Süddeutsche Zeitung

Unter Bayern:Hundepension Staatskanzlei

Die Staatsregierung bietet zu Silvester einen ganz besondere Service an: Betreuung für Haus- und Nutztiere. Jedes Kabinettsmitglied wird dafür entsprechend seinen Fähigkeiten eingesetzt.

Glosse von Roman Deininger

München, 27. November. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat am Freitag im Landtag Details des Intensivbetreuungsprogramms der Staatsregierung für Haus- und Nutztiere zu Silvester vorgestellt. "Bayern ist das einzige Land, das einen solchen Service für die schwächsten und schutzbedürftigsten Mitglieder der Gesellschaft bietet", erklärte Söder. "Feuerwerkslärm trifft unsere Tiere am härtesten." Bürger, die das Angebot nutzen wollen, könnten ihre Haustiere am 31. Dezember von 14 Uhr an beim Pförtner der Staatskanzlei abgeben. Nutztiere, so Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), müssten am Lieferanteneingang seines Ministeriums abgeladen werden. "Und wenn bei uns der Stoll voll ist, schicken wir sie holt gleich zum Schlochthof. Spoß."

Söder kündigte an, sich in der Staatskanzlei persönlich um "unsere besonderen Gäste" zu kümmern: "Ich bin an Silvester immer bei den Hunden." Allerdings würden natürlich auch am letzten Abend des Jahres die AHAL-Regeln gelten: "Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Leine." Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) habe angeboten, ihm speziell bei Hamstern, Katzen und kleinen bis mittelgroßen Hunden zur Hand zu gehen, berichtete Söder. Piazolo genieße dabei das "vollste Vertrauen der gesamten Koalition". Als Souvenir soll jeder Gast ein Foto mit dem Ministerpräsidenten erhalten. Für Haustiere, die an Silvester nicht in der Staatskanzlei sein können, wird es ein digitales Betreuungsangebot geben: Auf ihrer Webseite streamt die Staatsregierung den Disney-Klassiker "Susi und Strolch", neu synchronisiert von Piazolo und Franz Josef Pschierer.

Söder gab am Freitag noch weitere adventliche Dienstleistungsangebote von Kabinettsmitgliedern bekannt. Der Ministerpräsident selbst ist am 5. und 6. Dezember als Nikolaus buchbar, jedoch nur für Familien ab vier Kindern mit einer Mädchenquote von mindestens 50 Prozent. Hubert Aiwanger lädt Interessierte bis Silvester zwei mal wöchentlich zum Schnellkurs "Sachgerechtes Abschießen von Feuerwerksraketen auf kleinen Privatbalkonen". Zu Beginn jedes Kurses hält Innenminister Joachim Herrmann (CSU) eine kurze Gefährderansprache. Sanitätsdienst hat immer Melanie Huml (Rotes Kreuz Bamberg-Stadt).

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.5129692
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ vom 28.11.2020
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.