Süddeutsche Zeitung

Griechenland:Mindestens ein Toter bei Erdbeben auf Kreta

Ein starkes Beben beschädigt zahlreiche Gebäude auf der griechischen Mittelmeerinsel, neun Menschen werden verletzt. Auch die Türkei ist betroffen.

Bei einem starken Erdbeben auf der griechischen Mittelmeerinsel Kreta ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Der Mann starb, als in dem Ort Arkalochori eine Kirchenkuppel einstürzte, an der Renovierungen in Arbeit waren, wie ein Polizeivertreter am Montag mitteilte. Elf Menschen wurden dem Zivilschutz zufolge bei den Erdstößen verletzt, mehrere Bewohner mussten aus ihren eingestürzten Häusern befreit werden. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt. Viele Menschen flohen ins Freie, um sich in Sicherheit zu bringen.

Nach Angaben des Athener Instituts für Geodynamik erreichte das Beben eine Stärke von 5,8. Das seismologischen Zentrum EMSC hatte zuvor 6,5 als Wert genannt. Auf Kreta stürzten etliche ältere Häuser ein, auch neuere Gebäude wiesen Risse auf. Das Epizentrum lag rund 20 Kilometer südöstlich von der kretischen Hafenstadt Iraklion. Dort rannten die Menschen panisch auf die Straßen, als Gebäude zu wackeln begannen. Zahlreiche zum Teil starke Nachbeben sorgten für weitere Unruhe.

Viele Menschen werden die Nacht im Freien verbringen

Akis Tselentis, Seismologe und Chef des Geodynamischen Instituts Athen, sagte gegenüber Journalisten am Montagmittag, dass es sich bei dem morgendlichen Erdstoß aller Wahrscheinlichkeit nach um das Hauptbeben gehandelt habe. Dennoch werden wohl viele Menschen auf der größten griechischen Insel die kommende Nacht im Freien oder in ihren Autos verbringen. Seismologen hatten in dem Gebiet bereits in den vergangenen vier Monaten erhöhte seismische Aktivitäten beobachtet.

In der Türkei war das Beben vor allem in der Küstenregion Datca zu spüren, wo die Menschen ebenfalls auf die Straßen rannten. Berichte, wonach türkische Behörden eine Tsunami-Warnung ausgegeben hätten, bestätigten sich jedoch nicht. Die türkische Zeitung Hürriyet berichtete am Montagmorgen, das Beben sei zwar im Südwesten des Landes zu spüren gewesen, es habe aber keine Tsunami-Warnung gegeben. Auch Verletzte oder Tote waren im Laufe des Tages nicht zu beklagen.

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SZ/Reuters/dpa/ebri
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