Süddeutsche Zeitung

Mobilität:Deutsche Bahn erhöht die Preise deutlich

Zum Fahrplanwechsel werden ICE- und IC-Fahrten im regulären Tarif um 2,9 Prozent teurer. Schärfere Corona-Regeln in Zügen soll es nun doch nicht geben.

Von Markus Balser, Berlin

Die Deutsche Bahn erhöht zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember viele Preise im Fernverkehr. Der Konzern kündigte am Freitag an, dass die Normaltarife für ICE- und IC-Fahrten um 2,9 Prozent steigen. Auch Preise für Bahncards 50 und 25 sowie die Streckenzeitkarten und die Bahncard 100 werden im gleichen Maß teurer. Nur wer bis zum 11. Dezember seine Reise bucht, fährt auch danach noch zu den alten Preisen. Tickets des neuen Fahrplans sind ab dem 13. Oktober buchbar.

Die Bahnpreise gelten in Deutschland als Politikum. Der Staatskonzern sieht sich wegen allgemein steigender Preise und hoher Verluste durch die Corona-Krise zu diesem Schritt gezwungen. Allerdings könnte die Preiserhöhung auch dem Ziel schaden, die Passagierzahlen bis 2030 deutlich zu erhöhen, wie es die Bundesregierung für mehr Klimaschutz im Verkehr von dem Staatskonzern erwartet. Nicht teurer werden sollen allein die Bahn Super Sparpreise und Sparpreise.

Einigen sich EVG und Konzern nicht, drohen womöglich neue Streiks

Am Freitag wurde zudem klar, dass der Bahn nach den heftigen Streiks der Lokführergewerkschaft im inzwischen gelösten Tarifstreit mit deren Gewerkschaft GDL nun auch Ärger mit der größten Bahngewerkschaft EVG droht. Die will nun den eigenen Tarifvertrag nachverhandeln. Der EVG-Bundesvorstand beschloss ein Paket mit mehreren Forderungen, darunter eine Corona-Prämie von 1500 Euro, verbesserte Leistungen in der Altersvorsorge, eine jährliche Mobilitätspauschale von 100 Euro sowie einen höheren Beitrag des Unternehmens für den gemeinsamen Sozial-Fonds. Kämen EVG und Bahn in Verhandlungen zu keinem Ergebnis, könnte die Bahn ein Sonderkündigungsrecht für den bestehenden Tarifvertrag nutzen. Dann wären auch neue Bahnstreiks möglich.

Das Verkehrsministerium kündigte am Freitag an, dass die Corona-Regeln in Zügen nicht wie von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeschlagen, verschärft werden sollen. Die Regierung habe sich nun gegen die 3G-Regel in Zügen entschieden, erklärte das Ministerium. Sie hätte das Einsteigen nur Geimpften, Genesenen oder negativ Getesteten erlaubt. Die beteiligten Ressorts hätten übereinstimmend festgestellt, dass diese Auflage weder rechtlich möglich noch praktikabel sei. Zudem sei der Kontrollaufwand nicht zu rechtfertigen. Die Regierung hatte im August mitgeteilt, 3G-Vorgaben für Fernzüge und Inlandsflüge zu prüfen, die bereits für bestimmte Innenräume gelten. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte erklärt die Kanzlerin halte 3G in Fernzügen für eine "mögliche und sinnvolle Maßnahme".

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