Süddeutsche Zeitung

Golf von Mexiko: Bohrloch vor Versiegelung:"Keine Bedrohung mehr"

660.000 Tonnen Rohöl sind nach der Explosion der Förderplattform "Deepwater Horizon" ins Meer geflossen. Nun scheint das Leck, das für die schlimmste Ölpest der US-Geschichte verantwortlich ist, endgültig abgedichtet.

Entwarnung im Golf von Mexiko: Mehr als vier Monate nach der Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon besteht nach Angaben der US-Behörden keine Gefahr mehr für die Umwelt. Es drohe kein Auslaufen von Öl mehr, sagte der Krisenkoordinator der Regierung, Thad Allen, in Washington. Aus dem Bohrloch waren seit der Explosion der Förderplattform im April schätzungsweise 4,9 Millionen Barrel (660.000 Tonnen) Öl ins Meer geströmt.

"Ich freue mich, mitzuteilen, dass die Quelle mit dem neuen Ventil und dem Zement, der hineingebracht wurde, zu diesem Zeitpunkt keine Bedrohung mehr für den Golf von Mexiko ist", sagte Allen, der im Auftrag der Regierung die Räumung und Säuberung nach dem Unglück im Golf von Mexiko koordiniert.

BP will nun in den kommenden Tagen die Arbeiten an der Entlastungsbohrung wieder aufnehmen, mit der die Ölquelle 4000 Meter unter dem Meeresgrund auch von unten verschlossen werden soll. "Wir sollten im Laufe der neuen Woche so weit sein, mit den Arbeiten an der Entlastungspipeline weiterzumachen", sagte Allen.

Voraussichtlich Mitte September soll das Bohrloch abschließend auch von unten mit Schlamm und Zement abgedichtet werden.

Am Freitag war ein neues Ventil, ein sogenannter "Blowout Preventer", über das Bohrloch gestülpt worden. Vor der Installierung war das defekte Ventil abmontiert worden. Die Metallkappe, die etwa so groß ist wie ein Haus, war nach der Explosion der Bohrplattform am 20. April nicht in der Lage gewesen, das ausströmende Öl aufzuhalten. Dadurch wurde die größte Ölkatastrophe in der Geschichte der USA ausgelöst. Erst Mitte Juli gelang es, den Ölfluss mit einer neuen Abdeckhaube zu stoppen.

Das entfernte Ventil ist ein wichtiges Beweisstück für die Ermittlungen der Ursache der Katastrophe, bei der elf Arbeiter ums Leben kamen und die Küsten im Süden der USA verschmutzt wurden.

Entwarnung gab die Regierung unterdessen nach einem Brand auf einer anderen Bohrinsel im Golf von Mexiko. Es gebe keine Anzeichen für eine erneute Ölverschmutzung in der Region, teilte das US-Innenministerium mit. Experten der Regierung hätten die Plattform untersucht und kein austretendes Öl entdeckt. Die Bohrinsel, die sich 150 Kilometer vor der Küste Louisianas befindet, war am Donnerstag aus bislang ungeklärter Ursache in Brand geraten. Sie liegt 320 Kilometer westlich der Deepwater Horizon.

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dpa/AFP/Reuters/jobr/mati
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