Süddeutsche Zeitung

Verkehrssituation in Neuperlach:Carl-Wery-Straße soll umgestaltet werden

Seit Jahren ist der Umbau geplant - Mitte kommenden Jahres sollen nun die Vorarbeiten beginnen. Wenn der Stadtrat zustimmt, kann 2025 gebaut werden. Unter anderem neue Radwege.

Von Patrik Stäbler

Die Carl-Wery-Straße an der südlichen Stadtgrenze ist zuletzt eine Art dauerhafte Baustellenzufahrt gewesen. So errichtete die Gewofag dort südlich des Bahnhofs Neuperlach Süd bis 2020 knapp 400 Wohnungen und eine Kinderkrippe, während auf der anderen Straßenseite erst ein Hotel und später ein 17-geschossiges Boarding House mit Einzelhandel im Erdgeschoss entstanden. Daneben wächst derzeit der Neubau der städtischen Berufsschule für Farbe und Gestaltung in die Höhe - sowie ein Parkhaus mit 770 Stellplätzen, das laut den Stadtwerken Anfang 2024 eröffnet wird.

Diese rege Bautätigkeit hat sich auch auf den Verkehr in der Carl-Wery-Straße ausgewirkt, wo sich nicht nur zu Stoßzeiten die Autos und Busse oft stauen. Auch deshalb plant die Stadt nun einen Aus- und Umbau an der Stelle. Die Weichen dafür hat der Bauausschuss bereits 2016 gestellt, als er ein Bedarfsprogramm mit einer Kostenobergrenze von elf Millionen Euro genehmigte. In der Folge musste jedoch der Bau des Parkhauses abgewartet werden, da hierfür ein Interimsparkplatz auf einem Teil der Carl-Wery-Straße entstand, der wiederum für den Umbau benötigt wird.

Jetzt soll es losgehen: Laut der Projektbeschreibung, die das Baureferat dem Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach zugeschickt hat, werden Mitte 2024 die Vorarbeiten beginnen. Im Frühjahr 2025 soll dann der Aus- und Umbau folgen - vorbehaltlich des Plazets des Stadtrats.

Dem Baureferat zufolge sehen die Pläne "eine umfangreiche Neugestaltung der öffentlichen Verkehrsflächen" in der Carl-Wery-Straße vor. So sollen zwischen dem Bahnhof Neuperlach Süd und der Therese-Giehse-Allee die Grüninseln zwischen den Fahrbahnen entfernt und durch eine Busspur ersetzt werden. Diese Trasse könne dereinst auch für eine Stadt-Umland-Bahn genutzt werden, deren zeitliche Umsetzung aber ungewiss sei, so das Baureferat.

Überdies sollen auf beiden Straßenseiten die Gehsteige verbreitert und Radwege, die dem Radentscheid entsprechen, angelegt werden. Selbiges ist auch weiter südlich bis zur Arnold-Sommerfeld-Straße geplant. Hier soll die Carl-Wery-Straße vierspurig werden; zudem wird die Busspur fortgesetzt. Sie endet erst ab der Arnold-Sommerfeld-Straße, wo es "mangels Flächenverfügbarkeit" auch nur noch auf der Westseite einen Gehsteig geben wird. Der Radweg dagegen soll beidseits der Straße bis zur Stadtgrenze verlaufen.

Dem Entwurf zufolge müssen für den Umbau circa 50 Bäume gefällt werden; zugleich sei geplant, knapp 100 Bäume neu zu pflanzen. Zur Frage, wie lange die Umgestaltung der Carl-Wery-Straße dauern und welche Folgen sie für den Verkehr haben wird, macht das Baureferat derzeit keine Angaben. Mögliche Sperrungen und Umleitungen müssten erst noch mit dem Mobilitätsreferat abgestimmt werden.

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