Süddeutsche Zeitung

Politiker in der Wirtschaft:Das Jobwunder des Roland Koch

Lukratives Wirtschaftsleben: Nach dem Vorstandsjob bei Bilfinger Berger übernimmt Hessens früherer Ministerpräsident Roland Koch den Posten des Chefkontrolleurs bei UBS.

Martin Hesse

Gerade erst ist Roland Koch zum neuen Chef des Baukonzerns Bilfinger Berger ernannt worden. Jetzt hat der frühere hessische Ministerpräsident (CDU) ein weiteres Amt in der Wirtschaft übernommen. Vom 1. Januar an soll er den Aufsichtsrat der UBS Deutschland führen. Das teilte die deutsche Tochter der Schweizer Großbank am Dienstag mit.

Koch folgt Arthur Decurtins, der seit 2002 dem Aufsichtsrat angehörte. Koch habe sich während seiner Zeit als Ministerpräsident für den Bankenplatz Frankfurt eingesetzt, bringe politische Erfahrung und juristische Kompetenz mit, begründete die UBS die Berufung.

Die UBS war in der Finanzkrise in eine schwere Schieflage geraten. Kaum ein Institut musste mit so viel Geld gestützt werden, wie der einst weltweit größte Vermögensverwalter. Neben der Finanzkrise setzte auch ein Steuerstreit mit den USA den Schweizern zu. Die UBS hatte schließlich Kundendaten offengelegt und 780 Millionen Dollar Bußgeld gezahlt.

Die Probleme des Mutterkonzerns hatten auch der deutschen Tochter zu schaffen gemacht, die hier vor allem als Vermögensverwalter für reiche Kunden und Berater bei Kapitalmarktgeschäften auftritt. Sie beriet unter anderem den Bankenrettungsfonds Soffin.

Der 52-jährige Koch hatte im vergangenen Mai überraschend seinen Rückzug aus der Politik angekündigt, um in die Wirtschaft zu wechseln.

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Quelle:
SZ vom 10.11.2010/aum
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