Süddeutsche Zeitung

Corona-Krise:Wenn das Essen per Taxi kommt

Lesezeit: 1 min

Auch wenn Restaurants nicht mit einem Lieferdienst zusammenarbeiten, können sie ihre Gerichte nun ausfahren lassen - gegen einen Festpreis.

Von Andreas Schubert

Wer in normalen Zeiten nicht essen gehen will, aber auch keine Lust hat, selbst zu kochen, der kann sich sein Essen bei einschlägigen Diensten bestellen und liefern lassen. Aber längst nicht alle Restaurants arbeiten mit den gängigen Lieferservices zusammen. Doch jetzt, da die Lokale nur noch Essen zum Mitnehmen oder Liefern anbieten dürfen, hat das Taxigewerbe die Initiative MyWirt gestartet. Die Idee: Gaststätten, die sonst nicht liefern, können ihre Stammkunden nach wie vor bekochen und das Essen dann per Taxi bringen lassen. Angestoßen hat dies die Taxizentrale Isarfunk. Zehn Euro kostet den Wirt eine Lieferfahrt pauschal innerhalb des Mittleren Rings. So sollen die wegen der Corona-Krise oft nur herumstehenden Taxis wieder besser ausgelastet werden, und die Gastronomen sollen auch noch ein Geschäft machen können.

Damit der Service reibungslos funktioniert, werden dem Wirt die Fahrten als Sammelrechnung zugestellt. Die Taxifahrer respektive Taxiunternehmer rechnen dann über die Taxizentrale ab. Damit das Essen auch warm beim Kunden ankommt, sollen geeignete Verpackungen für den Transport eingesetzt werden. Jürgen Dinter, Vertriebsleiter bei Isarfunk, erklärt, man wolle so den Gastronomen ein Angebot machen, die sonst auch mit der Taxizentrale zusammenarbeiteten. Wie der Wirt die Kosten für die Lieferung auf den Kunden umlegt, bleibt diesem jeweils selbst überlassen. Freilich sei so eine Fahrt für zehn Euro nicht wirtschaftlich für ein Taxiunternehmen. Es sei aber immer noch besser, als wenn die Autos nur auf der Straße herumstünden. Und einfach das Angebot zurückschrauben, das können die Taxizentralen nicht. Für sie gilt neben der Beförderungs- auch die Betriebspflicht. Sprich: Ein Taxi mit Lizenz muss auch verfügbar sein.

Wie viele und welche Lokale mitmachen, kann Dinter noch nicht sagen, die Sache ist erst am Anlaufen. Doch die Wirte selbst sollen ihre Kunden über das Angebot informieren. "Wenn's nicht funktioniert, haben wir es zumindest probiert." Die Versorgung mit Taxis allgemein ist laut Isarfunk und der Taxigenossenschaft Taxi München e.G. gesichert, insbesondere auch für Besorgungsfahrten. Die Wagen werden regelmäßig von den Fahrern gereinigt und desinfiziert, wie die Unternehmen betonen.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.4856920
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ vom 26.03.2020
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.