Süddeutsche Zeitung

Nach Abreise aus Frankreich:Russische Hooligans greifen in Köln Touristengruppe an

  • Sechs russische Staatsangehörige haben vor dem Kölner Dom drei spanische Touristen angegriffen.
  • Der Kölner Express berichtet von Verletzten.
  • Die russischen Hooligans machten offenbar auf der Rückreise von der Fußball-EM in Frankreich Station in Deutschland.
  • Sie sollen zur rechtsradikalen Vereinigung "Sparta Manoko" gehören.

Russische Hooligans haben am Donnerstag in Köln Touristen angegriffen. Das bestätigte ein Polizeibeamter der SZ. Zunächst hatten WDR und Kölner Express über den Vorfall berichtet. Demnach schlugen vor dem Kölner Dom sechs russische Staatsangehörige auf drei spanische Urlauber ein. Fünf konnten festgenommen werden, ein Verdächtiger ist flüchtig. Gegen die Männer wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Der Kölner Polizei zufolge ist es sehr wahrscheinlich, dass die Russen auf der Durchreise von der Fußball-EM in Frankreich zurück in ihre Heimat waren. Bei ihnen seien Tickets für das Spiel England - Russland am vergangenen Samstag in Marseille gefunden worden. Auch Zugtickets sollen sichergestellt worden sein, die belegen, dass die Männer von dort kamen.

Rund um das Spiel in Marseille war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Fans beider Länder gekommen. Mehr als 30 Menschen wurden verletzt, ein englischer Anhänger so schwer, dass er in Lebensgefahr schwebte. Auch bei dem Vorfall in Köln soll es dem Express zufolge Verletzte gegeben haben, ein Spanier habe einen Nasenbeinbruch erlitten.

Ein Aufkleber soll die Hooligans angestachelt haben

Der WDR berichtet, die Russen seien aggressiv geworden, als sie bei den spanischen Urlaubern einen Aufkleber einer linksgerichteten Bewegung entdeckten. Demnach handelt es sich bei den Hooligans um Mitglieder der rechtsradikalen Vereinigung "Sparta Manoko". Weil einer der Männer auf der Flucht ist und die Gruppe offenbar am späten Abend mit einer Maschine nach Moskau fliegen wollte, wurde auch der Flughafen Köln/Bonn informiert.

Die Personendaten der Festgenommen sollen dem WDR zufolge umgehend an die Zentrale Informationsstelle für Sporteinsätze (ZIS) in Frankreich übermittelt werden. Dort soll überprüft werden, ob die Männer auch in die gewalttätigen Krawalle in Marseille verwickelt waren. In Marseille und auch in Lille waren mehrere Russen in Gewahrsam genommen worden. An diesem Donnerstag wurden drei russische Fans, die an den Hetzjagden beteiligt waren, von einem französischen Gericht zu Haftstrafen verurteilt.

Wegen der Gewalt war zudem eine Geldstrafe von 150 000 Euro gegen die russische Nationalmannschaft verhängt worden. Dem Land droht der Ausschluss vom Turnier, sollten sich Krawalle wiederholen.

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SZ.de/Reuters/dpa/jobr/lalse
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