Süddeutsche Zeitung

Interview mit TV-Manager Thomas Ebeling:"Man darf nicht immer nur Händchen halten"

Thomas Ebeling ist Chef von Pro Sieben Sat 1. Im Interview spricht er über schwierige Mitarbeiter, die Konkurrenz zu Netflix - und was er mit einer halben Milliarde Euro anstellen will.

Bis zu drei Stunden am Tag sitzt Thomas Ebeling vor dem Fernseher, aber das reicht ihm nicht. Der Chef der Pro Sieben Sat 1 Media SE, dem größten Fernsehunternehmen Deutschlands, will mittendrin sein. So viel wie irgendwie möglich will er vom Tagesgeschäft mitbekommen. Oft ist er deswegen "drüben bei den Fernsehleuten", also dort, wo "Galileo" oder "Taff" produziert wird.

Gerade aber sitzt er in einem seiner Büros in München - und macht einen zufriedenen Eindruck. Seit einigen Monaten ist die Pro Sieben Sat 1 Media SE Mitglied im Dax und gehört damit zur exklusiven Riege der dreißig größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands. Ebeling hat also durchaus Grund, zufrieden zu sein. Trotzdem machen es ihm der Markt sowie alte und neue Wettbewerber nicht immer einfach.

Reed Hastings beispielsweise, der Gründer der Online-Videothek Netflix, sagt, die Zukunft gehöre der digitalen Welt und nicht dem linearen Fernsehen. Dazu gehören auch Sendern wie Sat 1 oder Pro Sieben. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung gibt sich Ebeling entspannt, aber er weiß: Dem muss er sich stellen. Trotzdem habe das Fernsehen eine deutlich bessere Zukunft, als so manch ein digitaler Papst ihm vorhersage. Es gebe viele Menschen, die abends in den "Lean-back-Modus" gingen, sich also zurücklehnen und unterhalten lassen wollten. "Das sind diejenigen, die unsere Sender einschalten", sagt der Manager, der früher in der Pharmaindustrie gearbeitet hat.

Gleichzeitig will er im Digitalgeschäft weiter zulegen. Dafür sucht er nach Firmen, die er kaufen kann. "Am besten solche, die schon profitabel sind und bei denen die Synergien mit dem Fernsehen gut funktionieren", sagt Ebeling. Eine halbe Milliarde Euro hat er für Zukäufe zur Verfügung.

Im Interview gibt Ebeling, der Psychologie studiert hat und über sich selbst sagt, er sei "nicht der große Strahlemann", ein paar Tipps, wie man schwierige Mitarbeiter behandelt. "Man darf nicht immer nur Händchen halten, die Leute müssen auch alleine aus der Kurve kommen", sagt der gebürtige Hannoveraner und leidenschaftliche Fußballfan. Auch das nutzt Ebelinh im Umgang mit seinen Mitarbeitern, denn da müsse er manchmal denken wie ein Trainer. Was genau dahintersteckt, erzählt er im Interview.

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