Süddeutsche Zeitung

Coronavirus:So ist die Corona-Lage in München

Die Infektionszahlen sind einigermaßen stabil, nur Anfang August gab es einen kleinen Anstieg. Ein beruhigendes Bild ergibt das Abwassermonitoring.

Von Ekaterina Kel

Das Coronavirus kursiert nach wie vor unter den Münchnerinnen und Münchnern - jedoch auf einem viel niedrigeren Niveau als in den Jahren zuvor. In der vergangenen Woche haben sich offiziell insgesamt 98 Menschen in der Stadt mit dem Virus angesteckt. Das teilt das Gesundheitsreferat München unter Verweis auf das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. In der Woche davor waren es noch 101 Ansteckungen laut Stadt. Allerdings sind hier die Zahlen von Samstag und Sonntag nicht enthalten, denn am Wochenende werden keine Zahlen übermittelt.

Langfristig lässt sich eine fallende Tendenz beobachten: Über eine lange Zeit schon verläuft die Infektionskurve flach, einen kleinen Ausschlag nach oben gab es Anfang August. Das geht aus den Daten des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hervor, das weiterhin Buch über die Entwicklung der Corona-Fälle führt, allerdings auf Bundesland- und Bezirksebene. 201 von 607 Fällen entfielen in der vorvergangenen Woche dabei auf den Bezirk Oberbayern, in dem München liegt. Das waren 14 mehr als in der Woche davor.

Laut dem Corona-Pandemie-Radar des Bundesministeriums für Gesundheit lag die Sieben-Tage-Inzidenz für Bayern am Sonntag bei fünf. Dies ist die Anzahl der Covid-19-Fälle pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Für die Stadt München teilt das Gesundheitsreferat unter Verweis auf RKI-Daten eine aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz von 6,5 mit.

Von einer Infektionswelle kann im Vergleich zu den Vorjahren nicht die Rede sein: Im Jahr 2022 haben sich laut RKI in der gleichen Meldewoche 2837 Menschen in München offiziell mit dem Coronavirus angesteckt, mehr als viermal so viele wie in ganz Bayern dieses Jahr.

Die Untersuchungen des Abwassers auf die Viruslast vom Netzwerk Bay-VOC, in dem sich verschiedene virologische Institute der bayerischen Universitätskliniken zusammengetan haben, ergeben ebenfalls ein eher beruhigendes Bild: Der aktuelle Trend von München ist laut dem Abwassermonitoring sogar fallend. Ein richtiges Hoch gab es das letzte Mal im März. Der kleine Hügel vom August ließ sich dagegen schon Mitte Juli ablesen - etwas früher als in den Meldezahlen. Generell kann man davon ausgehen, dass nicht alle Coronavirus-Fälle erfasst werden, da einige Erkrankte nach einem positiven Selbsttest möglicherweise keine Bestätigung durch eine Teststelle einholen - und so die Infektion gar nicht an eine Behörde gemeldet wird.

In der München Klinik, dem städtischen Klinikverbund mit fünf Standorten, der in München die meisten stationären Corona-Fälle betreut, beobachtet man aktuell keinen Auf- oder Abwärtstrend, wie die Sprecherin auf Anfrage mitteilt. Die Zahl der Covid-19-Patientinnen und -Patienten bewegte sich im August im einstelligen Bereich, heißt es. Aktuell versorgt die München Klinik nach eigenen Angaben sechs Patientinnen und Patienten im Zusammenhang mit Covid-19, davon liegt eine Person auf der Intensivstation.

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