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Informationstechnologie:Europäer wollen sich bei KI zusammenschließen

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Rom (dpa) - Deutschland, Frankreich und Italien wollen beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) enger zusammenarbeiten, damit Europa mit der Konkurrenz aus den USA und China besser mithalten kann. Zugleich warnten die Wirtschaftsminister der drei größten EU-Volkswirtschaften, Robert Habeck, Bruno Le Maire und Adolfo Urso in Rom vor übertriebener Regulierung von KI innerhalb der Europäischen Union. Der Grünen-Politiker Habeck sagte, angesichts des internationalen Wettbewerbs müsse man sich "strategisch absprechen".

Deutschland, Frankreich und Italien gehören zur G7-Gruppe der weltweit stärksten Industrienationen. Italien übernimmt dort Anfang 2024 für ein Jahr den Vorsitz. Die drei Minister hatten sich bereits im Juni in Berlin zu Absprachen über die Beschaffung von kritischen Rohstoffen getroffen. Das nächste solche Treffen soll Anfang nächsten Jahres in Paris stattfinden. Dann soll es vor allem um grüne Technologien gehen.

Die Minister betonten durchweg, dass Europa beim Thema KI auf internationaler Ebene mithalten könne. Habeck sagte: "Wir müssen uns nicht verstecken. Wir haben Unternehmen, die in vielen Bereichen besser sind als die US-Tech-Giganten." Zugleich mahnte er schnellere Entscheidungen auf europäischer Ebene an. "Wenn das Warten dreieinhalb Jahre dauert, haben wir keine Chance mehr", sagte der grüne Vizekanzler. "Sonst regulieren wir am Ende einen Markt, den es gar nicht mehr gibt."

Der französische Wirtschaftsminister Le Maire warnte ebenfalls vor Regelungswut und Bürokratie. "Bevor wir an Regelung denken, müssen wir an Innovation und Finanzierung denken. Es ist die Innovation, die die Regelung macht." Auf dem Spiel stehe Europas Platz im 21. Jahrhundert.

Le Maire verwies darauf, dass in den USA derzeit noch zehnmal so viel Geld in KI investiert werde wie in Europa. Habeck sprach in diesem Zusammenhang von einer "Risiko-Aversität" in Europa. Es gebe genug Kapital und genug leistungsfähige Unternehmen, die oft aber noch nicht zusammenfänden. Alle drei Minister plädierten dafür, auch die jeweiligen staatlichen Förderbanken zu nutzen.

© dpa-infocom, dpa:231030-99-759684/2

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