Süddeutsche Zeitung

Bundesliga:Hertha stemmt sich gegen den Abstieg

Im Nachholspiel bezwingen die Berliner Freiburg 3:0 - und erkämpfen drei wichtige Punkte für den Klassenerhalt.

Von Javier Cáceres, Berlin

Dank der erfolgreichsten Gesamtrotation seit dem Sieg der portugiesischen B-Elf gegen die deutsche Nationalmannschaft bei der EM 2000 (3:0) hat Hertha BSC am Donnerstag die Abstiegsränge der Bundesligatabelle verlassen.

In ihrem zweiten Spiel nach der zweiwöchigen, coronabedingten Isolation landeten die Berliner gegen den SC Freiburg den fünften Heimsieg der Saison - und das, obwohl der Berliner Trainer Pal Dardai im Vergleich zum Mainz-Spiel bis auf den Busfahrer alle wichtigen Mitarbeiter austauschte. Okay, der Torwart Alexander Schwolow blieb drin. Und Mittelfeldspieler Mattéo Guendouzi ebenso, der aber dafür teuer bezahlte und nach 38 Minuten ausgewechselt wurde, mit Verdacht auf eine Mittelfußfraktur. Aber sonst? Wechselte Dardai in einem existenziell wichtigen Spiel des Abstiegskandidaten neun Profis aus. Mit Erfolg: Hertha siegte 3:0.

Es ist wahrlich nicht übertrieben, vor allem mit Blick auf die erste Halbzeit von der wohl besten Heimleistung der Hertha in der laufenden Saison zu sprechen. Mehr noch: Es war nachgerade beängstigend zu sehen, wie sehr die Teile einer Mannschaft sich ineinanderfügten, die so noch nie zusammengespielt hatte, und wie logisch sich in der ersten Halbzeit die Chancen ergaben, die zu den Toren führten. Als wäre Fußball doch ein einfaches Spiel.

Die Stunde der Hertha-Reservisten schlug erstmals nach 13 Minuten: Der defensive Mittelfeldspieler Santi Ascacibar bediente Jordan Torunarigha, dessen Fernschuss klatschte Freiburgs Torwart Florian Müller ab, was wiederum Herthas Mittelstürmer Krzysztof Piatek die Möglichkeit gab, per Abstauber zu vollenden. Beim 2:0 machte Leihstürmer Nemanja Radonjic auf sich aufmerksam. Er ließ an der Grundlinie Philipp Lienhart auf dem Hosenboden vorbeirutschen und flankte dann präzise und souverän auf Rechtsverteidiger Peter Pekarik. Der Slowake nickte den Ball per Kopf über die Linien. Und der SC Freiburg, der die Partie besser begonnen hatte? Kam in der ersten Halbzeit nur einmal zu einer gefährlichen Chance, als Ermedin Demirovic bei einem Distanzschuss in Herthas Torwart Alexander Schwolow seinen Meister fand (26.).

In der zweiten Halbzeit wurden die Gäste bissiger. Als wollten sie nicht mehr nur Komparsen der nominellen Hertha-Komparsen sein. Schwolow, der in der vor einer Woche beendeten Quarantäne auf dem Balkon trainiert hatte, stand nach der Pause sofort wieder im Fokus und konnte sich gleich zwei Mal mehrfach auszeichnen. Hertha blieb aber gefährlich. Vor allem durch den eingewechselten Cunha, der einmal sogar den Pfosten traf, und Radonjic, der am Ende nach hübschem Solo das 3:0 erzielte. Hertha kletterte auf den 14. Tabellenplatz - und hat wegen der Corona-Pause noch Spiel weniger als die Konkurrenz aufzuweisen.

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