Süddeutsche Zeitung

Ulrich Grillo:BDI-Präsident: "Deutsche Ingenieurskunst hat einen hervorragenden Ruf"

Industrieverbands-Präsident Ulrich Grillo über den Gründergeist in Deutschland - und darüber, wie bei VW gerade wirklich aufgeräumt wird.

Von Thomas Öchsner, Berlin

Ulrich Grillo ist in Berlin der Lobbyist mit dem Einstecktuch. Ohne das Tuch, das er als gebürtiger Kölner selbst Strunztuch, also Angebertuch nennt, geht er nicht aus dem Haus. Der 56-Jährige Unternehmer, der seit Anfang 2013 als Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) die Interessen der Wirtschaft in Berlin vertritt, zeigt sich im Interview mit der Süddeutschen Zeitung optimistisch: Er geht davon aus, dass bei Volkswagen in der Abgas-Affäre derzeit gründlich aufgeklärt wird.

Die neuen Fälle könnten "nur nach oben kommen, weil Volkswagen wirklich aufräumt", sagt Grillo, der am Freitag auch beim SZ-Wirtschaftsgipfel mitdiskutieren wird. Auf den Skandal werde er in anderen Ländern angesprochen. Dort werde dies als Einzelfall gesehen. "Die deutsche Ingenieurskunst hat nach wie vor einen hervorragenden Ruf", sagt er.

Grillo hat auch keine großen Sorgen, dass durch die Digitalisierung der Arbeitswelt Jobs in großem Umfang wegbrechen: "Sicher, klassische mechanische Arbeiten werden weniger, dafür wird es andere Aufgaben geben. Alle bisherigen industriellen Revolutionen haben zu Wachstum und mehr Beschäftigung geführt." Deutschland benötige jedoch einen Mentalitätswandel, um Gründer zu ermutigen: "Wenn Sie im Silicon Valley mit einer Start-up-Bude eine Pleite hinlegen, kriegen Sie bei der nächsten Bank trotzdem Geld. Die wissen, da hat einer Erfahrung gesammelt, das passiert dem vielleicht nicht noch mal. Wenn Sie in Deutschland eine Pleite hinlegen, dann sind Sie etwa fünf Jahre verbrannt, da kriegen Sie nichts mehr."

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SZ.de/tö/sry
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