Süddeutsche Zeitung

Freibäder in München:Wo man noch draußen baden kann

Trotz Sahara-Spätsommer schließen sieben Freibäder zum Schuljahresbeginn. Immerhin: Ein paar Alternativen gibt es.

Die gute Nachricht lautet: Das Schyrenbad hat noch bis nächsten Sonntag geöffnet, die Stadtwerke haben die Freibadsaison dort verlängert. Die schlechte Nachricht allerdings mutet seltsam an, wo halb München in Bikini oder oberkörperfrei an irgendeinem Gewässer lümmelt und Eis schleckt: Trotz Sahara-Spätsommer schließen die übrigen sieben Freibäder der Stadt wie jedes Jahr zum ersten Schultag am Dienstag. Wer danach in der Stadt noch kurz ins Wasser hüpfen will, muss sich ein Hallenbad suchen, ins Dantebad gehen - oder ein natürliches Gewässer suchen.

"Unbegreiflich" nennen diese Entscheidung zahlreiche Freibad-Fans, und der Entschluss wird nicht unbedingt begreiflicher, blickt man über den Stadtrand hinaus: Das Freibad in Haar bleibt bis zum 25. September geöffnet, das in Fürstenfeldbruck bis zum 18. September, in Ebersberg dürfen Hartgesottene sogar bis Mitte Oktober ins Freibad am Klostersee. Wieso also kriegen alle hin, was in München offenbar nur schwer zu organisieren ist? Weil nicht alle Saisonkräfte noch zur Verfügung stehen, heißt es bei den Stadtwerken. Wegen der Prognosen für das stabile und warme Septemberwetter habe man versucht, die Freibadsaison zu verlängern - am Ende sei es mit allen verfügbaren Kräften nur möglich gewesen, ein Bad länger offen zu halten. Die Wahl sei auf das Schyrenbad in der Nähe vom Kolumbusplatz gefallen, weil es am zentralsten gelegen sei.

Die Stadtwerke hätten ein paar zusätzliche, gut besuchte Tage in ihren Bädern durchaus gebrauchen können, denn die Saisonbilanz liest sich eher durchwachsen. Von Mai bis zum vergangenen Wochenende besuchten etwa 830 000 Gäste die Münchner Freibäder - Kinder unter sechs Jahren nicht eingerechnet, da diese keinen Eintritt zahlen. Die Zahl liegt im unteren Drittel des langjährigen Mittels, die Saison 2014 allerdings war mit 700 000 Freibadgästen sogar noch schlechter gewesen. Im sonnigen Sommer 2015 dagegen wurden 1,25 Millionen Besucher gezählt, damals war es allerdings von Juni bis Ende August teilweise extrem heiß.

Dabei ist die Diskussion um das Ende der Freibadsaison nicht die erste Debatte um die Öffnungszeiten der städtischen Bäder in diesem Jahr. Vor zwei Monaten stellte die SPD-Stadtratsfraktion sogar einen Antrag, dass sich die Öffnungszeiten der Freibäder doch bitte nach nachvollziehbaren Kriterien richten sollten. In der Regel schließen die Bäder um 18 Uhr, bei schönem Wetter darf man bis 20 Uhr hinein. Was aber schön bedeutet, wann genau es heiß ist - da gibt es keine klaren Kriterien. Wer abends nach der Arbeit ins Freibad will, muss nachmittags auf die Homepage der Bäder schauen, wann denn an diesem Tag abgeriegelt wird.

Die Stadtwerke argumentieren bei Kritik gerne damit, dass die Diskussion doch ohnehin Quatsch sei, weil es Angebote für alle gebe: Das Dantebad etwa habe immer bis 23 Uhr geöffnet, dort könne man im Stadionbecken sogar im Winter draußen schwimmen. Und überhaupt seien nach Ende der Freibadsaison ja auch noch die Hallenbäder da, mit ihren Freibereichen und Außenbecken.

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SZ vom 12.09.2016/infu
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