probe mit den in Karlsfeld sichergestellten Spuren übereinstimmte. Der Täter hatte nämlich einen Handschuh weggeworfen, an dem sich Blut befand.

Noch hat die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck keine Spur in dem jüngsten Karlsfelder Tankstellenraub. Zeugen, die sich zum Tatzeitpunkt, am Mittwoch um kurz vor Mitternacht, in der Nähe der Tankstelle in der Münchner Straße aufgehalten haben, werden deshalb gebeten, sich mit sachdienlichen Hinweisen unter der Telefonnummer 08141/6120 zu melden. Zudem ist auch das Polizeipräsidium München, Kommissariat 21, mit dem Fall in Untermenzing betraut. Auch hier wird um Mithilfe gebeten. Zeugen können sich unter Telefon 089/29100 oder an jeder anderen Polizeidienststelle melden.

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Quelle:
SZ vom 13.12.2019
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