Süddeutsche Zeitung

Neuinfektionen:Corona am Neubiberger Gymnasium

Nach positiven Tests müssen Siebtklässler, Oberstufenschüler und Lehrer in Quarantäne

Julian Seiferth und Martin Mühlfenzl, Neubiberg

Im Landkreis München hat es bereits einen Tag nach Schulstart einen ersten Corona-Fall gegeben. Am Freitag wurde bekannt, dass eine "verantwortungsvolle" Mutter, wie es in einem Schreiben der Schulleitung des Neubiberger Gymnasiums an die Eltern heißt, die Schule über eine positiven Test bei ihrem symptomfreien Kind informiert habe. Daraufhin wurden der Siebtklässler sowie seine Klasse, die Sprachgruppe der Parallelklasse, das Geschwisterkind und die Lehrer der betroffenen Klasse in eine 14-tägige Quarantäne geschickt.

Am Freitag informierte die Schulleitung zudem über einen weiteren positiven Corona-Test in der zwölften Jahrgangsstufe: Auch hier müssen der Schüler sowie die Kontaktpersonen der Kategorie 1 und 2 in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne. Dass bei dem Zwölftklässler ein kleinerer Personenkreis 14 Tage zu Hause bleiben muss, begründet die Schulleitung damit, dass er sich "in einem sehr kleinen Kurs in einem großen Raum" bewegt habe. Alle Kontaktpersonen sollen sich testen lassen, die der Kategorie 2 dürfen nach einem negativen Test die Quarantäne wieder verlassen.

Anders bei den Schülern und Lehrern, die Kontakt zu dem infizierten Siebtklässler hatten, wird bei diesen selbst bei einem negativen Test die Quarantäne nicht aufgehoben. Schulleiter Reinhard Rolvering appelliert an alle Schüler und Lehrer, die Maskenpflicht und Abstandsregeln einzuhalten. "So sehr wir uns alle Normalität wünschen, wir werden sie nur über den Umweg des Außergewöhnlichen wieder erreichen", schreibt der Schulleiter im Elternportal. Er bittet zudem darum, Schuldzuweisungen zu unterlassen.

Noch am Donnerstag hatte Landrat Christoph Göbel (CSU) in einem Pressegespräch gesagt, bisher sei es Glück gewesen, dass der Landkreis von Infektionen in Schulen verschont geblieben ist. Da hatte ihn die erste Nachricht einer Infektion aus Neubiberg noch nicht erreicht. Derweil sind die Infektionszahlen im Landkreis wieder angestiegen. Am Freitagnachmittag meldete das Landratsamt 13 bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus (Stand: 14.30 Uhr). Die Sieben-Tage-Inzidenz erhöht sich leicht von 24,7 auf 25,2. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100 000 Anwohner sich innerhalb einer Woche angesteckt haben. Überschreitet er 35, gilt das als Frühwarnung.

Zum ersten Mal in dieser Woche kristallisiert sich so etwas wie ein Hotspot heraus. Fünf der 13 bestätigten Fälle stammen aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Außerdem wurden jeweils zwei Neuinfektionen in Gräfelfing und Haar, jeweils eine in Feldkirchen, Ismaning, Neubiberg und Oberschleißheim festgestellt.

Die Infizierten stammen aus fast allen Altersgruppen. Jeweils einen Fall bestätigt das Landratsamt bei den Fünf- bis 14-Jährigen, den 35- bis 59-Jährigen sowie den 60- bis 79-Jährigen. Außerdem gab es sechs positive Tests auf Covid-19 unter den 15- bis 34-Jährigen. Drei der Infizierten sind jünger als fünf Jahre.

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SZ vom 12.09.2020 / jus, müh/lb
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