Süddeutsche Zeitung

Reden wir über:Halbmarathon in den Voralpen

An diesem Sonntag wird erneut der beliebte Isar-Lauf ausgetragen. Ein Gespräch mit Toni Danner vom Skiclub Lenggries, der die Organisation übernommen hat.

Interview von Celine Chorus, Lenggries

Der Isar-Lauf geht in eine neue Runde. Auch in diesem Jahr führt er wieder "durch die landschaftlich reizvollen Isarauen zwischen Bad Tölz und Lenggries". Fortgeschrittene haben die Wahl zwischen drei Distanzen: zehn Kilometer, 21 Kilometer (Halbmarathon) oder 30 Kilometer. Im SZ-Interview erklärt Toni Danner, warum sich der Skiclub Lenggries beim Isar-Lauf engagiert - und wie Einsteiger die Freude am Laufen entdecken.

SZ: Herr Danner, werden Sie am Sonntag auch selbst an den Start gehen?

Toni Danner: Ich bin zurzeit ein bisschen lädiert. Aber selbst, wenn ich keine gesundheitlichen Probleme hätte: Allein schon wegen der Organisation, für die jemand vor Ort sein muss, könnte ich nicht mitmachen. Ich bin in den vergangenen Jahren aber schon alle Distanzen mitgelaufen.

Wie wird der Isar-Lauf angenommen?

Bis Donnerstag haben sich knapp 470 Menschen angemeldet. Vor Ort sind aber auch noch Nachmeldungen möglich. Das Wetter am Sonntag soll gut werden, deshalb hoffen wir, dass manch einer spontan teilnimmt. Zum Vergleich: Der letzte Isar-Lauf hat 2018 stattgefunden und dort haben sich 660 Menschen angemeldet, von denen 600 auch tatsächlich an den Start gingen.

Was macht den Isar-Lauf so besonders?

Es ist der schönste Lauf im Oberland. Man läuft nicht auf der Straße, sondern entlang der Isar, und hat dadurch kaum Abschnitte aus Asphalt. Auf der Strecke gibt es auch nur wenige Höhenmeter, lediglich in Richtung Lenggries geht es minimal bergauf. Was die Landschaft betrifft, ist der Isar-Lauf also einmalig schön.

Was ist die Rolle des Skiclubs Lenggries?

Wir haben den Isar-Lauf in diesem Jahr erstmals selbst organisiert. In der Vergangenheit haben wir Michael Spoerl schon beim Auf- und Abbau geholfen und die Verpflegungsstationen übernommen. Er wusste bereits, dass wir uns vorstellen können, den Isar-Lauf zu übernehmen, wenn er ihn nicht mehr durchführen möchte. So ist es auch gekommen. Dieses Jahr wird Spoerl uns noch helfen und nächstes Jahr machen wir es dann alleine, wobei er uns auch weiterhin als Ansprechpartner zur Verfügung steht.

Nun denkt man beim Thema Laufen nicht zuerst an einen Skiverein.

Es heißt immer, dass der Wintersportler im Sommer gemacht wird. Ob beim Langlauf oder Ski Alpin: Laufen ist für beides die Grundlage und sorgt für die Kondition, die unsere Kinder im Winter brauchen.

Was gefällt Ihnen am Laufen?

Man kann es fast immer machen, auch bei schlechtem Wetter oder in der Dunkelheit. Ich kann beim Laufen schnell abschalten und habe in einer kurzen Zeit sehr viel gemacht.

Manche Menschen können mit Laufen trotzdem nichts anfangen.

Laufen bedeutet nicht, dass man rennen muss, bis man umfällt. Jeder muss für sich selbst das beste Tempo herausfinden und sollte sich dabei auch nicht von anderen beeinflussen lassen. Gerade am Anfang darf man es nicht übertreiben. Dann muss man eben langsamer machen und vielleicht erst einmal mit dem Walken beginnen. Grundsätzlich ist Laufen aber eine schöne Sache, finde ich, die auch eigentlich jeder machen kann.

Wem würden Sie den Isar-Lauf empfehlen?

Für komplette Anfänger ist die Strecke vielleicht nicht das richtige. Man sollte vorher schon einmal gelaufen sein und geschaut haben, ob die Distanz möglich ist. Wenn man aber irgendwann einen Halbmarathon oder gar Marathon absolvieren möchte, ist der Isar-Lauf eine gute Möglichkeit, um sich heranzutasten. Sehr viele nutzen ihn auch als Vorbereitung für den München-Marathon.

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