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Bundesliga:Nach Bobic-Aus bei Hertha: Nachfolge-Duo soll bereitstehen

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Ein halbes Jahr war es ruhig bei Hertha. Damit ist es nun vorbei. Nach einer Pleiten-Serie muss Sportchef Fredi Bobic gehen - und hinterlässt viele Fragezeichen.

Direkt aus dem dpa-Newskanal: Dieser Text wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen und von der SZ-Redaktion nicht bearbeitet.

Berlin (dpa) - Völlig überraschend hat sich Hertha BSC nur wenige Stunden nach dem verlorenen Derby gegen Union Berlin (0:2) von Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic getrennt. Mal wieder gibt es Personalchaos. Die Nachfolge soll Medienberichten zufolge allerdings schon geregelt sein. Wer übernehmen soll, ist nicht die einzige Frage beim Krisen-Club aus der Hauptstadt.

Wer wird der Nachfolger von Bobic?

War die Trennung wirklich so überraschend? Medienberichten zufolge soll ein Nachfolger jedenfalls bereits auserkoren sein. Laut „Bild“ und Sport1 soll es sich dabei um eine echte Clublegende handeln. Name: Andreas Neuendorf. Spitzname: Zecke. Der 47-Jährige spielte lange für Hertha, war auch schon Co-Trainer, ehe der damalige Chefcoach Pal Dardai im November 2021 entlassen wurde. Von Bobic übrigens.

Neuendorf soll demnach zusammen mit dem ehemaligen Leiter der Hertha-Akademie, Benjamin Weber (42), die sportliche Verantwortung übernehmen. Klar ist, dass die Hertha aktuell strengen finanziellen Zwängen unterliegt. Inwiefern sie auch noch Bobic weiter bezahlen muss, dürfte eine der Fragen bei der Pressekonferenz an diesem Sonntag sein. Die Zeit drängt auf jeden Fall: Am Dienstag schließt das Transferfenster. Kaderplaner der Berliner ist Dirk Dufner, er hat bei Hannover 96 Erfahrung als Sportdirektor gesammelt.

Wie lief die Amtszeit Bobics bei Hertha?

Mit hohen Erwartungen war der 51-Jährige zur Saison 2021/22 zur Hertha gekommen als Nachfolger des langjährigen Managers Michael Preetz. Bobic stellte den Verein personell neu auf, brachte viel neues Personal unter anderem von seinem vorherigen Club Eintracht Frankfurt mit.

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler fand keine einfache Situation vor. Der Großteil der von Lars Windhorst in den Club investierten Millionen war schon aufgebraucht. Sportlich steckte die Hertha auch unter Bobic quasi permanent im Abstiegskampf. Sandro Schwarz ist bereits der vierte Hertha-Trainer in der kurzen Amtszeit von Bobic. Nach drei Niederlagen zum Bundesliga-Neustart und dem Abrutschen auf Rang 17 musste er gehen.

Was sind die Gründe für die Trennung?

Dazu machte Hertha in seiner knappen Pressemitteilung keine Angaben. „Das Präsidium von Hertha BSC hat gemeinsam mit dem Aufsichtsrat des Hertha BSC e. V. einstimmig entschieden, seinen Geschäftsführer Sport, Fredi Bobic, mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden“, hieß es darin lediglich. In einer Pressekonferenz an diesem Sonntag um 13.00 Uhr will die Hertha Stellung nehmen. Wer daran für die Berliner teilnimmt, teilte der Club ebenfalls nicht mit. Allerdings dürfte es sicher sein, dass sich Präsident Kay Bernstein äußern wird.

Die sportliche Entwicklung unter Bobic muss als enttäuschend betrachtet werden. Zwar erwirtschaftete der 51-Jährige aus finanziellen Notwendigkeiten einen großen Transferüberschuss, doch bei zu vielen seiner Neuverpflichtungen griff er daneben.

Was sind die Folgen für Trainer Sandro Schwarz?

Bobic hatte dem Trainer am Samstag noch eine Job-Garantie ausgesprochen. Nur kurz darauf war er selbst weg. Schwarz wird menschlich und fachlich jedoch geschätzt. „Es ist kein Geheimnis, dass er top zu uns passt. Ihm fehlen die Punkte genauso wie uns“, sagte Mittelfeldspieler Marco Richter. „Der gemeinsame Weg geht hoffentlich weiter.“

Was sind die Konsequenzen für den angestrebten Deal mit 777 Partners?

Das amerikanische Unternehmen will die Hertha-Anteile vom bisherigen Geldgeber Lars Windhorst übernehmen und könnte auch noch einmal frisches Geld in den Club stecken. Abgeschlossen sind die Verhandlungen aber noch nicht, zumindest ist dies nicht öffentlich bekannt. „Kurz vor dem Abschluss, glaube ich nicht“, sagte Bobic noch unter Woche. Man sei aber weit in den Gesprächen.

© dpa-infocom, dpa:230128-99-394695/7

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