Süddeutsche Zeitung

Freizeit:Das Gautinger Freibad und die Strandbäder am Starnberger See öffnen

Noch spielt das Wetter nicht so ganz mit, doch die Bäder rüsten sich schon einmal für den Ansturm an wärmeren Tagen.

Angenehm warm: Drei Tage vor der Eröffnung des Gautinger Sommerbads erreicht die Temperatur im Schwimmerbecken immerhin 23 Grad Celsius. So weit haben Pumpe und Wärmetauscher das Wasser schon aufgeheizt. Mitarbeiter des Bauhofs haben am Mittwoch noch den Rasen gemäht, den Boden gewischt und letzte Wartungsarbeiten erledigt. Nun ist das einzige Freibad im Landkreis Starnberg bereit für den Saisonstart an diesem an diesem Freitag. Offiziell sind auch einige Strandbäder am Starnberger See schon geöffnet, doch dort dürften sich noch kaum Gäste einfinden.

Im Gautinger Freibad wurden in der vergangenen Saison knapp 70 000 Besucher gezählt; sie kommen aus dem ganzen Würmtal bis aus Neuried und Fürstenried, auch aus Gilching oder Starnberg, berichtet Christian Ruhdorfer, der sich seit einigen Jahren mit Hingabe um die Anlagen kümmert. Auch Klassen der Grund- und Mittelschule sowie des Gymnasiums nutzten das Schwimmbad regelmäßig, berichtet Steffen Pilz, der dort Schwimmkurse anbietet. Am Wochenende können Kinder vormittags bei ihm die verschiedenen Schwimmabzeichen absolvieren und erhalten je nach Können Frosch, Seepferdchen oder Pirat. Geöffnet ist täglich von 9 bis 20 Uhr, am Mittwoch schon von 7 Uhr an.

Die Tageskarte kostet sechs statt fünf Euro

Nun muss sich zeigen, ob sich die Schwimmer von den höheren Preisen abschrecken lassen, die der Gemeinderat im vergangenen Juli beschlossen hat und die nun gelten. Demnach kostet die Tageskarte für einen Erwachsenen nun sechs Euro und damit einen Euro mehr als bisher. Für die Gemeinde ist das Bad ein teures Draufzahlgeschäft; jedes Jahr fällt ein Defizit von fast 300 000 Euro an. Allein die Ausgaben für Neuanschaffungen und Reparaturen für die bevorstehende Saison belaufen sich auf knapp 32 000 Euro.

"Es ist einfach eine wichtige Einrichtung, gerade für Kinder und Jugendliche. Es ist ein Treffpunkt für die ganze Familie", antwortet Bürgermeisterin Brigitte Kössinger bei einem Rundgang am Mittwoch auf die Frage, warum die Kommune die finanzielle Belastung auch in Zeiten knapper Kassen auf sich nimmt. "Mit den Mitteln, die wir haben, versuchen wir, den bestmöglichen Effekt zu erzielen", erklärt sie die Strategie der Kommune und zieht einen Vergleich mit Kuba, wo sie kürzlich im Urlaub war: "Da fahren Autos aus den Fünfzigerjahren rum, die schauen außen super aus. Da gelingt es immer wieder, etwas zu reparieren. So machen wir das auch. Wir bemühen uns, dass es gut aussieht und lassen nichts vergammeln."

Zum Teil sind es Instandhaltungsarbeiten, die den Besuchern gar nicht auffallen. "Seit vier Jahren nimmt die Gemeinde eine Menge Geld in die Hand für Sachen, die man nicht sieht", erklärt Ruhdorfer, der zum Teil schon sehr alten Anlagen so gut kennt wie kein anderer. So wurden zum Beispiel Teile des 50-Meter-Beckens neu gefliest; solche Arbeiten fallen fast in jedem Jahr an. Ein neues Netz, Stangen und Sand für den Beachvolleyballplatz kosteten 6000 Euro, und dann hat die Gemeinde noch zusätzliche Liegen gekauft. Das Planschbecken im Eingangsbereich ist nur noch diese Saison in Betrieb. Im Herbst wird der Bereich komplett umgebaut; dort entsteht dann ein Wasserspielplatz.

Die Eintrittspreise in den Strandbädern bleiben unverändert

Im Vergleich dazu ist der Aufwand in den Strandbädern gering. In Feldafing musste aber aus versicherungstechnischen Gründen der Sprungturm erst einmal vorübergehend abgebaut werden. Geöffnet ist seit Anfang des Monats täglich von 9 Uhr an. Die Eintrittspreise sind unverändert: für Erwachsene 3,50 Euro und für Kinder 1,50 Euro, auch ohne Turm. Noch ist wenig los, aber die Betreiberin hofft, dass der Andrang größer wird, wenn die Temperaturen steigen.

Auch auf der Liegewiese in Garatshausen waren schon die ersten Badegäste, berichtet Klaus Eisele, der dort einen Kiosk betreibt. Der Platz ist frei zugänglich.

Im Strandbad Starnberg geht der Betrieb auch langsam los. Seit Anfang Mai erwarten hier die große Liegewiese mit ihren vielen Freizeitangeboten wie dem Beachvolleyballfeld und einem beheizten Kinderbecken die Besucher. Vom ersten Öffnungstag an sind Gäste gekommen, die ersten Schwimmer haben sich auch dort schon ins kühle Wasser des Sees gewagt. Bei geeignetem Wetter hat das Seebad von 9 bis 19 Uhr geöffnet. Die Tageskarte kostet fünf Euro für Erwachsene, mit Ermäßigung 3,50 Euro.

Das Südbad in Tutzing hatte am Mittwoch noch geschlossen, die Saison beginnt dort erst noch. Allerdings geht der Betrieb auch hier demnächst los; geöffnet ist dann jeden Tag von 9.30 Uhr an. Die Tageskarte für das Bad neben dem Deutschen-Touring-Yacht-Club kostet regulär 2,50 Euro, mit Ermäßigung 1,50 Euro. Gäste des Biergartens bezahlen keinen Eintritt.

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Quelle:
SZ vom 09.05.2019
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