Süddeutsche Zeitung

Autobahnen zur Reisezeit:Ab in den Stau

Am Wochenende starten in fünf Bundesländern die Sommerferien. Gleichzeitig wird auf 2000 Autobahnkilometern gebaut. Staus sind damit programmiert. Welche Autobahnstücke besonders betroffen sind und wie Sie der Blechlawine ausweichen können.

Fast 13.000 Kilometer Autobahn führen durch Deutschland. Knapp 2000 Kilometer davon sind Baustellen. Auf insgesamt 449 Abschnitte erstrecken sich momentan die Arbeiten. Der ACE (Auto Club Europa) beziffert den Anteil der Baustellen am gesamten Autobahnnetz im Juni 2012 auf acht Prozent. Im Juni 2011 waren es laut dem Automobilklub lediglich 6,3 Prozent.

300 Kilometer Stau jeden Tag sind die Folge der Arbeiten. Die beiden großen deutschen Automobilklubs ADAC und ACE haben die kritischen Stellen zusammengefasst.

Die meisten Staus

Am häufigsten stockt der Verkehr laut ADAC auf der A61 zwischen Speyer und Hockenheim. 37 Staumeldungen erreichten den Automobilklub für diesen Abschnitt allein in der ersten Julihälfte 2012. Insgesamt 19 Staumeldungen zählte der Automobilklub im selben Zeitraum auf der A8 zwischen dem Kreuz Stuttgart und Stuttgart-Möhringen. Damit liegt das Teilstück auf dem zweiten Platz. Den dritten Rang mit 14 Staus belegt ebenfalls die A8, diesmal von München Richtung Salzburg, zwischen Neubiberg und Weyarn.

Die längsten Baustellen

Ganz im Norden Deutschlands liegt das längste Baustellenteilstück des Autobahnnetzes. Auf der A29 erstreckt sich mit 45,8 Kilometern zwischen Wilhelmshaven und dem Autobahnkreuz Oldenburg-Nord ein einziger Bauabschnitt. 26 Kilometer lang ist der zweitlängste Abschnitt: Zwischen Weißenfels und dem Autobahndreieck Hermsdorfer Kreuz findet auf der A9 eine Erneuerung der Fahrbahndecke statt. Ebenfalls im Osten Deutschlands befindet sich die drittlängste Autobahnbaustelle, auf der A4 zwischen Wilsdruff und Berbersdorf. 25,2 Kilometer misst der Bauabschnitt.

So können Sie Staus vermeiden

Ortskundige sollten je nach Verkehrslage die betreffenden Teilabschnitte großräumig umfahren. Beide Verkehrsklubs raten, sich unmittelbar vor der Abfahrt über die aktuelle Verkehrslage zu informieren und während der Reise aktuelle Verkehrsmeldungen über Radio oder spezielle Apps zu verfolgen. Nicht ratsam ist es, sich mittels des Navigationsgerätes um die Autobahn herum dirigieren zu lassen, wenn man sich bereits in der Blechlawine befindet. Dieselbe Idee haben auch die anderen Autofahrer mit Navi, sodass auf den empfohlenen Routen - meist Bundes,- oder Landstraßen, die nicht für ein überhöhtes Verkehrsaufkommen ausgelegt sind - oftmals keine Zeitersparnis eingefahren werden kann. Im Gegenteil: Die Reise dauert meist noch länger.

Am schnellsten sind Reisende laut dem ADAC unterwegs, wenn sie besonders stauträchtige Tage wie Freitagnachmittag oder den Samstag meiden. Auch ein Fahrtantritt in der Nacht oder frühmorgens erhöhe die Chancen, einem Stau zu entgehen. Der ACE verweist zudem darauf, dass auch das Verhalten in Staubrennpunkten maßgeblich zum reibungslosen Verkehrsfluss beitragen kann. So würden simple Grundsätze wie eine vorausschauende und gleichmäßige Fahrweise, die Einhaltung des Rechtsfahrgebotes oder das korrekte Verhalten im Reissverschlussverfahren das Risiko eines Staus deutlich vermindern.

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