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Autos:Lamborghini und Bentley beflügeln Gewinn von Audi

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Audi verkauft zwar deutlich weniger Autos, meldet aber trotzdem einen Rekordgewinn. Dennoch hat der Autobauer für die Werke in Ingolstadt und Neckarsulm vorsorglich Kurzarbeit angemeldet.

Audi hat im ersten Halbjahr 20 Prozent weniger Autos verkauft, den operativen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr aber deutlich gesteigert. Das operative Ergebnis kletterte in den ersten sechs Monaten um fast 60 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro und hätte damit eine neue Bestmarke erreicht, erklärt Finanzvorstand Jürgen Rittersberger. Gewinntreiber seien die starke Performance der zur Markengruppe gehörenden Luxusmarken Bentley und Lamborghini, sowie die hohen Autopreise gewesen.

Da die Nachfrage viel höher ist als das Angebot, könnten viele große Autobauer höhere Preise bei den Kunden durchsetzen und so ungeachtet höherer Kosten derzeit hohe Gewinne erzielen. Die Volkswagentochter Audi lieferte im ersten Halbjahr 798 000 Autos aus (zweites Halbjahr 2021: 699 000). Der Umsatz stieg um 2 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro, und das Betriebsergebnis machte einen Sprung auf 4,9 Milliarden Euro. Rohstoffsicherungsgeschäfte trugen noch 400 Millionen zum Ergebnis bei - weit weniger als im ersten Quartal, weil sich die Rohstoffpreise deutlich normalisiert hätten, sagte Rittersberger. Unterm Strich stand ein Gewinn von 4,4 Milliarden Euro nach Steuern. Im Gesamtjahr erwartet der Vorstand einen leichten Absatzzuwachs auf 1,8 bis 1,9 Millionen Fahrzeuge und ein starkes Umsatzplus auf 62 bis 65 Milliarden Euro.

Die Umsatzrendite kletterte um fast sechs Prozentpunkte auf 16,5 Prozent und lag damit weit oberhalb des langfristigen Zielkorridors. In China dürfte es nach den Corona-Lockdowns Nachholeffekte geben, sagte Rittersberger. Aber wegen immer wieder auftretender Engpässe bei der Halbleiter-Versorgung hat Audi für die Werke Ingolstadt und Neckarsulm vorsorglich Kurzarbeit angemeldet. Und "die Materialkosten steigen, insbesondere für die Batterien", sagte der Finanzvorstand. Außerdem sollen im zweiten Halbjahr mehrere Sondereffekte wegfallen, weshalb Audi mit einer Abschwächung rechnet. Zu diesen zählt Rittersberger sinkende Sondereffekte aus der Rohstoffsicherung und bei Gebrauchtfahrzeug-Restwerten und steigende Forschungs- und Entwicklungskosten in China. Audi verbucht die Einnahmen der chinesischen Werke im Finanzergebnis und nicht im operativen Ergebnis.

Für das Gesamtjahr prognostiziert Audi deshalb eine Umsatzrendite zwischen neun und elf Prozent. "Die absehbaren Folgen aus dem Ukraine-Krieg, aus der andauernden Halbleiterkrise und aus den Covid-Lockdowns in China haben wir hier bereits verarbeitet", sagte Finanzchef Jürgen Rittersberger. Buchgewinne aus der Absicherung von Rohstoffgeschäften sollten abnehmen, da sich die Preise normalisiert hätten.

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