Süddeutsche Zeitung

Familien-Newsletter:Tipps für die ersten Schulwochen

Was hilft gegen Schulbauchweh? Wie wichtig ist die richtige Stifthaltung? Und was tun, wenn das Kind keine Freunde findet?

Von Anna Fischhaber

Dieser Text stammt aus dem Familien-Newsletter der Süddeutschen Zeitung, der jeden Freitagabend verschickt wird. Hier können Sie ihn abonnieren.

Liebe Leserin, lieber Leser,

als mein Sohn vergangenes Jahr in die Schule kam, hatte mich eine Freundin vorgewarnt: Bis zu den Herbstferien werde es schwierig, ich sollte mir keine Gedanken machen, das sei normal. Erst wusste ich nicht recht, was sie damit meint. Die Schule meines Sohnes ist toll, für Kinder (es gibt zwei Fußballplätze und zwei Schulhunde) und für Eltern (um Hausaufgaben und Pausenbrot kümmert sich die Schule). Doch wie soll ich sagen: es wurde trotzdem schwierig. Ich hatte völlig unterschätzt wie emotional aufreibend so ein Schulstart ist - für das Kind und für mich.

Nun haben mein Kollege Ben Bukes und ich mit Expertinnen und Experten darüber gesprochen, wie man die ersten Schulwochen gut übersteht. Manches davon hätte ich gerne früher gewusst. Zum Beispiel, dass es völlig normal ist, wenn Kinder anfangs auf dem Pausenhof auch mal allein dastehen oder schubsen und kneifen, weil sie die Situation überfordert. Das hat uns Pädagogin Inke Hummel, die gerade ein Buch über die Grundschulzeit geschrieben hat, erzählt - und mit welchem Trick sie ihren Sohn damals bei der Kontaktaufnahme geholfen hat. Kinderarzt und Wissenschaftler Herbert Renz-Polster, der im Familientrio regelmäßig die Erziehungsfragen der SZ-Leser beantwortet, rät dazu, dem eigenen Kind mehr zuzutrauen. Eine korrekte Stifthaltung oder langes Stillsitzen müsse man nicht daheim üben, das würden normal entwickelte Kinder dann schon lernen, wenn man sie dabei begleite, glaubt er. "Lehrer und Eltern dürfen Kinder nur nicht entmutigen."

Sein entspannter Umgang mit der Stifthaltung hat mir sehr gut gefallen, denn als wir uns damals verschiedene Schulen angeschaut hatten, gab es für manche Lehrkräfte kaum ein anderes Thema - und das fand ich dann doch etwas befremdlich angesichts all der Sorgen, die so ein Schulstart mit sich bringt. Wie grausam Schule manchmal sein kann und wie hilflos man dann als Vater ist, hat vor einiger Zeit ein Kollege im SZ-Magazin sehr eindrücklich aufgeschrieben. Was gegen Schulangst hilft, hat meine Kollegin Francesca Polistina hier einen Kinderpsychiater gefragt.

Diese Woche ist mein Sohn in die zweite Klasse gekommen, Schulangst hat er zum Glück keine, er hat sich sogar ein bisschen gefreut. Den Stift hält er immer noch anders, aber schreiben kann er trotzdem. Seine wirklich nette Lehrerin findet zum Glück auch, dass das das einzige ist, was zählt.

Wie haben Sie den Schulstart erlebt und was hätten Sie gerne vorher gewusst? Schreiben Sie mir!

Ein schönes Wochenende wünscht

Anna Fischhaber

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