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Avin:In dieser Weinbar wissen sie, was sie tun

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Im Avin im Glockenbachviertel ist jede Wein-Empfehlung ein Volltreffer. Dazu gibt es kleine Gerichte zum Teilen, bei denen jeder Teller Lust auf den nächsten macht.

Von Sarah Maderer

Von Bier bis Cocktails, von gut bürgerlich bis Fusion, von früh bis spät bedient das Glockenbachviertel mit seiner hohen Lokaldichte jeden Gastro-Gusto. Wer hier bestehen will, muss wissen, was er tut. So wie Alexander Glocker und Lukas Stepper. Am Glockenbach 8, wo der Glockenbach vom Westermühlbach ins Unterirdische abzweigt, sind sie seit Anfang April mit ihrer Weinbar "Avin" die New Kids on the Block.

Die beiden Münchner Junggastronomen lernten sich vor mehr als fünf Jahren bei ihrer Ausbildung im Hotelgewerbe kennen. Glocker ging zum Studieren nach Hamburg, Stepper absolvierte eine Sommelier-Ausbildung und beteiligte sich unter anderen am Tapas-Vietnamesen "Tivu" an der Rumfordstraße. Das Avin ist nun ihr erster gemeinsamer Laden. Auch hier setzen sie auf ein Sharing-Konzept, das auf Steppers Fachgebiet, dem Wein, fußt.

Mit Maß, Stil und Qualität setzen er und Glocker bei Speisen, Getränken sowie bei der Einrichtung die richtigen Akzente. Bei gutem Wetter ist der kleine Außenbereich vor dem großen Fensterbogen gut besetzt, bei Kälte zieht es die Gäste nach drinnen, an die in Erdtönen und Rostrot gepolsterten Bänke und Stühle, an den eleganten Bartresen auf zweiter Ebene, oder an den raumfüllenden hölzernen Hochtisch im von Weinflaschen gesäumten Separee.

Auch die Getränkekarte wurde mit Sorgfalt kuratiert. Der Fokus liegt klar auf den Weinen, auf Cocktails wird bewusst verzichtet. Man wolle keine "Saufbar" sein, erklärt Glocker, sondern ein Ort zum Verweilen bei einem gepflegten Glas Wein. Beim Aperitif stößt man aber doch auf Eigenkreationen mit Wermut, wie den zitrusfrischen "Umeshuspritz" oder den weichen "Modern Negroni" mit Sake zu je zehn Euro.

Nach Rebsorte und Region sortiert umfasst die Weinkarte knapp zehn Seiten, von offenen Weinen ab knapp sechs Euro fürs 0,1-Glas bis zum Bordeaux zum vierstelligen Flaschenpreis. Wer mag, kann auf diese Lektüre getrost verzichten, um sich von der Expertise der Gastgeber leiten zu lassen. Mindestens einer von beiden ist immer vor Ort und mischt sich unter das unaufdringlich lockere Serviceteam. Egal ob feinperliger Champagner, würzig-fruchtiger weißer Cuvée aus Wien, oder kalt getrunkener Merlot aus dem Burgenland, jede Empfehlung ist ein Volltreffer.

Ursprünglich sollten im Avin die kleinen Gerichte zum Teilen die Weine nur "untersetzen", wie Glocker sagt, doch wechseln sie monatlich, werden stetig erweitert und könnten dem Fokus auf den Wein glatt den Rang ablaufen. Moderne und hochwertige Gerichte zwischen acht und 14 Euro werden auf einer Schiefertafel präsentiert, jeder Teller macht Lust auf den nächsten. Zwei frische Austern mit Gurke-Gin-Vinaigrette, Gyoza in herzhafter Brühe, als Highlight Rind vom brutzelnden Salzstein und zum Abschluss Cheesecakecreme mit Aprikose und Butterkeks-Crumble. Denn im Avin wissen sie, was sie tun.

Avin, Am Glockenbach 8, 80469 München, E-Mail: info@avin-restaurant.de, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 17 bis 23 Uhr, Samstag 13 bis 23 Uhr

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